Loggen, loggen, wer ist doch egal!

Wenn Frösche auf Ärsche starrenWer im Logbuch steht, darf loggen – diese einfache Regel dürfte jedem Geocacher geläufig sein. Dabei ist es unerheblich wer den Namen ins Logbuch schreibt, denn wer weiß schon ob ich zu diesem Zeitpunkt wirklich daneben stehe oder zeitgleich ein paar Kilometer weiter an einer anderen Dose hocke und mich und den Namen des fleißigen Kollegen ins Logbuch schreibe?

Als „Not unusual – Nicht ungewöhnlich“ hat es Groundspeak vor nicht allzu langer Zeit bezeichnet, doch in Seattle wird erwartet, dass jedes Teammitglied, das den Cache loggt, auch persönlich an eben diesem war. Die Frage was Theorie und was praktischer Alltag ist, darf sich jeder selbst beantworten.
Es stellt sich die Frage wieviele der „statistikbegeisterten“ Geocacher bei einem solchen unmoralischen Angebot zuschlagen würden.

Geocaching in China, ein unmoralisches Angebot

Bildquelle: Facebook

Zugeschlagen hat in diesem Fall der Admin der Ich-lösche-Alles-Was-Mir-Nicht-Passt-Facebook-Gruppe und hat den potentiellen Minuskollegen auch noch hochkant rausgeworfen.
Selbstredend soll jeder cachen wie er möchte, wenn es aber um nicht ordentlich verdiente Gummipunkte und um die reine Bereicherung der Statistik geht, ist schnell Schluss mit der sonst so eisern hochgehaltenen Toleranz. Doch warum eigentlich? Ist der Beschiss immer noch nicht salonfähig, obwohl er von unzähligen Top- und „Möchtegern-Top“-Geocachern so offensichtlich und tagtäglich betrieben wird? Ist das Ende der Fahnenstange, wenn es um den Vergleich mit der eigenen, selbstredend überhaupt ganz und gar nicht frisierten Statistik geht, wirklich so schnell erreicht?

Vielleicht sollte man das Ganze gemäß dem Motto…

„Erst wenn jede noch so vehement verteidigte Statistik ad absurdum geführt wurde, kann man sich beim Geocaching wieder auf das Wesentliche konzentrieren.“

… sogar fördern, anstatt gnadenlos zu verteufeln.
Den statistikbegeisterten Geocacher mit dem China-Angebot findet man nun übrigens in der neuen Gruppe „Geocaching – Ich log dich, log du mich“. Vermutlich werden dort nicht viele beitreten, denn man könnte ja sonst als potentieller „Betrüger“ entlarvt werden – Ahaaa, der JR ist auch drin… Da schau mal an! Frei nach dem Motto „Ist der Ruf erst ruiniert, cacht sichs völlig ungeniert“ bräuchte man sich dann aber nicht einmal mehr zu verstecken, wenn man beim Dosenklopfen auf andere Geocacher trifft oder sich gar irgendwelche Ausreden aus den Fingern saugen, warum man mehr als einen Namen ins Logbuch gekritzelt hat, obwohl man offensichtlich gerade alleine durch den Wald streift.
Jeder soll cachen wie er möchte, oder? Schließt das dann aber nicht auch diejenigen ein, die einfach nur der Statistik fröhnen und nach eigenem Gusto nicht zwingend an jeder einzelnen Dose persönlich erscheinen müssen. Nicht? Dann sollte man sich aber eben jenen Spruch verkneifen wenn man diesen nur dazu benutzt um mal wieder die eigene Spielweise zu rechtfertigen – auch wenn das natürlich was gaaanz anderes ist – denn das hat im Grunde nichts mit Toleranz, sondern mehr mit Scheinheiligkeit zu tun.
Just my 0,02 Euro

PS: Vielleicht sollte man auch die Logs derjenigen, deren Namen man nicht im Logbuch findet, auch einfach online stehen lassen. Auf das die Statistik wirklich das wird, was sie hinter vorgehaltenen Händen* doch schon lange ist: Für den Arsch!

#MyStatsAreFakeToo

* Auch wenn diese Hände immer nur auf „Die Anderen“ zeigen.

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Datum: Montag, 9. Juli 2018 9:45
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12 Kommentare

  1. 12

    […] Wer ist doch egal […]

  2. 11

    LOG steht nicht für nichts für

    L..Lügen
    O..Ohne
    G..Grenzen

    Echt, wer es nötig hat. Mein Gott was interessiert mir anderen was für funde die haben.

    Lustig ist wenn du genau diese cacher fragt wie cool die handgemachte Spezialschloss doch war bei dem lügenlog und die voll ernst darauf einsteigen…. Ich lach mich immer kringelig wenn die nach enttarnung sich versuchen herauszureden.

    Wie auch immer ich Cache weil es mir Spaß macht. Aller andere ist mir persönlich schnuppe.

  3. 10

    @Lost-Wolf: Der Geoclub ist wohl trotz geringer Besucherzahlen noch das am meisten frequentierte Forum. Ein paar weitere Foren findest du hier, es dürften zwischenzeitlich aber einige Leichen in der Liste sein.

  4. 9

    Hatte das so halb mitbekommen gehabt.
    Mir persönlich geht es nicht um die Anzahl der Funde, die ich da stehen habe, sondern einfach um die Erfahrung des Cachens selbst.
    Was bringt es jetzt da 200,2000 oder 20000 Funde stehen zu haben?
    Die ersten 100-200 machen ja vielleicht Sinn um unterscheiden zu können, ob wer noch Anfänger ist aber danach….

    Jup, die Admins dieser fb Gruppen sind ein wenig, naja, selbstverliebt.
    Bin auch aus der owner Gruppe geflogen, weil ich meinen eigenen Beitrag gelöscht habe nachdem mir ein User mit seinen „ich bin etwas besseres; was ich sage ist richtig“ Kommentaren extrem auf den Sack ging.
    Löschgrund war, dass ich meine Beiträge nicht löschen darf… Er aber dann schon oder wie…
    By the way: Kann wer ein gutes (möglichst deutschsprachiges) Forum empfehlen, wo auch owner relevante Themen besprochen werden und wo etwas mehr los ist ala im offiziellen von groundspeak?

  5. 8

    Ich werde das wohl nie begreifen. Wem interessiert ernsthaft die Statistik anderer? 8O Klar schaut jeder mal ins Profil von Bekannten, aber wie arm ist man dran wenn man diese als Maßstab für sich selbst sieht… ehrlich ich begreife es immer noch nicht :lol:
    Das Spiel und seine Regeln legt jeder in der Grauzone ein Stück weit für sich selbst aus. Ist es verwerflich bei einem 0815 Powertrail, entfernt der Heimat, eine zerstörte oder verschwundene Dose durch zu loggen so man wenigstens vor Ort war?… ist es verwerflich einen Virtual zu loggen für welchen man alles erfüllt incl. das passende Foto, man diesen aber bereits vor seiner Cache-„Karriere“ (unbewusst) besucht hat, in einem fremden Land wo man u.U. nie wieder hin kommt? Jeder spielt das Spiel wie er möchte das finde ich nicht schlimm. Bei allem was über die Grauzone hinaus geht bescheißt sich eh jeder nur selbst, es gibt nichts zu gewinnen oder einen Lohn!
    Leider wird das Thema durch GS selbst noch befeuert… Friend League etc. Ich mag meine eigene Statistik, sie zeigt mir wo ich schon alles war, beinhaltet Bilder mit schönen Erlebnissen etc. vielleicht wäre es besser die Statistiken beizubehalten, aber eben öffentlich nicht darzustellen. Meinetwegen nur ein kleines „Sternsystem“ wenn man unbedingt eine grobe Einordnung beibehalten will. Das dürfte von GS allerdings kaum gewünscht sein. :pfeif:

  6. Cowboy of BottropNo Gravatar
    Montag, 9. Juli 2018 15:00
    7

    Als ich noch selbst aktiv gecacht habe, bekam ich eine PM auf Twitter. Ein Bekannter hat in meiner Homezone einen Cache geloggt und meinte, ich sei doch sicher auch schon da oben gewesen. Deshalb hat er mich einfach mal mit eingetragen. Den Online-Log habe ich mir aber verkniffen und bin auch später nie zu dieser Dose gegangen. War damals oben auf dem Tetraeder hier in Bottrop…

  7. 6

    Das Problem ist dann aber eher, dass man eine versaute Statistik als Problem ansieht. Es weiß wohl nur jeder selbst ob, wo und wie getrickst wurde um gut dazustehen. Am Ende ist aber nicht die Statistik, frisiert oder nicht, das Problem, sondern weil zu viele es mit eben dieser immer noch zu genau nehmen und sich darüber profilieren… in welcher Form auch immer und egal ob öffentlich im Profil, in Blogartikeln zum x-tausendsten Fund, auf Facebook & Co, still oder leise im heimischen Kämmerchen… natürlich vehement bestreitend eben dieses absichtlich zu tun.
    Aber jeder spielt das Spiel wie er möchte und soll es wegen mir auch tun… jeder. 😉

    Bei den Facebook-Regeln gebe ich dir allerdings Recht. Das Löschen von Beiträgen die nicht beleidigend oder anstößig sind, geht IMHO gar nicht.

  8. 5

    @JR „Problem“ im Sinne von „du versaust dir deine Statistik“. Zum Rest: Ich würde nur ein Mindestmaß an Moderation machen. Wenn beleidigt wird, Rassismus etc. Alles andere würde ich stehen lassen. Ich habe fast jahrzehntelange Erfahrung damit, das Meiste wird totdiskutiert und erledigt sich von selbst. Die Leute sind eher genervt, wenn das unterbunden wird.

  9. 4

    @Mark: Ich kann dabei kein Problem erkennen…
    Fragt sich nur warum man alles mit aller Härte unterbinden muss. Ist eine Facebook-Gruppe nicht dazu da, sich über alles unterhalten zu können? Und ich denke wirklich dass das Angebot ernst gemeint war.

  10. 3

    @JR Ich habe es für Ironie gehalten und für einen Trollversuch. Und sowas wird in der Gruppe natürlich sofort mit aller Härte unterbunden^^ Selbst wenn es wirklich ernst gemeint war: Was hat das mich zu kratzen, wenn du dich in einem Logbuch in China eintragen läßt? Da kann man dich auslachen, aber das Problem liegt auf deiner Seite, nicht auf meiner.

  11. 2

    @Mark:
    Wie kommst du darauf, dass das Posting nicht ernst gemeint war? :-? Glaubst du etwa nicht, dass dein Name in China in ein Logbuch eingetragen wird und du ein Bild von eben diesem Eintrag bekommst? Möchtest du es versuchen? Das Angebot wurde soeben in der oben verlinkten Gruppe noch einmal gemacht… ;)

  12. 1

    Genau. Jeder soll cachen wie er möchte. Mal davon abgesehen, daß das Posting eher nicht ernst gemeint war: Das ist so ein typisch deutsches Ding, daß man anderen nicht die Butter auf dem Brot gönnt. Wer mehr als X Funde hat (egal ob in X Jahren oder an einem Tag), der MUSS irgendwie „beschissen“ haben. Während man sich in anderen Ländern entweder um gar keine Statistik oder nur um seine eigene Statistik kümmert oder anderen „Anerkennung“ oder Respekt entgegenbringt, ist man hier per se ein Betrüger (der wen genau betrügt?). Wer damit leben kann, daß er „Funde“ in Ländern hat, die er noch nie besucht hat: Bitte. Für mich wäre das nichts.

    Ich halte es so – und kann es gar nicht oft genug wiederholen: Solange Geocaching kein Wettbewerb ist, ist es mir scheißegal, ob jemand 100000 „echte“ Funde oder 100 „falsche“ hat. Es ist einfach nicht meine Aufgabe, mich um andere zu kümmern. Jeder cacht statistiktechnisch für sich und nicht für oder gegen andere.