Geocaching und Selbstüberschätzung…

Impossibile… ist eine ungesunde Mischung. Im Normalfall kommt man nicht auf die Idee bei Nacht, Regenwetter und mit beinahe leerem Handyakku eine größere Tour im Allgäu zu unternehmen. Letztendlich haben diese zwei Kandidaten etwas daraus gelernt und werden es hoffentlich nicht so schnell vergessen.

Unbedeutender Aufstieg? Bei heftigen Regenfällen war das eine Qual da hoch zu kommen! Total am Ende unserer Kräfte und klitschnass, konnte dieser Cache als letzter des Tages geloggt werden, und wir beschlossen die Tour abzubrechen. Bei der Heuhütte angekommen stellten wir uns erstmal unter, und überlegten wie wir weitermachen sollten. Es half alles Nichts, man kann nicht noch Stundenlang mit klitschnasser Kleidung, bei ca 10 Grad ewig weiterlaufen! So versuchten wir auf schnellstem Wege zurück zum Auto zu kommen. Bzw erstmal in das nächste Dorf oder Landstrasse, und dann mit Taxi oder sonstwas zurück zum Auto. Leider führten alle Wege irgendwie ins Nichts, das GPS hatte keine Wege mehr eingezeichnet, wir liefen mehr oder weniger im Kreis. Dann waren es irgendwann noch 700 Meter bis zur Landstrasse, der Weg hörte wieder auf, und versuchten die restlichen Meter querfeldein zu nehmen. Plötzlich ging es immer steiler runter, es tat sich eine Schlucht vor uns auf. Wir gingen immer weiter, bis es dann weder weiter runter, noch wieder zurück hoch ging. Am Ende meiner Kräfte, total nass und frierend brach ich zusammen. Gut das B. einen kühlen Kopf bewahrte, und auch körperlich „besser gebaut“ ist. Drei Dinge retteten uns das Leben: Erstens das hier erstaunlicherweise Handyempfang da war, einem Handy ging der Saft aus, das andere hatte noch einen Strich Akku, zweitens das ich meinen Schlafsack noch dabei hatte, drittens das die Bergwacht zumindest etwas mit GPS Koordinaten anfangen konnte. Nach Stundenlangem Warten, was die Hölle auf Erden war, kam endlich die Bergwacht. Mit blauen Händen und mit letzter Kraft, die Gedanken nur noch ans Überleben fixiert, zogen wir uns an Seilen wieder hoch. Dann erwartete uns der Krankenwagen, und wir kamen ins Krankenhaus. Nach einiger Zeit im Warmen, ging es uns wieder besser. Die Temperaturmessung war im grünen Bereich, genauso wie der Blutdruck. Sie wollten uns zwar da behalten, aber wir fühlten uns gut, und verliessen bald das Krankenhaus. In diesem Tal sind schon einige Wanderer verstorben, und es soll das kälteste Tal Deutschlands sein, erfuhren wir vom Oberarzt. Die Taxifahrt zurück zum Wanderparkplatz war die teuerste meines Lebens. Aber was ist Geld schon wert, es gibt wichtigeres… Wie dumm konnten wir nur sein… Das war uns eine Lehre, die wir nie vergessen werden….
Sorry, hat eigentlich gar nichts mit dem Cache mehr zu tun. Eine Warnung an Alle, das man nie Das Wetter und die Natur unterschätzen darf….

Quelle: Geoclub-Forum
Besonnenheit und Gewissenhaftigkeit sollten angesichts eines Geocaches bzw. eines Punkts nicht in den Hintergrund gestellt werden. Es lohnt sich nicht, wegen einer Tupperdose sein Leben zu riskieren. :nein:

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Datum: Dienstag, 17. August 2010 11:37
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9 Kommentare

  1. 9

    Das erinnert mich an das erste Log vom GC1J58N auf Mallorca.
    Es gibt scheinbar wirklich viele Leute die sich selbst überschätzen oder eine Tour nicht richtig planen, oder einfach nicht abbrechen wollen.
    Aber solche Leute gibt es nicht nur bei den Geocachern, sondern auch bei den „normalen“ Wanderern. Und ganz schlimm wird es, wenn sie auch noch andere gefährden. Wie zum Beispiel Wanderführer, die die geführte Tour selbst nicht kennen und mit einer Gruppe Kinder geradewegs ins Gewitter laufen :wallbash:

    Also :zensur: gibt es überall.

  2. 8

    also ganz ehrlich wir hams überlebt! Wir wurden weder krank noch sonst was ;) ich will an die Tour eigentlich gar nicht mehr zurückdenken!
    wären wir mehr personen gewesen als nur zu zweit, hätten wir uns nicht für den weg querfeldein entschieden, Aber uns war klar das wir was machen mussten um irgendwie aus dem wald zu kommen und zurücklaufen hat mit dem Bergrettungsdienst 15 – 20 minuten Fahrt gekostet mit ca. 30 km/h durchschnittlich) wir wären also wirklich anders nicht da raus gekommen und eigentlich sind wir ja nur schildern hinterhergelaufen. Apropos von unten, die Bergwacht konnte „nichts“ mit Koordinaten anfangen das war der Rettungsdienst, da ich der Bergwacht den weg noch erklären musste wie wir gegangen sind…

    noch anzufügen das Kältestet Tal nennt man dort auch Todesschlucht! Witzig wars trotzdem. :XD: :DX:

    Liebe Grüße
    Baschdi 8)

    Es war nicht eine Tupperdose, wir sind am Abend bei super Wetter losgezogen und haben vor der Jägerhütte genächtigt unn um 6 simmer wieder weiter bis um halb 11 angefangen hat zu SCHÜTTEN! :mrgreen:

  3. 7

    @MightyChris: Ich gehe mal davon aus, dass du mit „ohne Kondition“ nicht mich meinst. O_o Ich bin kein Extremsportler, aber als unsportlich würde ich mich jetzt auch nicht bezeichnen. ;)

  4. 6

    Sagt der der für ne Dose 2800 Meter ohne Kondition auf nen Bretterverschlag aufsteigt O_o

    * :lol: *

  5. 5

    Der eigentlich Fehler ist meiner Meinung nach auch, das sie den Weg verlassen haben. Sich verlaufen kann passieren und wann man dann an seine Grenzen kommt ist abzusehen. Ist aber noch keine Selbstüberschätzung.
    Gut finde ich aber, das sie sich nicht schämen und das Erlebnis online stellen. So kann man wenigstens aus den Fehlern anderer lernen.

  6. 4

    Es ist aber auch schwer einzuschätzen, wie solch eine Tour verläuft. Wenn man extra anreist, kennt man sich schon mit dem Wetter nicht so aus. Wie sieht das Gelände aus und wie schwierig wird es wirklich werden? Für mich ist es z.B. sehr schwierig, von den Beschreibungen des Owners auf den tatsächlichen Schwierigkeitsgrat der Tour zu schließen. Als Info gibt es ein ca. 28 km lang mit unbedeutenden Anstiegen, Terrain niemals über 1,5. Keine Angabe von Höhenmetern oder Zeitbedarf. Wenn man jetzt den Owner nicht kennt bzw. einschätzen kann, dann ist man relativ ratlos. Mir hätte das sicher auch passieren können. Und ich bin fast sicher: vielen anderen auch. Eine Ketten von unglücklichen Umständen.

    Die Frage ist auch, an welcher Stelle habe sie den Fehler gemacht? Wenn man sich die ganzen Logs anschaut, dann sind sie nicht nachts an diese Stelle gekommen, sondern sind in die Dunkelheit gelaufen und haben dann bei #3 übernachtet. Am nächsten Tag sind sie dann weiter. Und da kam dann der Regen. Ich habe das auch schon einmal in den Bergen erlebt: Gewitter von einem Moment auf den anderen, Blitzeinschlag keine 30 m entfernt, Temperatursturz weit über 15° C, Kleider doppelt so schwer zu beginn.

    Ich denke, außer der Abkürzung, kann man ihnen eigentlich keinen Vorwurf machen. Glück im Unglück gehabt. Und natürlich einen Dank an die Helfer.

  7. 3

    @SickRon, vor 15 Jahren gab es die Technik noch nicht, die sie in die Situation gebracht hat, bzw. sie wurde noch nicht dafür missbraucht. :)

    Hoffentlich eine Warnung für alle, die gerne mal etwas mehr für eine Tupperdose riskieren. Ich warte ja die ganze Zeit schon drauf, dass die Presse mal von einem abgestürzten T5er berichtet.

    M.

  8. 2

    Wir waren da sogar ganz in der Nähe, sind aber lieber durchs Harprechtser Moos gewandert als uns die Aufstiege hochzuquälen ;-)

    F.

  9. 1

    Ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich auch verstanden haben, wieviel Glück sie hatten. Vor 15 Jahren wäre es wohl wirklich um Leben und Tod gegangen. Die Technik (und nur deren Kombination mit GPS und Handy) hat ihnen das Leben gerettet. Und wir sollten es wirklich schätzen, dass es so etwas wie die Bergwacht gibt, auch wenn man sie hoffentlich niemals in Anspruch nehmen muss.