GeoTours – die* buchen, wir** fluchen

Schon vor geraumer Zeit hat die Tourismusbranche entdeckt, dass man lediglich ein paar Döschen an die Fremdenverkehrsangel hängen muss, damit die Geocacher anbeissen. Ich wüsste nicht, dass man mit mehr Würmern am Haken auch mehr Fische angeln kann… aber Geocacher ticken ja bekanntlich etwas anders.
Es soll schon vorgekommen sein, dass eine Gemeinde zuerst die Geocacher aus dem Dorf wirft, im Nachhinein die ungeahnten Möglichkeiten entdeckt und der vermutlich noch immer wenig begeisterten Jägerschaft gegen bares Geld neue Döschen vor den Latz knallt. Selbst manch ein cachender Blogger schreckt nicht davor zurück, für etwas Tünnes einen Verweis auf irgendwelche Seiten zu setzen, die mit den Cachern unter dem Strich nur irgendwelche Kassen füllen wollen.

Wenn Sie darüber auf Ihrem Blog http://www.jr849.de einen kurzen Artikel schreiben und einen Verweis zu unserer Seite einfügen, erhalten Sie von mir als Dankeschön ein Caching Set (Behälter 470 ml, Logbuch, Aufkleber, Bleistift, 10 Coins).

Quelle: Mail von irgendeiner Ostsee-Nordsee-Tourismus-Tante

Respekt! Die gute Frau hat es tatsächlich geschafft, dass sich einige Blogger vor den Tourismuskarren haben spannen lassen. :roll:

Spätestens wenn dann mal wieder eine Werbekampagne die gc.com-Community erschüttert und manche sogar wegen diesen und anderen Dingen der Plattform den Rücken kehren, spätestens dann hört liest man vermutlich in genau diesen Blogs wieder, wie böse der Kommerz doch ist… Jaja, manche Werbung ist halt einfach anders.

Während im Bereich des Tourismus Geocaching langsam aber sicher zum Modetrend kursiert und sich manche Blogger mit Kooperationsbannern scheinbar gegenseitig überbieten wollen, möchte Groundspeak natürlich auch ein dickes Stück vom Kuchen abhaben. Schließlich weiß man in Seattle genau was Geocacher wollen. :girl:
Neben dem Verkauf von Werbeflächen gibt es auf gc.com im Bereich der Partnerschaftsmöglichkeiten auch den Bereich „Travel and GeoTourism„.

Travel and GeoTourism

We invite you, travel and tourism professionals, to explore the drawing power of a custom-crafted GeoTour. It’s easy to put your destination on the map for millions to discover.

Interested? Geocaching.com will help you create a GeoTour that engages the geocaching community. Email us with your destination, timeline, and what rewards your travelers might receive. We’ll get the ball rolling to bring geocachers to explore your destination.

Quelle: gc.com

Wie man in einem kürzlich gehaltenen Vortrag zum Thema „Geocaching im Tourismus“ erfährt, liegen die Einstiegskosten bei 3000 US-Dollar (siehe Seite 71 im Vortrag) – Ob man dafür wohl mehr als eine Dose bekommt? :-? Vielleicht gibt es ja auch einen Mengen- oder Powertrail-Rabatt…
Ich kann nur hoffen, dass sich die Interessenten nicht das dazugehörige Video auf der „Travel and GeoTourism“-Seite anschauen.

Denn dort würde der Reise- und Tourismusexperte erfahren, dass es ganz und gar nicht auf Qualität, sondern lediglich auf Quantität ankommt.
Einen Geocache der gehobeneren Ausstattung (nett gemacht, mehr als nur ein Regular unter einem Hasengrill, keine Pissecke) vs. ein Dutzend*** Filmdosen (Art und Location völlig egal) für das gleiche Geld – die Anzahl Logs und damit die Anzahl der möglichen Tourismusgäste sprechen Bände.
GeoTours – die* buchen, wir** fluchen… powered by gc.com :ugly:

* Die nach Touristen gierenden Städte und Gemeinden
** Geocacher, die mit der zunehmenden Kommerzialisierung auf Kriegsfuß stehen
*** Selbst das reißt heute keinen mehr vom Hocker – der Statistiker braucht MEHR!
Vielen Dank an Steingesicht für den Tip zu „Travel and GeoTourism“

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Datum: Donnerstag, 29. November 2012 7:04
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2 Kommentare

  1. 2

    Eigentlich schalte ich Sockenpuppen-Kommentare ja nicht frei… nach Rücksprache mit einem Blogger, der kritisch an der Werbeaktion teilgenommen hat, kann ich den Inhalt aber bestätigen.
    Die 10 Coins waren lediglich 10 Cacher-Gold Münzen (sprich Plastikgeraffel zum Traden). Hier wurde das Geocaching Starter-Set small verschenkt. 6,99 Euro für einen Werbelink… ist ja echt ein Schnäppchen. :lachtot:

  2. ein auf den Leim GegangenerNo Gravatar
    Donnerstag, 29. November 2012 12:53
    1

    Genau dieser Ostsee-Nordsee-Tourismustante bin ich auf den Leim gegangen. Traue aber nicht, mich zu outen – daher dieser Beitrag nur anonym. Ist mir eben zu peinlich.

    Dennoch finde ich, dass alle wissen sollten, dass mit den „10 Coins“, die ja das eigentliche Lockmittel darstellten (jedenfalls für mich), nur 10 olle goldene, runde Plastikchips gemeint sind, nicht etwa Geocoins oder gar die eigentlich von mir erwarteten Trackables.

    Tcha, selbst Schuld, wenn man auf sowas reinfällt. Ich hab mein Lehrgeld jedenfalls bezahlt (oder nicht bekommen – je nachdem)…