Zollern-Alb Kurier setzt auf Praktikanten…

… und verschafft sich damit vermutlich einen der Treppchen-Plätze bei meinem Jahresrückblick 2011 in der Kategorie „Dreckig Ahnung“.
Mit Zeitungsartikeln zum Thema Geocaching haben bereits unzählige Journalisten, die entweder den Beruf im zweiten Bildungsweg erlernt oder den Job Dank Vitamin B bekommen haben, sich selbst eine Art Armutszeugnis in Sachen journalistischer Recherche ausgestellt. Der Zollern-Alb Kurier ist hier, zumindest im Fall der Jugendplattform zakoo, den renommierten Schmierblättern Zeitungen / Onlineausgaben einen großen Schritt voraus. Warum für Journalisten unnötig Geld ausgeben, wenn Praktikanten dies für ein „Appel und ein Ei“ in gleicher Qualität abliefern können. Eine Korrektur der von Praktikantenhand geschriebenen Artikel ist auch nicht mehr nötig, man würde ja sowieso keinen Unterschied sehen können. Was ein 15-jähriger (?) Schüler in Sachen Recherche von den Mitarbeitern des Zollern-Alb Kuriers lernen kann… ich versuche es mal in eigenen Worten zusammenzufassen.

Geocaching gibt es seit 1854 und wird meist in Vereinen gespielt. Hierzu platziert eine beliebige Person verschiedene Schätze, wie Süßigkeiten, DVDs, CDs oder Bücher in einem speziellen Geocachingbehälter, dem sog. Cache, versteckt diesen dann in Stadt oder Wald und veröffentlicht die Koordinaten im Internet. Dem Erstfinder gehört der Inhalt, der dann wiederum einige Schätze im Cache platziert und diesen erneut versteckt, wobei er ebenfalls die neuen Koordinaten ins Internet stellt. Damit beginnt das Spiel wieder von Neuem. Zwingend erforderlich für die Teilnahme am Spiel ist ein GPS, Profis setzen aber auch auf spezielle Softwarelösungen. Der Verein Wanderrabe*, auf dessen Webseite Interessierte Infos zum Geocaching bekommen (?), hat schon viele Schätze im Zollernalbkreis entdeckt und ist damit eine gute Anlaufstelle für Anfänger. Unter dem Strich bleibt die Frage, ob sich diese Schatzsuche im Zollernalbkreis durchsetzen wird, aber vielleicht wird es ja „durch einige Neuerungen noch zu einer beliebten Alltagsabwechslung“. **
Quelle: zakoo.de***

Vielen Dank an Mario Simmberg für diesen interessanten, wie erheiternden Artikel, welcher einer Art Parodie der heutzutage scheinbar üblichen Form journalistischer Recherche gleicht. Vom Druck- und Verlagshaus Hermann Daniel GmbH, bzw. den Redakteuren von Zakoo, der Jugendplattform des Zollern-Alb Kuriers, würde ich mir wünschen, dass Artikel jedweder Art auf Korrektheit geprüft werden, bevor sie auf die Leser der jungen Generation losgelassen werden. Ich denke das sollte auch ohne gelebten Pressekodex, rein mit ein wenig Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Lesern möglich sein, oder? :-?

* Hat mit dem gleichnamigen Account Wanderrabe auf gc.com nichts zu tun!

** Der kursiv geschriebene Text entspricht einer Zusammenfassung des Originalartikels auf zakoo.de und ist in etwa genauso korrekt, wie die ersten Aussagen Guttenbergs zu den Plagiatsvorwürfen.

*** Der Artikel wurde mittlerweile entfernt, Google vergisst aber nicht so schnell.

Via Schwabencaching

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Datum: Sonntag, 5. Juni 2011 18:31
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18 Kommentare

  1. Jörg (DWJ_Bund)No Gravatar
    Samstag, 11. Juni 2011 13:21
    18

    …es bestätigt sich, dass ein Teil der journalistischen (?) Gilde wohl nur noch aus Praktikanten, 1-Euro-Jobbern oder völlig unterbelich.. äh unterbezahlten freien Mitarbeitern besteht.

    Und solange BLÖD-Zeitung & Co. in nennenswerter Zahl weiterhin gekauft werden, warum sollte man ein solches Verlags-„Erfolgs“-Konzept ändern? Bringt doch offenbar genügend Geld für die Herausgeber – nicht die Angestellten – ein.

    Interessanterweise ruft auch fast keiner der Journalisten mehr bei uns im Büro an, um Fakten oder Infos zu erfahren, wie noch vor einem Jahr.

    Die ganzen Zeitungsmeldungen und Medienberichte entstehen offenbar durch reines Abschreiben älterer Quellen. Selbst Zitate von mir werden irgendwo abgekupfert bzw. fast schon frei erfunden! Das hätte ich vor zwei drei Jahren von Medien nie für möglich gehalten.

    Im Umkehrschluss heißt das, dass auch bei jeglichen anderen Themengebieten davon auszugehen ist, dass viel erfunden und abgeschrieben wird.

    Bedeutet: Wir wissen eigentlich so gut wie gar nichts über tatsächliche Ereignisse („die Wahrheit“ ™).

    Traurig! Einfach nur Traurig!

  2. 17

    Vielleicht sollte ich ja doch den ersten Geocaching-Verein im Zollernalbkreis gründen, um den vielversprechenden Journalisten-Nachwuchs nicht Lügen zu strafen?

    Mitgliedsanträge und Bewerbungen für Vorstandsposten sind willkommen ;-)

  3. 16

    :o :irre: Unfassbar!!! Nein, Geocaching wird sich niemals im Zollernalbkreis durchsetzen, es gibt schließlich noch keinen einzigen Geocaching-Verein hier *lol*… und ohne Verein gibt es auch keine Schatzdosen die von einer Koordinate zur anderen wandern, ist doch logisch, oder?! :lachtot: 1854 wurde ja extra für dieses Spiel der erste GPS-Satellit ins All geschossen… ich glaube mit Pfeil und Bogen oder wars mit der dicken Berta? Aber ich freue mich wieder auf die nächste Dose, wenn ich Erster bin darf ich ja jetzt den Inhalt behalten :doh:

  4. 15

    :bravo: :lachtot: :bravo:

  5. 14

    Ich schmeiß mich weg… Genau so etwas habe ich heute gebraucht! Einfach klasse! :ugly: :lachtot: 8O

    Am besten finde ich den Teil, indem der „Journalist“ folgende Zeile von sich gibt: „Letztendlich bleibt jedoch fraglich, ob sich die elektronische Schnitzeljagd wirklich im Zollernalbreis und der Region durchsetzen kann.“

    Ich glaube, ich werde den Abend durchlachen… :mrgreen:

  6. 13

    „Sie wird oft in Vereinen gespielt“
    Jäger? Wanderer? Ein Geocaching e.V. jedenfalls nicht …

    „Professionelle Geocacher verwenden jedoch oft auch spezielle Softwarelösungen.“
    Ok, nun mal raus damit: Wer von Euch verdient schon sein Geld mit Geocaching?

    „Vielen fehlt es an Zeit, Interesse und Wille einen Cache zu finden“
    Und das ist auch gut so.

    Ansonsten kann ich nur zustimmen, daß der Artikel sehr schlecht recherchiert wurde und sehr viel Meinung / Interpretation des Autors beinhaltet. Dennoch würde es auch uns besser zu Gesicht stehen, wenn wir gerade wenn es sich denn wirklich um einen Praktikanen handelt hier nicht gleich solch überzogenen Kommentare abgeben würden sondern mit etwas mehr Zurückhaltung auf die Defizite aufmerksam machen würden statt blind draufzuhauen. Was ist denn hier schon schlimmes passiert wegen so ein paar Zeilen Text …

  7. 12

    hehehihihohohohuhuhu…
    das ist ja eigentlich zu lustig um wahr zu sein… :lol:

    danke für den neuen link zum text…

    –>
    „Es bleibt abzuwarten, ob sich Geocaching vielleicht mit fortgeschrittener Zeit und durch einige Neuerungen noch zu einer beliebten Alltagsabwechslung entwickelt.“ :doh: :-? :wallbash:

    bei fast 200.000 caches in deutschland ist der zug vermutlich abgefahren

    PS: sorry für die ganzen smilies aber bei der auswahl ist das zu verlockend ;-)

  8. 11

    So schlecht hat der gar nicht recherchiert. Der Gute hat lediglich Letterboxing und Geocaching verwechselt bzw. in unzulässiger Weise durcheinandergemixt.

    Viele Grüße
    Gerald

  9. 10

    Erschreckend finde ich die mangelhafte Recherche des Praktikanten.
    Ich meine, wenn der sowas in der Schule als Aufsatz abgegeben hätte, wäre da doch eine glatte 6 rausgekommen! Selbst wenn der Lehrer von GC keine Ahnung hätte – 1854, GPS & Internet vertragen sich irgendwie nicht.
    Oder möchte besagter Praktikant doch viel lieber im belletristischen Bereich arbeiten :P Dann wärs ne klasse Leistung! :ugly:

  10. 9

    1854? England? Geocaching?
    Wow und da haben die Russen und die Amis erst in den 60ern die ersten Menschen in’s All geschossen. :lachtot:

    Eine beliebige Person macht den Anfang und platziert verschiedene „Schätze“, zum Beispiel Süßigkeiten, DVDs, CDs oder Bücher, in einem „Cache“. Diese sind spezielle Geocachingbehälter, in denen Schätze für die Teilnehmer verborgen liegen. Anschließend versteckt die Person den Cache an einer beliebigen Stelle, zum Beispiel im Wald oder in der Stadt. Letztendlich stellt er die Koordinaten des Caches ins Internet.

    Fortan kann das Spiel beginnen. Wenn ein Geocacher die Koordinaten im Internet sieht, kann er sich mithilfe eines GPS-Gerätes auf die Suche nach dem versteckten Cache machen. Der erste Geocacher, der den versteckten Schatz findet, darf den Inhalt des Caches sein Eigen nennen. Anschließend platziert der Finder wiederum einige Schätze im Cache und versteckt diesen erneut. Wieder stellt er die neuen Koordinaten ins Internet und das Spiel beginnt von Neuem.

    Mann Mann Mann, da hab ich das Spiel ja ganz falsch verstanden, ich hab die Döschen immer an Ort und Stelle gelassen. Den fehler werd ich in Zukunft nicht mehr machen versprochen.

    Mal sehen wom ich am Pfingstsonntag mit meinem Bruder beim Wandern bin. Ich glaube Blaubeuren war im Gespräch.
    Blautopf = Earthcache.
    Mal sehen ob ich den in’s Auto bring und wo ich den dann wieder verstecke. Hier im Remstal würd der sich bestimmt auch gut machen. :doh:

  11. 8

    @42Cacher,
    ich würde den Posten des Platzwartes übernehmen. :D

  12. 7

    Wow, das ging aber schnell. :lachtot:
    Wer sich den Artikel trotzdem noch anschauen möchte, Google vergisst nicht so schnell.

    Vielen Dank an sagichnet für den Link, deinen Kommentar werde ich nicht freischalten, da ich auch bei Kommentaren nicht so auf Sockenpuppen stehe. ;-)

  13. 6

    Error 404! Man hat anscheinend schnell reagiert.

    Viele Grüße
    Gerald

  14. 5

    Ich gründe dann mal den 1. FTF Geocaching Esslingen, macht jemand mit? Vorstand, Kassenwart, Zeugwart, Blockwart, für jeden ist was dabei! :wallbash:

  15. 4

    :irre: , mehr fällt mir dazu wirklich nicht ein…

  16. 3

    „Lebra, Cholera, von der Alb ra“ – sorry aber der musste sein!!! :D

  17. 2

    Unglaublich…

  18. 1

    Ach was habe ich gelacht! 26 Tage früher hätte ich den Artikel verstanden, aber so ist das irgendwie ein Armutszeugnis, des Verlags, der Schule und derer die für die Einstufung der Schüler in Haupt-, Realschule und Gymnasium verantwortlich sind.

    :wallbash: :wallbash: