Vergraben ist böse!

Vergrabener GeocacheJuli 2010* – so lange ist der Aufschrei aus Teilen der Community nun schon her, als eigengott einen Cache archivierte, den er als vergraben ansah. Dies war vermutlich nicht der erste und natürlich nicht der letzte Cache, der aufgrund der Guideline …

Geocaches are never buried, neither partially nor completely.
If one has to dig or create a hole in the ground when placing or finding a geocache, it is not allowed.

Quelle: gc.com

… ins Archiv geschubst wurde.
Wer mit dem Neudeutsch Probleme hat, hier die Übersetzung:

Geocaches sind nie vergraben, weder ganz noch teilweise.
Wenn man ein Loch in den Boden graben oder es anderweitig herstellen muß, um einen Cache zu platzieren oder zu finden, ist das nicht zulässig.

Quelle: gc-reviewer.de

Der erste Geocache weltweit – vergraben! Der erste deutsche Geocache – vergraben! Ich habe auch schon einige Caches gefunden, wo der Owner im Sinne von „Loch ausheben – Dose versenken – Loch zudecken“ den Cache versteckt hat. Manche waren nett, andere aufgrund der Feuchtigkeit eher weniger. Vermutlich würde kein Cacher auf die Idee kommen, einem Cache einen Favoritenpunkt zu geben oder ihn im Log entsprechend ausführlich zu loben, nur weil die Dose vergraben war, oder?** Man muss die Dose also nicht zwingend vergraben, wenn man einen tollen Cache auslegen möchte.
Doch wann kann man sagen, dass eine Dose tatsächlich „vergraben“ ist?
Ich gestehe! Ich selbst habe einen Cache hinter einem Baum vergraben. Wobei mit vergraben hier nicht die Art „Man nehme einen Spaten und…“ gemeint ist. Der Baum ist eine ältere Kiefer, deren Rindenstücke den Boden recht hoch bedecken. Direkt hinter dem Baum ist eine leichte natürliche Senke, die ich von den Rindenstücken befreit habe und in die ich eine L&L-Dose gelegt habe. Natürlich durfte die Tarnung in Form von den zuvor ausgehobenen Rindenstücken nicht fehlen, worauf die Dose scheinbar ebenerdig im Boden eingelassen scheint. Vergraben oder nicht, dass ist hier die Frage. Eigentlich ist diese Dose vergraben, denn ich habe das Loch erst von der Rinde befreien müssen – also habe ich gegraben, entspricht also nicht den Guidelines von geocaching.com und müsste archiviert werden. Solange sich aber niemand beim Reviewer beschwert wird dieser Cache in der Form weiterbestehen. Allerdings ist mir bewusst, dass jederzeit jemand auf die Idee kommen könnte, die „Hüter der Guidelines“ darüber zu informieren. Im Endeffekt würde der Cache dann, wie alle anderen gemeldeten semi-guidelinekonformen Caches, aus dem Verkehr gezogen werden. Gerade weil es mir aber klar ist, dass diese Art des Verstecks nicht den Guidelines entspricht, würde ich wegen der Zwangsarchivierung kein Fass aufmachen oder den Reviewer als Oberlehrer beschimpfen.
vergraben_spatenVergrabene Caches sind auf geocaching.com nicht erlaubt und der über diese Caches informierte Reviewer kann nicht einfach so tun, als ob er die Information nicht erhalten hätte. Ob die sofortige Archivierung das Maß der Dinge ist, darüber lässt sich streiten. Letztendlich könnte man den Cache auch erst einmal disabeln und den Owner um Änderung bitten – zumindest wäre das die freundlichere Vorgehensweise. Die Archivierungskeule kann man bei entsprechender Beratungsresistenz in letzter Instanz immer noch auspacken.
Unter dem Strich sollte jedem Owner klar sein, dass wenn er seine Dose vergräbt, in einen Lost-Place wirft, anderweitig auf Privatgrundstücken ohne Genehmigung versteckt, …, der Cache bei der Meldung durch einen anderen Cacher im schlimmsten Fall direkt archiviert wird. Das wurde schon 2010, 2011 und 2012 so gemacht und wird auch in den zukünftigen Jahren so gehandhabt. Wer seinen Cache vergräbt, hat Dreck am Stecken Spaten Grabwerkzeug und die Guidelines nicht befolgt, so einfach ist das.
Geocaching ist ein Massenhobby! Was man vor ein paar Jahren im Schutze des geringen Bekanntheitsgrades noch ohne größere Probleme machen konnte, ist heutzutage nicht mehr tragbar. Wer sich trotzdem die Mühe macht und Dosen an Bäume nagelt, vergräbt oder anderweitig gegen die Bestimmungen der Plattform handelt, hat sich entweder nicht genügend informiert oder bewusst gegen die Spielregeln entschieden. In beiden Fällen braucht man sich im Nachhinein nicht über die scheinbare Willkür beschweren, sondern muss sich an die eigene Nase fassen!

* Zugegeben, beim Anblick der „vermeintlich vergrabenen Dose“ (siehe auch Bild oben) war ich damals und bin ich heute immer noch anderer Meinung als eigengott
** Ausnahmen gab es, aber die waren eher extremer Art

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Datum: Mittwoch, 9. Januar 2013 11:36
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21 Kommentare

  1. 21

    […] bewundern kann, auf keinen Fall verstecken. Die Latte liegt nämlich dermaßen tief, das ist schon nicht mehr guidelinekonform. Bereits vor 3 1/2 Jahren gab es den ersten Teaser, der Trailer folgte ein Jahr später. Was lange […]

  2. 20

    Ich hatte gehofft, dass es selbst für die niederen Geister reicht, wenn ich den Ironieabschnitt durch einen Absatz trenne. Aber scheinbar reicht das nicht und man muss das explizit ankündigen, auch wenns noch so offensichtlich ist.

  3. 19

    @Clownfisch: Deine Argumentation ist sowas von kontraproduktiv das sich mir echt die Nackenhaare aufstellen. :hilfe: Den Vergleich zwischen einem Specht und einem Geocacher der Schrauben in einen Baum schraubt meinst du hoffentlich nicht ernst!? :doh:

  4. 18

    Ich kann zwar nicht viel Wald mein Eigentum nennen, aber ein wenig kenne ich mich trotzdem aus. Zum einen wäre der Baum nicht komplett verloren, wenn an einer Stelle ein Einschluß ist. Zum anderen kommen die hochwertigen Funierhölzer (sofern nicht eh Tropenholz) seit Jahren nicht aus Deutschland sondern aus Skandinavien und Sibirien, wo das Holz langsamer wächst, weniger Schädlingsbefall hat und qualitativ hochwertiger ist. Deutsches Holz wird zum allergrößten Teil als Bioenergie, Papierrohstoff und Bauholz verwendet. Wobei bei den beiden ersteren die Beschädigung keinerlei Rolle spielt und beim Bauholz sicher auch nicht der Rindenbereich verwendet wird, der von einem Nagel oder einer Schraube beschädigt wird.

    Desweiteren bin ich aber für die Archivierung, äh Tötung jedes Borkenkäfers, Spechtes und überhaupt jedes Waldtieres, die auf kriminelle Weise den Wald zerstören indem sie Löcher in den Boden graben oder gar in Bäume hauen.

  5. 17

    @Eigengott: Die Frage ist nur, ob die Löcher auch tatsächlich verschwinden, wenn der Cache archiviert wird. Oder bleiben die dann trotzdem und es hätte völlig gereicht den Cache bis zum Entfernen der Schrauben ganz einfach zu deaktivieren? :-?

  6. 16

    Im vorliegenden Fall sind lediglich 1.5mm Spax Schrauben an Lebendbäumen benutzt worden. Wenn so etwas auch verboten wäre, müssten sämtliche NC’s in Dtld. archiviert werden wo Reisszwecken ähnliche Reflektoren benutzt werden, also ca. 99%.
    Grössere Schrauben und Gewindestangen sind bei dem Cache lediglich in Totholz eingeschraubt bzw. gebohrt worden.
    Die Owner haben geschrieben, dass die Missstände an den kritisierten Stellen in den nächsten Tagen behoben werden, solange bleibt auch das Listing bei OC geschlossen.
    Habe den Cache selbst erlebt, er ist ein Musterbeispiel für den Einklang von kreativen Stationen und naturverträglichem Outdoorerlebnis. So wurde zum Beispiel entgegen vieler Powertrails ein Kalender eingerichtet, der die Besuchsfrequenz auf ein verträgliches und Landeigner kompatibles Maß reduziert. Insofern ist es ein Unding, dass so ein Werk ohne vorherige Absprache und vor allem ohne zeitlichen Druck archiviert wurde.

  7. 15

    Lieber Clownfisch, klar kann man die Schrauben rausdrehen bzw. Nägel rausziehen. Früher dachte ich auch mal, das würde ausreichen um das Problem zu beheben.

    Leider ist die Sache etwas komplizierter. Der Baum kapselt solche Wunden relativ schnell ein. Das Holz hat an dieser Stelle dann aber eine andere (mindere) Qualität und Farbe. D.h. der Baum stirbt daran nicht, aber die Holzqualität leidet. Für Furnierholz taugen solche Bäume z.B. nicht mehr. Der Preisunterschied zwischen Furnier- und Brennholz beträgt momentan gut 900 Euro pro Festmeter.

    Siehe auch diesen Beitrag in einem anderen Blog: http://lbgruhrgebiet.wordpress.com/2011/09/27/von-nageln-baumen-und-doppelmoral/

    Und schließlich bleiben auch nach dem Entfernen der Schrauben/Nägel immer noch die Löcher als sichtbares Zeichen der Eigentumstörung.

  8. 14

    …und auch wenn sie entfernt wurden, bleiben Beschädigungen am Baum zurück, die a) mögliche Zugangstüren für Krankheiten sind und b) auch den Wert eines Baumes mindern können. Alles in allem ändert es nichts daran, dass der Baum jemanden gehört und man in fremdes Eigentum nicht einfach Schrauben reindreht oder Nägel reinschlägt.

    Aber ja, ich hab vergessen: Ein toller Cache mit ganz vielen Favpunkten ist natürlich wichtiger als ein paar Bäume… :zensur:

  9. 13

    @Clownfisch: Ist halt immer die Frage, ob das dann auch tatsächlich gemacht wird. Warum sollte Cacher XY die Schrauben wieder aus dem Baum drehen, wenn er schon vorher der Meinung war, dass das dem nix ausmacht.

  10. 12

    @eigengott: Schon mal gehört, dass Akkuschrauber auch einen Rückwärtsgang haben, wo man Schrauben aus einem Baum wieder entfernen kann? Oder von Zangen, mit denen man Nägel rausziehen kann? Soviel zum Thema: „Die gehen direkt in’s Archiv, da ich keine realistische Nachbesserungsmöglichkeit sehe.“

  11. 11

    Ja die Regel ist eigentlich schon klar, aber wieso wirbt Groundspeak dann auf der eigenen Webseite mit nicht guidlinekonformen Caches? In meinen Augen ist das sehr scheinheilig und Verständnis können die von mir nicht erwarten.

  12. 10

    @Isebar: Die sollte man einfach noch ein Stückchen tiefer treten, dann erledigt sich das von selbst… :lol:
    Spaß beiseite, ich denke nicht dass der in den Boden gesteckte Petling jemanden dazu bringen würde den Reviewer anzuschreiben, sich ein Grundstücksbesitzer groß über das Loch aufregen würde (wohl eher über den Plastikmüll oder über das ungefragte Auslegen eines Caches) oder, um auf den Kommentar von Starglider einzugehen (Vielen Dank für die Anregung), jemand in das Loch eines Petlings fallen könnte.
    Allerdings kann ich hier nur für mich sprechen. ;-)

  13. 9

    Und was ist mit den (geschätzt) 150.000 PETlingen, die einfach in den Boden gesteckt wurden?????
    Sind die auch „vergraben“?

  14. 8

    Ich finde diesmal, es wurde absolut richtig gehandelt seitens Eigengott.

    Auch das Argument „über andere Leute Eigentum entscheiden“ sollte sich jeder mal gut durchlesen, der für diese Schraubereien Verständnis hat.

    Wäre derjenige erfreut, wenn man an seinen Gartenzaun, Apfelbaum, Hausmauer etc. etwas drannagelt, dranschraubt.

    Es geht hier nicht um den tatsächlichen Schaden, es geht hier ums Prinzip.

    Der deutsche Michel dreht ja schon am Rad, wenn man seine Scheibenwischer anfasst, um einen Werbezettel / Knöllchen drunterzuklemmen.

  15. 7

    Guter Artikel, gute Kommentare … Leserherz, was willst du mehr! :)

    Danke, ehnatnor

  16. 6

    Mal als Anmerkung:
    Die nicht-graben-Guideline ist eine der ältesten Guidelines. Die gab es schon als ich vor fast 10 Jahren mit dem Hobby anfing. Die Formulierung wurde des öfteren geändert, aber grundsätzlich war immer gleiche gemeint wie heute.
    Also bitte nicht so tun als wäre das etwas neues.

    Ein Problem beim Eingraben von Caches ist das viele Geocacher mit wenig Vernunft begabt sind und sich ständig zu übertrumpfen versuchen.

    Karl Cacher sieht die etwas in den Sand gedrückte Frühstücksdose, die in dieser Form sicher niemanden stört, und denkt sich „Das kann ich besser“.
    Eine Woche später versenkt er eine 150-Liter-Tonne senkrecht im Wald. Vielleicht denkt er sogar noch daran sie trittfest abzudecken, rechnet allerdings nicht damit wie schnell das Stück Pressspan aus der Resterampe vom Baumarkt im freien vermodert.
    Ein Jahr später hat er das Cachen aufgegeben und sein Cache gehört zu der großen Mehrheit von Caches die nie weggeräumt werden sondern die von einem Reviewer archiviert werden weil sich niemand darum kümmert.

    Jetzt wartet da unter einer dünnen Schicht Laub über einem vermodernden Deckel ein schöner großer Hohlraum auf den ersten der ahnungslos drauftritt.

    Wer schon mal in ein solches Loch getreten ist findet solche Verstecke nicht lustig.
    Für eine ordentliche Verletzung muss es nicht mal ein so tiefes Loch sein. Der beliebte eingegrabene Farbeimer reicht da schon aus, insbesondere wenn es mal wieder jemand nicht geschafft hat den Deckel korrekt zu schließen.

  17. 5

    Wobei man sagen muss: Solange nicht-rostende Schrauben verwendet werden, ist es für den Baum relativ unproblematisch, SOLANGE die Schrauben am Ende auch wieder rausgedreht werden, sonst kann es für die Holzverarbeitende Industrie doch zu ziemlichen Problemen führen.

    Aber grundsätzlich: Dose archivieren bei Baumschraubereien geht absolut in Ordnung, wie ich finde! (Wer baut seinen Cache auch komplett zurück, wenn er mal keinen Bock mehr auf die Dose hat?)

  18. 4

    Beim Pfiffikus wurde ausgiebig geschraubt. Daher wurde direkt archiviert.

  19. 3

    @eigengott: Vielen Dank für die Hintergrundinfos. :-)
    Hattest du bei Pfiffikus 1000 auch erst Kontakt mit der Sockenpuppe dem Owner? Aus dem Archive-Log geht das leider nicht hervor. Das wäre noch eine Info gewesen, die das „Ich mach ungefragt dicht“ bei manchen erst gar nicht hätte aufkeimen lassen. ;-)

  20. 2

    Ergänzend ist zu bemerken, das es wegen vergrabenen/eingelassenen Caches in verschiedenen Ländern zu Problemen gekommen ist, auch in Deutschland.

  21. 1

    Zur Info: Caches für die gegraben wurde werden von mir nicht direkt archiviert. In solchen Fällen wird das Listing deaktiviert und der Owner um Nachbesserung gebeten. Erst wenn darauf hin keine bzw. keine brauchbare Reaktion kommt geht es in’s Archiv.

    Bei dem im Artikelanfang genannten Cache wurde vorher per Mail mit den Ownern kommuniziert und um Änderung gebeten. Die Reaktion war sehr negativ, daraufhin habe ich das Listing selber archiviert. Das war ein eindeutig ein Fehler, ich hätte da besser ein NA geschrieben und es dem lokalen Reviewer überlassen.

    Nach der Archivierung ging der Fall zu Appeals. Auch von dort wurde angeboten, dass das Listing unarchiviert werden kann, wenn ein anderes Versteck gewählt wird. Letztlich haben die Owner ein neues Versteck gewählt und dafür (aus mir unbekannten Gründen) ein neues Listing eingereicht statt das alte aus dem Archiv holen zu lassen: GC2C7GH.

    Anders sieht es bei Sachbeschädigungen aus, die nicht mehr restlos rückgängig gemacht werden können: Schrauben/Nägel in Bäume, Äste/Bäume absägen, Farbe sprühen, Einbetonieren und ähnliches. Die gehen direkt in’s Archiv, da ich keine realistische Nachbesserungsmöglichkeit sehe.

    Mir ist bewusst, dass nicht jeder Geocacher diese Verfahrensweise nachvollziehen kann. Letztlich können wir Geocacher aber nicht über fremder Leute Eigentum entscheiden. Ich empfehle daher sich mal zu informieren, was Grundbesitzer- und Waldbauernverbände über solche Sachbeschädigungen denken und welche Konsequenzen für das Geocaching sie fordern.