Kein Problem oder pietätlos?

„Digitale Schatzsuche auf Friedhof stört Trauernde“, so der Titel eines Zeitungsartikels vor wenigen Tagen. Ein Hinterbliebener fühlte sich von vermeintlichen Geocachern gestört und hatte sich in einem Brief an die Bürgermeisterin gewandt. Kein Problem oder pietätlos?
Ein zweiter Zeitungsartikel „Friedhof: Spieler verteidigen ihr Hobby“ stellte nun klar, dass es keine Geocacher, sondern Ingress-Spieler waren, die mit ihrem Spiel für „Sicherheit und weniger Diebstähle sorgen“. Als Geocacher kann man angesichts der ersten, eher negativen Schlagzeile jetzt vielleicht aufatmen, allerdings gibt es auch Geocaches auf aktiven Friedhöfen, manche sogar von Angehörigen ausgelegt… und, wer hätte es gedacht, auch in den Guidelines findet man hierzu eine Regel:

A cache may be disabled or archived if one or more of the following is true:

… The cache placement is in an area that is highly sensitive to additional foot and/or vehicular traffic including, but not limited to, archaeological sites, historical sites and cemeteries. Note that some cemeteries permit cache placement.

Quelle: Guidelines auf geocaching.com

Friedhöfe sind damit also nicht generell verboten, es muss allerdings, wie eeeeeigentlich bei jedem Cache, eine Genehmigung vorliegen.
Als Geocacher weiß man aber, dass die Guidelines nur selten gelesen und noch viel seltener umgesetzt werden. Ich selbst habe auch schon Dosen/Stages auf Friedhöfen gesucht, so wirklich wohl war mir dabei aber irgendwie nicht und in den letzten Jahren habe ich es mir verkniffen. Bei einer kleinen Diskussion auf Twitter hierzu fragte ich mich, ob ich mit meiner Meinung „eher Kategorie pietätlos“ das Ganze vielleicht etwas zu eng sehe. Keine Frage, Geocaching kann man nicht mit Ball oder Fangen spielen vergleichen, aber es ist und bleibt ein „spielen“. Natürlich könnte man nun einfach sagen, dass Geocaching auf Friedhöfen doch kein Problem ist und sich Herr Langer bei seiner Trauer nicht so anstellen soll, es ist schließlich ein freies Land und die Friedhofsregel verbietet Geocaching oder Ingress nicht explizit. Ich persönlich schließe mich da allerdings eher der Meinung der Bürgermeisterin an…

Suchspiele wie Geocaching hier zu unterlassen, gebietet schon der menschliche Anstand.

… und würde sogar den Teil „wie Geocaching“ herausnehmen, um auch die anderen Spiele damit zu erschlagen. Es gibt wirklich genug Orte, an denen man Geocaching, Ingress & Co spielen kann, ein Friedhof ist hierzu schon alleine aus Gründen der Rücksicht gänzlich ungeeignet. Allerdings ist das nur meine Ansicht, mich würde eure Meinung dazu auch interessieren.

Geocaching auf aktiven Friedhöfen ist...

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Datum: Dienstag, 10. März 2015 17:46
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18 Kommentare

  1. 18

    […] Mit dem richtigen Reviewer wird auch 2016 die eiserne Abstandsregel wachsweich und Trauernde können schneller wieder lachen wenn um sie herum GPS-Geräte piepsen, sollen sich einfach nicht so anstellen. Und bitte gegenüber […]

  2. 17

    Kommt auf den Friedhof an. Und auf die Aufgabe. Und auf die Leute. Und auf alles.

    Ich bin gerne auf Friedhöfen und finde das auch eher mehr als weniger sinnvoll, lehrreich und heilsam – z.B. wenn der Friedhof ne Kapelle, alte Grabmale, historisches Gedöns aufweist – was ja auch meist rund um die Kapelle aufgebaut ist. Ich finde es auch sinnvoll, daß man diese Bereiche nicht mit nem Tabu belegt, daß Schulkinder durchlaufen und Leute über den Friedhof abkürzen. Wenns geht, laufe ich da durch – genauso wie ich in Kirchen gehe. Wer weiß, vielleicht gefällt das ja auch den Leuten, die da liegen – oder der Kapelle :)

    Ich hab auch kein Problem mit Cachestationen dort – zumindest, wenn das bedeutet, daß man einfach was angucken muß. Ich BRAUCH das nicht, aber solange das sich im Rahmen meines normalen Verhaltens bleibt, hab ich da kein Problem mit. Das bedeutet natürlich auch, daß sich das im historischen Teil und nicht in der aktiven Ecke des Friedhofes abspielt.

    Ansonsten würde sich auch die Frage stellen, wo die Grenze ist – in ner Kirche den Namen einer Apostelstatue „ermitteln“? Im öffentlichen Kreuzgang aus dem Mittelalter die Totenköpfe zählen? Schießscharten an der Friedhofsmauer der Wehrkirche bezeichnen?

    Nein wäre da eigentlich ne Verarmung.

    Ich finde wichtiger, daß man sich die „übliche verdächtige Klientel * “ vom Halse hält – also eher Multi als Tradirunde und weg von PTs.

    Gruß Zappo

    *wobei ich nichtmal sicher bin, ob es die tatsächlich in relevanter Zahl gibt – und/oder ob die sich tatsächlich nicht benehmen können.

  3. 16

    Also, ich habe überhaupt kein Problem mit Caches auf Friedhöfen. Generell kommt es aber wohl darauf an, was das für ein Friedhof ist. Auf einem kleinen Dorffriedhof wird man als Cacher sicherlich eher als störend empfunden, andererseits gibt es dort auch nur selten etwas sehenswertes, was einen Cache lohnen würde. Größere Stadtfriedhöfe sind häufig schon als Parkanlage angelegt, da dürften Cacher wirklich kein Problem sein. Und gerade die kleinen (und großen) Sehenswürdigkeiten solcher Friedhöfe sind prädestiniert, durch einen Multi gezeigt zu werden. Da habe ich schon recht viele schöne Friedhofsmultis gemacht. Und Dose auf dem Friedhofsgelände finde ich auch nicht schlimm, solange das Versteck sinnvoll ausgewählt wurde. Ein größerer Friedhof bietet hier meist genug Möglichkeiten.

    Die schlechteste Lösung für einen Friedhof ist ganz klar der Whereigo. Hier ist man bedingt durch die Spielweise tatsächlich gezwungen, ständig auf das Display des Smartphones zu schauen. Wenn dann noch akustische Elemente dazukommen (gesprochene Erklärungen, Musik), ist das NoGo komplett. Da hat der Multicache ganz klar den Vorteil, dass ich mir irgendwo dezent die Beschreibung der nächsten Station durchlesen und anschließend ganz arglos den Ort aufsuchen und die Information einsammeln kann.

    Viele Grüße
    Gerald

  4. 15

    Ich stimme Tharon in der Aussage zu, übers Cachen auch schöne Orte gezeigt zu bekommen. Aus diesem Grund und weil Friedhöfe ihren eigenen Charme haben, habe ich mich schon vor ein paar Jahren dazu entschieden, dem Waldfriedhof in Stuttgart einen Mystery (Die letzte Anschrift, GC3XK6B) zu widmen.

    Wichtig war es mir dabei von Beginn an, die finale Dose bewusst außerhalb des Friedhofes zu legen und die Community nur und ausschließlich zur Ermittlung ihrer Koordinaten auf ihn zu schicken. Dies ist bereits bei der Einreichung der Beschreibung bei den Reviewern in ihr verankert gewesen und wurde in einer Reviewer-Note auch entsprechend gewürdigt. Letztenendes freigeschaltet wurde er jedoch erst (und selbst das auch erst am nächsten Tag, damit evtl. FTF-Jäger nicht auf die Schnapsidee kommen, noch nachts (illegal) den Friedhof zu betreten), nachdem ich den Verweis auf die Lage des Finals außerhalb des Friedhofes in Farb-/Fettdruck markiert hatte. Und die bisherigen Found-Logs zeigen: Wer den Cache gemacht hat, hat kein Problem, zum Cachen auf Friedhöfe zu gehen – solange das Final außerhalb liegt. Im Gegenteil: Viele der Logs belegen, dass es auf dem Waldfriedhof wirklich so schön ist wie schon ich es fand (und immer noch finde) und es sich dementsprechend auch gelohnt habe, ihn über meinen Cache zu besuchen (was ohne ihn teilweise wohl nicht geschehen sei).

    Ich sehe das also so: Zum Cachen auf Friedhöfe zu gehen gerne – liegt das Final jedoch innerhalb der Grenzen des Friedhofes (und sei es auch „nur“ ein aufgelassener Friedhof), sehe ich dies überaus kritisch und formuliere das auch entsprechend in meinem Log.

  5. 14

    Sinn des Cachens ist für mich u.a. schöne Orte gezeigt zu bekommen. Und viele Friedhöfe sind wunderschön. Als Hamburger denke ich an den Ohlsdorfer Friedhof, der weitaus mehr einem Park gleicht, als einem Friedhof.
    Es ist Sache des Owners einen guten Ort zu wählen, wo man aller Voraussicht nach niemanden stört. Und des ist Sache des Suchenden, eventuell auf den Punkt zu verzichten, falls man doch jemanden stören könnte.
    Ich halte ja Whereigos auf Friedhofen für gut geeignet, alles berührungsfrei und das Smartphone vor der Nase sollte auch auf einem Friedhof heutzutage zum täglichen Bild gehören. Das Final dann am besten außerhalb oder an einer sehr ruhigen, störungsfreien (für ALLE Beteiligten) Stelle.
    Von einem generellen Verbot halte ich (wie immer) nichts!

  6. 13

    Ich bin selbst Owner von einem Cache, der zur Erinnerung an einen lieben verstorbenen Menschen von mir ausgelegt wurde. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einem Friedhof. Aber eben IN DER NÄHE und nicht AUF! Und das war mir auch sehr wichtig, denn ich vertrete ebenfalls die Ansicht, dass ein Cache auf einem Friedhof nichts zu suchen hat.

  7. 12

    Mir fehlt in der Abstimmung die Option „es kommt auf die Umsetzung“ an.

    Ich selbst habe einen Cache, bei dem man drei Stationen an einer Kirche suchen muß. Diese Kirche steht am Anfang eines Friedhofes, so daß man durchaus damit am Rande in Berührung kommt, diesen aber nicht komplett überqueren muss. Da es sich um reine Ablesestationen handelt, kann man als Cacher durchaus auch den Eindruck erwecken, sich für die Kirche zu interessieren. Die Final-Dose liegt dann am Rande des Friedhofes am Pfarrhaus.
    Des weiteren gibt es in meiner Homezone einen weiteren Friedhofs-Cache. Auch hier nur Ablese- bzw. Zählstationen. Der Weg führt zwar quer über den Friedhof, aber nur auf den Hauptwegen und nicht quer über die Grabfelder, außerdem wird auf Grund der Anlage dieser Friedhof eh auch von „normalen“ Menschen gerne für einen Spaziergang genutzt. Die Final-Dose liegt dann außerhalb, so daß man beim Suchen niemanden stören sollte.
    Auch sonst habe ich schon mal den ein oder anderen Friedhofs-Cache gemacht, an dem ich persönlich nichts pietätloses finden konnte.
    Was aber gar nicht geht, sind in meinen Augen Stationen in der Nähe von Gräbern, an denen etwas gesucht werden muss o.ä.
    Das ist für mich ein absolutes No-Go und hier würde ich sicherlich den Owner anschreiben, ob das wirklich sein muss.
    Letztendlich habe ich immer noch ein wenig Vertrauen darin, daß die Cacher sich der Location entsprechend benehmen… :-?

  8. 11

    Klares „kommt drauf an“.

    Finals/Dosen auf Friedhöfen mag ich nicht wirklich, außer es ist wirklich ein Friedhof, der inzwischen ein öffentlicher Park ist. Gegen ablesen oder zählen habe ich absolut nichts. Meistens gehts da ja um Gräber von historischen Persönlichkeiten. Wieso sollte man die nicht besuchen?

    Immer unter dem Gesichtspunkt, daß man sich natürlich dem Ort entsprechend verhält.

  9. 10

    Das sollte man wirklich differenziert beurteilen. Ich habe selber schon Dosen und Stages auf Friedhöfen gefunden. Die Dosen waren in diesen Fällen alle sehr unproblematisch untergebracht und die Stages waren kein Problem. Das warn in der Regen eher historische Grabsteine und keine aktiven Gräber.
    Bei uns legt übrigens die Dosen auf-an-bei Friedhöfen-Kirchen der Pfarrer selber. Und wenn der das als ok ansieht, wer bin ich das anzuzweifeln. :mrgreen: Ich unterstelle ihm mal, das er darüber genaustens nachgedacht hat.

  10. 9

    Friedhöfe gehören, zumindest in größeren Städten zur öffentlichen Grünfläche und Parkanlagen, die auch zum Spazieren gehen und der Naherholung genutzt werden. Daher sehe ich kein Problem mit Geocaching und Co. Alles natürlich immer unter der Prämisse, dass sich die Teilnehmer der Spiele angemessen verhalten und nicht gerade eine Trauerfeier am Grab oder in Trauer verweilende Angehörige stören.

  11. 8

    @skybeamer: Danke für den Hinweis, werde es ändern sobald ich wieder am Rechner sitze. ;-)
    Edit: Sehe gerade, dass es bei mir passt. Evtl. mit Strg-F5 die komplette Seite neu laden, sollte eigentlich nicht vorkommen ;)

  12. 7

    Schliesse mich rotznas an. Habe auch schon welche gemacht auf Friedhöfen. Aber ich kann wohl ausschliessen, das mich dort jemand als Cacher identifiziert hat. Habe sehr drauf geachtet mich angemessen dort zu verhalten. Und so wie ich es kennen gelernt habe war das auch kein Problem. Aber das ist auch schon ne Weile her. Und heute steht möglicherweise auch mehr Traffic dahinter – und Cacher, die „angemessen“ anders definieren bzw. ignorieren. Denke das liegt in der Verantwortung / Einschätzung des Owners und wenn man als Cacher Bedenken hat, darf man das auch ruhig mal thematisieren (Ich weiss, Shitstorm-Gefahr … aber wir alle haben Verantwortung dafür, ob und wie es mit dem Hobby weiter geht. Morgen und Übermorgen …)

  13. 6

    Geocaching auf aktiven Friedhöfen ist…und sollten kein Problem sein (?) Interessante Formulierung :-P

  14. 5

    Der Unterschied zwischen beiden ist ja vor allem:
    Die cacher kommen in der Regel nur einmal.
    Ingresser kommen täglich.
    Das fällt dann schon eher auf wenn immer wieder die selben Leute ihre Runden drehen. Und 47 Portale sind schon eine verlockende Sache für beide Fraktionen.

  15. 4

    Weder Ingress noch Geocaching gehören auf einen Friedhof. Wenn ich mir vorstelle an einen Ort zu kommen um um meine Angehörigen zu trauern und dann irgendwelche Gestalten mit Navis oder Smartphones zwischen den Gräbern umherstolpern kann ich kein Verständnis für kein Hobby der Welt aufbringen.

  16. 3

    Das sollte klar differenziert werden. Eine Dose hat auf einem Friedhof wahrlich nichts zu suchen. Stages finde ich OK sofern diese nur ‚to answer‘ sind und man möglichst gar kein Navi benötigt.

    Das Hauptproblem sind leider aber immer wieder die selbem Vollpfosten. Ein Cache lässt sich sicherlich pietätvoll unterbringen, aber es liegt am Mensch der dort unterwegs ist.

    Ich finde ein gewisses Leben darf auch vorm Friedhof nicht halt machen, aber eben pietätvoll. Egal ob Fotografen, Geocachern, Ingresser,….

    Mir wurden auf diesem Wege auf alle Fälle interessante Persönlichkeiten gezeigt und das bereue ich nicht.

  17. 2

    Schwere Frage – kommt auf Cache und Cacher an. Normalerweise lassen wir die links liegen. Aber dann gibt es auch welche, die dem Andenken dienen, und einen respektvollen Besuch vertragen können…
    Gutes Beispiel ist http://coord.info/GC2THW6

  18. 1

    Geocaches gehören meiner Meinung nach nicht auf Friedhöfen. Ingress Portale haben da ebenso nichts zu suchen.

    Auch wenn nicht viele Geocacher die Guidelines lesen oder nur im Ansatz kennen denke ich, dass die menschliche Vernunft einem eigentlich schon davon abhalten sollte, auf solchen Geländen einen Cache auszulegen, oder im Falle von Ingress, hier ein Portal aufzumachen.

    Grüße,
    Der Ravetracer