Den Fokus verloren?

FokusverlustKreativ, Innovativ, Motiviert, Effektiv, Proaktiv, Erfolgsorientiert, … es gibt verschiedene Adjektive mit denen man eine Geocaching-Plattform bezeichnen kann, doch sind diese auch wirklich zur Klassifizierung geeignet und liegt der Fokus überhaupt auf dem Geocaching an sich?

Zugegeben, dieser Artikel ist eher subjektiver Natur und basiert nicht auf einer grundlegenden Recherche mit abschließender Aus- und Bewertung hinsichtlich Kreativität und Innovation. Ebenso wenig werden hier Plattformen wie Terracaching, Extremcaching und die ganzen anderen Gruppierungen am Rand Geocaching-Universums betrachtet.
Allgemeiner Hinweis auf Gesundheitsgefahren: All diejenigen, denen die Halsschlagader schwillt wenn sie einen Spiegel vorgehalten bekommen oder Dinge kritisch hinterfragt werden, sollten vielleicht doch besser den Kanal wechseln und sich das weichgespülte Programm von Gleichgesinnten zu Gemüte führen. ;)

Geocaching ist schon lange kein geheimes Hobby mehr, wir sind mitten in der Massenbespaßung einer breiten Bevölkerungsschicht mit zunehmendem Geltungsdrang angekommen. Gefühlt jeder Zweite möchte auch mal Indiana Jones sein oder einfach mal ohne weitere Begründung im Dreck spielen dürfen, immer auf der Suche nach einem Abenteuer oder dem besonderen Kick. Dabei konzentriert sich die Masse hauptsächlich auf die Plattform geocaching.com, nur ein kleiner Teil auf opencaching.de und opencaching.com schließt demnächst vor lauter Langeweile seine Pforten – Garmin möchte wohl nicht länger das tote Pferd reiten, wir werden sehen ob der weltweit führende Hersteller von GPS-Geräten für den modernen Schatzsucher nun wieder bei Groundspeak zu Kreuze kriecht und dort (vielleicht) für Innovationen sorgt. Was Innovation betrifft ist bei Groundspeak gefühlt seit der Einführung des Wherigo* der Ofen aus. Seit damals war man in Seattle zwar kreativ, so wirklich durchdacht waren die Neuerungen aber nicht. Enger mit der Community arbeiten wollen (Stichwort Uservoice), die Stimmen abrupt abwürgen, lustig vor sich hin entwickeln, sinnfreie Dinge veröffentlichen, wieder in die Tonne kloppen, Bildchen malen, die „Kunden“ erneut mit ins Boot holen wollen, … was ist eigentlich aus „Du bist Teil dessen, was als nächstes bei Geocaching kommt“ geworden? Wie auch immer, gefühlt hat sich auf geocaching.com seit langem nicht mehr wirklich kreatives getan. Die Community hat/hatte zwar zum Teil gute Ideen, man bastelt aber lieber Souvenirs, kurbelt mit dem Verkauf von Geocaching-Tünnes den Umsatz an und spendiert zahlenden Kunden einen Chat, den bis dato keiner brauchte und den gefühlten Innovations-Stillstand beim Geocaching per se auch nicht wirklich ändern wird. Man wird mit einer neuen Suchfunktion beglückt, mit der man die Caches, die man wirklich suchen möchte, in der Masse trotzdem nicht findet**. Man setzt, ebenso subjektiv, eher auf Masse statt Klasse, das Kässchen muss klingeln – Geocaching in Germany ist so awesome, i’m so excited to be here. Selbstverständlich möchte man das Sinken der Qualität auf Nachfrage eigentlich nicht, weswegen es auch immer wieder Versuche gibt, dem Geocacher die Vorzüge von Qualität statt Quantität aufzuzeigen. Wirklich bremsend eingreifen möchte man in den Selbstläufer Geocaching im Massenspiralen-Modus allerdings nicht, schließlich müssen in Seattle rund 80 Familien, Tendenz steigend, ernährt werden. :2Cents:
Bei Opencaching (.de, nicht das tote ox-Pferd, dem man den Fangschuss setzen wird) wird zwar auch an der Plattform selbst geschraubt, es sind aber zum Teil auch innovative Dinge, die man hier in die Hand nimmt. Vermutlich wohlwissend, dass ein Chat oder Souvenirs dem Geocaching keinen Mehrwert bieten. Ob man letztendlich mit what3words wirklich etwas anfangen kann wird sich zeigen. Geräte von Garmin & Co werden mit dem Format auch in Zukunft nichts anfangen können, aber das war vermutlich auch nicht die Intention bei der Integration. Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass auf dieser und den vielen anderen, kleineren Plattformen das Geocaching noch gelebt und nicht vom Geocaching gelebt wird – und das bezieht sich nicht nur auf den Betreiber der Plattform.
Es stellt sich die Frage was ein Fokus auf Geocaching überhaupt sein soll. Sind Souvenirs und Massen-Events ein Fokus auf Geocaching? Sind drei Worte zur Bestimmung einer Position kreativ genug um Geocaching voranzutreiben? Wäre Geocaching Groundspeaking mit einem Nano-Icon wirklich besser?
Geocaching ist vermutlich im Grunde so etwas wie Fahrrad fahren. Das Prinzip ist seit Jahrhunderten unverändert, nur heute wird man von kleinen Motoren unterstützt, um sich am Berg nicht mehr anstrengen zu müssen. Die Suche nach der Tupperdose wird vermutlich auch noch in Jahrzehnten aus Tradis, Multis und Mysteries bestehen, es gibt vielleicht kleinere, wenig innovative Variationen und für die Groundspeaker vielleicht wirklich irgendwann tatsächlich einen virtuellen Wanderstock, an welchen man mit virtuellen Nägeln stolz seine Souvenirs klöppeln oder die Souvenir-Scherpe, die man personalisiert im Shop kaufen kann. Der Fokus liegt irgendwie schon eine Weile nicht mehr auf dem Geocaching selbst, sondern auf der peripheren Bespaßung in Form von virtuellen oder käuflich erwerbbaren Dingen – zumindest wenn man die Plattform Nr. 1 betrachtet. Von daher würde ich das Fragezeichen im Titel des Artikels gegen ein Ausrufezeichen tauschen und Groundspeak ohne groß darüber nachdenken zu müssen den Fokusverlust in Bezug auf Geocaching bescheinigen. Es ist allerdings die Frage, ob dieser Fokusverlust nicht auch von der Community gewünscht ist und man sich lieber mit Dingen rund um das Geocaching betüddeln lassen möchte, anstatt Geocaching in welcher Form auch immer voranzutreiben oder zu verbessern. Oder liegt es schlicht an der Tatsache, dass man zwar eine Stimme/Meinung besitzt, von Groundspeak aber aufgrund der Winzigkeit nicht erhört wird und sich daher lieber mit der Masse treiben lässt?

Ich für meinen Teil kann dem Groundspeaking immer weniger abgewinnen, es wird immer mehr zu einem Spiel, das nicht mehr das Meine ist. :| Vielleicht wird es Zeit mal etwas Neues auszuprobieren, fernab vom Mega-, Giga- und Höher-, Schneller-, Weiter-Wahnsinn, fernab von Listen mit Trackingnummern, fernab von Cachern, die sich mit ihrer Statistik selbst belügen, denen man 5 Schneckenhäuser für 7,50€ verkaufen kann, die Geocaching-Magazine sammeln, in Tarnklamotten „Krieg“ spielen, sich Signal aufs Shirt bügeln lassen, über den Kopf stülpen und über das Bett hängen, Geocaching-Socken, -Mützen und -Schlüpper tragen, sich Souvenir-Heftchen wünschen, die in Vereinen spielen und damit nichts bewirken wollen, die „Später mehr“ loggen, die beim Anblick von Icons und Souvenirs kein Viagra mehr brauchen, beim Spaten schütteln mit dem Verteter oder Chef der Plattform feuchte Augen bekommen, die der Geomüll nach der (Zwangs-)Archivierung einen Scheiß interessiert und ihr Gewissen mit CITOs beruhigen und diejenigen, die das unterstützen, fördern und diesen ganzen Mist auch noch als Geocaching bezeichnen… :verzweifelt:

Bleibt die Frage, ob es am Ende nicht „Pest oder Cholera?“ heißt.***

Fokusverlust

* Eigentlich auch ein totes Pferd, zumindest was die Entwicklung betrifft, die Community schwingt dafür aber zum Teil kräftig die Peitsche
** Idee „Von Geocachern für Geocacher“ am Ende von http://jr849.de/allgemein/wer-suchet-der-findet-nur-bedingt/
*** Dieser Artikel soll in überspitzter Form zum Nachdenken anregen, mehr nicht. Nur für den Fall, dass es nachher wieder heißt: „Aber das hat sich gaaaaaanz anders angehört!“

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Datum: Dienstag, 9. Juni 2015 11:39
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25 Kommentare

  1. 25

    […] für euch zu verbessern”-Politik. Siehe auch “User without a voice?“, “Den Fokus verloren?“, die Erneuerung der hohlen Floskel 2015 mit “Du bist Teil dessen, was als nächstes […]

  2. 24

    Und wieder ein Artikel, der als Grundvoraussetzung annimmt, dass die Leute in Seattle wissen, was sie machen. Weit gefehlt. Meines Erachtens setzt sich das Team aus zwei Teilen zusammen. Der erste Teil ist die alte Crew, die von Anfang dabei ist. Diese hat als einzige Maxime „have fun“. Grundvoraussetzung ist der feste Glaube daran, dass auf Grund der langen Zugehörigkeit die eigenen Interessen die der anderen sein müssen. Diese Gruppe hat nun, der Arbeit überdrüssig, die Idee gehabt, weitere Mitarbeiter einzustellen. Diese gehören zum zweiten Teil: Leute mit einer Ausbildung in Marketing oder Öffentlichkeitsarbeit, aber keiner Liebe zum Geocachen.

    Beide Gruppen zusammen stehen nun vor dem gleichen Problem, vor dem ich auch stehe: es gibt kein unbegrenztes Wachstum (was jeder in der Natur feststellen kann, aber vielen nicht klar ist). Im Falle von Geocaching bedeutet das:
    – es kann nicht beliebig viele Geocaches geben
    – es kann nicht beliebig viele Geocacher geben
    Deshalb müssen Umsätze in anderen Bereichen generiert werden. Deshalb der Nippes. Deshalb das aufwendige Marketing. Deshalb die großen Veranstaltungen.

    Am Ende wird Groundspeak untergehen. Nicht heute und nicht morgen. Aber langsam. Der Zähler der neuen Caches wächst trotz Powertrails langsamer (so meine Einschätzung) und Innovationen gibt es keine wirklichen (ok, das Messagingcenter, auf das ich gerne verzichtet hätte, da es nur Mehrarbeit bedeutet). Woher sollen sie auch kommen. Uservoice wurde umgehend abgeschaft. Wherigo wird nicht weiterentwickelt und die, welche es weiterentwickeln möchten, werden schon über Jahre vertröstet (vielleicht wirft der tote Gaul ja doch noch Geld ab :) ). Man sitzt in Seattle im eigenen Saft.

    Mir ist beim Lesen des Textes auch sofort der Vergleich mit Autos eingefallen. Das trifft die Sache sehr gut. Mit PS, Spoiler und Straßen. Und wie beim Auto auch, wird vergessen, was der eigentliche Zweck ist. Wie beim Cachen fängt man euphorisch an. Die Autos/Geocaches können nicht stark/überraschend/außergewöhnlich genug sein. Höher, weiter, schneller ist die Devise. Dann wird man älter und andere Werte zählen. Es muss bequemer sein und leichter zu handhaben. Und am Ende ist es ein notwendiges Übel um von A nach B zu kommen. Da ist JR849 wohl angekommen :D .

    Was mich noch freut, ist, dass es immer wieder einer aus der Gruppe der Neuen schafft, etwas sehenswertes Zustande zu bekommen. Hut ab vor soviel Energie. Und das ist die eigentliche Innovationskraft des Spieles: die hunderten von Ownern, die sich unentgeldlich angestrengt haben, etwas für uns zu machen. Danke an dieser Stelle :gott: . Groundspeak wird es mit seinen 80 Angestellten nicht schaffen, etwas umfassend Neues hervorzubringen.

  3. 23

    @Mystphi: Mit der Intro-App von Groundspeak kann man die Nachrichten aus dem Chat lesen und darauf antworten. ;-)

  4. 22

    Mystphi, das hiesse ja im logischen Umkehrschluss, dass alles, was mehr Aktionsmöglichkeiten bringt, “gute” Innovation sei?!

    Wie kommst Du denn auf den Unsinn. Dieser Umkehrschluss ist natürlich NICHT zulässig. Um es mathematisch zu formulieren: Wegfall von (anerkannter) Funktionalität ist eine hinreichende aber nicht notwendige Bedingung für schlechte Innovation. Gewinn von Funktionalität ist eine notwendige aber nicht hinreichende Bedingung für gute Innovation.

    Gruß
    Gerald

  5. 21

    Warum Klar oder Nickname? Einfach weil man damit zeigt das man auch zu seiner Meinung steht! Ich fand es schon immer befremdlich und wenig nützlich anonym zu posten weil sich letztlich zu oft zeigt das dann ganz anders geschrieben und argumentiert wird als unter eigenem Namen.

    Im Prinzip stammt Geocaching ja wirklich von der Schnitzeljagd ab und ja, es ging im Grundsatz um kilometerweit in der Natur laufen. Mit elitär hat das wenig bis gar nichts zu tun. Und warum sollte ich es mir ohne Gegenwehr gefallen lassen dass das Spiel völlig verändert wird? Der restliche Quark von distanzieren und abgrenzen sind für mich keine Argumente sondern schlicht falsche Unterstellungen. Und Phrasen finde ich eigentlich eher in deinem Text…

  6. 20

    Mir gefällt es, wenn auch noch verbesserungswürdig. Mit der App auch Smartphone kompatibel.

    Wie jetzt, App? Mit welcher App funktioniert denn der Messenger? Mit der Standard Groundspeak App jedenfalls nicht.

    Gruß
    Gerald

  7. 19

    Mystphi, das hiesse ja im logischen Umkehrschluss, dass alles, was mehr Aktionsmöglichkeiten bringt, „gute“ Innovation sei?!

    D-Buddi, du verstehst mich falsch. Ich fühle mich weder angegriffen, noch möchte ich jemanden angreifen. Ich „verstecke“ mich auch nicht in der Anonymität, ich sehe nur keinen Grund weshalb mein Klar- oder Nickname hier etwas zur Sache tun sollte. Ich verstehe die „Alten“, die gerne einsam kilometerweit in der Natur laufen möchten, um dann irgendwann eine wasserdichte Dose mit Logbuch und stark überschaubarer Vorloggeranzahl zu finden, also mehr eine „elitäre“ Art des Geocachens bevorzugen, ich kann aber auch verstehen, das in modernen Zeiten geocachen mehr als „Happening“ gespielt wird, mit Souvenirs, Megas, Gigas, Signalhochzeiten und dem ganzen Jahrmarktcharakter. Ich verstehe auch, das sich, um sich voneinander abzugrenzen, die eine Gruppe von der anderen distanzieren muss. Das gehört ja auch zur Gruppenidentität dazu, was meine Gruppe macht ist gut, was die andere macht falsch.
    Dabei bedauere ich aber, wenn solch eine Abgrenzung immer und immer wieder mit demselben Argumenten, Inhalten und „Phrasen“ geführt wird, wenn Kritik an der anderen Gruppe schon fast automatisiert erfolgt. Den Höhepunkt bieten dann immer Aussagen wie „soll doch jeder cachen wie er will“, kurz darauf wird dann aber doch das andere Cacheverhalten als falsch, verwerflich, lächerlich, widersprüchlich, was auch immer, hingestellt. Entweder hat man die Toleranz, das „jeder cachen soll, wie er will“, dann sollte man sich aber auch mit öffentlicher Wertung zurückhalten, oder man hat sie nicht. Dann raus mit dem Werten, Kleinmachen, zur Schau stellen, aber bitte ohne die unzutreffende Einleitung dazu.

  8. 18

    Ja, stimmt schon irgendwie.
    Auch, wenn ich kein „Alter Hase“ bin (hab erst 2010 angefangen), kann ich den Trend auch so erkennen. Teilweise habe ich ihn auch mitgemacht (Souvenirs sammeln) und auch wieder abgelegt. Auf einem Giga war ich noch nie, fehlt mir im Moment auch nicht. Vielleicht mache ich aber irgendwann mal eins mit, wer weiß.
    Bei dem neuen Message-Center bin ich aber anderer Meinung als viele andere. Mir gefällt es, wenn auch noch verbesserungswürdig. Mit der App auch Smartphone kompatibel. Bei meinem Zoo fällt die eine App mehr nicht mehr ins Gewicht.
    Und was sich andere oft wünschen (Nano Icon) wäre mir vollkommen egal.
    Mal schauen, wie das Innovationsrad noch o gedreht wird. Das gute ist ja, dass sich jeder sein Teil rausziehen kann.

  9. Clanfamily-MircoNo Gravatar
    Mittwoch, 10. Juni 2015 8:07
    17

    Hi,
    ich liebe ja die „Pingback“-Funktion der Blogs – so bekommen wir fleißig die News „frei Haus“ geliefert. Du bist ja in der Regel immer mit offenen Worten die den Punkt mal ordentlich definieren unterwegs; dafür Danke ich Dir! Als OC Member kann und möchte ich ein kurzes Statement zur Integration W3W abgeben.
    Zunächst haben auch wir überlegt, was können wir mal innovatives einbauen, das wir eben nicht bei G$ abschauen müssen. Aus unserem Team kam dann diese Idee zu W3W.
    Natürlich gibt es immer 2 Meinungen – gut oder nicht.
    Das die GPS Geräte dies nicht unterstützen ist klar; aber eben Smartphones und die gibt es nun bei jedem Cacher. Wer von uns hat nicht zahlreiche Apps mit Codetabellen und mehr installiert. Da kommt es auf eine mehr oder weniger nicht an. Ggfls. kann das auch ohne App per Webseite umgerechnet werden.
    Zur Verwendung: Bau so eine „Koordinate“ (Ortsbezeichnung) mal gedanklich in einen Multi ein. Oder Mystery-Fans suchen keine Zahlen mehr, sondern Worte.
    Also einfach mal „… anders …“ denken und einen ungewohnten Weg einschlagen.
    Die 3 Worte machen im übrigen, syntaktisch (selten) (k)einen Sinn!
    Ob ich nun 51° 11′ 51.824″ N 6° 48′ 10.724″ E oder “bewohnen.ausblicke.dortige“ angebe, macht keinen Unterschied im Ort, aber man kann sich das W3W einfach merken. In diesem Sinne… vergesst uns bei OC nicht – wir können viel programmieren, aber die Caches müssen die Cacher legen ;)
    PS: Die Ortsangabe bezieht sich auf unser OC HQ Event, am 01.08.2015 im Düsseldorfer Süd-Park – vielleicht trifft man sich ja dort ;)
    Grüße vom Niederrhein
    Clanfamily – Mirco

  10. 16

    du hattest wie immer Recht, hat nicht lange gedauert bis sich einer wieder angegriffen fühlt :roll: Ich gehöre da lieber zu den „Zerissenen“ die immerhin den Arsch in der Hose haben unter eigenem Namen zu schreiben :lol:

  11. 15

    Wie misst man nun, ob etwas gut ist oder nicht?

    Also wenn durch eine Verbesserung Veränderung bisher vorhandene Aktionsmöglichkeiten nicht mehr vorhanden sind, dann ist dies fast immer ein Zeichen für Verschlimmbesserung.

    Viele Grüße
    Gerald

  12. 14

    Ein Hoch auf die Zerrissenheit, die Zerrissenheit der alten Geocacher zwischen „früher war alles besser, geheimer, toller, alles Neue ist teuflisch und gehört verbrannt“ und „sinnvolle Innovationen müssen her, was sinnvoll ist weiss aber nur ich und sags nicht“.

    Neuerungen sind nicht immer gut, manchmal vielleicht, aber nicht immer. Und ob gut oder nicht, das weiss man erst, wenn man es probiert hat. Wie misst man nun, ob etwas gut ist oder nicht? Der steigende „Erfolg“ (Nutzerzahlen, Umsätze, Cachedichte etc) gibt Groundspeak mit dem, was sie tun und wie sie es tun doch scheinbar recht. Demgegenüber stehen die alten Geocacher in all ihrer Zerrissenheit und baden sich wieder und wieder in ihrem Zweckpessimismus…

  13. 13

    @DerSchnelleLinus: W3W sollte gar kein Licht erhalten, war nur ein Beispiel das mir persönlich als Gimmick auf oc.de gefällt, unabhängig vom Mehrwert. Hat zumindest mehr mit Geocaching zu tun als manches was bei Groundspeak umgesetzt wird. ;-)

  14. DerSchnelleLinusNo Gravatar
    Dienstag, 9. Juni 2015 21:20
    12

    IMHO gerät What3Words in dem sonst sehr guten Blogartikel in ein etwas falsches Licht. W3W hat ja erst mal so rein gar nichts mit Geocaching zu tun, die Intention der Erfinder war ja eine ganz ganz andere.
    Das oc.de das jetzt integriert hat ist bestenfalls ein Gimmick, eine Mehrwert, jetzt oder später, sehe ich da auch nicht.
    Was aber nichts daran ändert, dass die Grundidee hinter W3W IMHO seht gut ist – woran Geocaching auch nichts ändern wird ;-)

  15. 11

    @Trracer:
    Was genau findest Du an diesem Chat denn gut? Früher hat man mich per Mail kontaktiert. Da konnte ich alles sofort auf dem Smartphone lesen und auch sofort antworten. Eine Chatanfrage merke ich nur durch -ja man höre und staune- durch die entsprechende Mailbenachrichtigung. Echt innovativ! Um dann darauf zu antworten, muss ich mit dem Browser auf die Chatseite gehen, die zum einen nicht mit jedem Browser funktioniert (z.B. nicht mit meinem Standardbrowser) und wenn ja, dann sowas von beschissen zu bedienen ist, dass man die Krätze bekommt. Na ja, und zu guter Letzt kann man die Scheiße nicht mal extern archivieren (habe bisher meinen gesamt Mailverkehr mit Geocachern extern archiviert, war schon öfter hilfreich). Und nun sage mir bitte, was daran innovativ sein soll. Wenn ich chatten will, dann ist WhatsApp (oder für die Sicherheitslemminge Threema) eindeutig die bessere Wahl.

    Viele Grüße
    Gerald

  16. 10

    Bin bei Dir deswegen finde ich es ja wichtig, dass es ein paar Sprachrohre in der Szene gibt, die auch mal Kritik äußern denn nur dadurch kann man sich weiterentwicklen. Ich bin mir gar nicht mal so sicher, dass hier nicht die ein oder andere Anregung auch nach Seattle schwappt.
    Beschämend finde ich viel mehr, wenn man Probleme erkennt, diese aber nicht anspricht, nur weil man seinen Status nicht gefährden möchte. Das sind Duchmäuser und die haben wir ja nun wirklich genügend. :roll:

  17. 9

    @Traccer: Zum Chatten ist es sicher ganz nett, aber ich möchte nicht ständig eine schlecht bedienbare Seite laden müssen. Eine weitere App ist ebenfalls keine Alternative, ich würde das Ding gerne abschalten oder hätte als Absender gerne wie eigentlich üblich die korrekte E-Mailadresse oder eine, mit der meine Antwort automatisch in den Chat eingefügt wird.
    Die Masse möchte vermutlich nichts anderes, da könntest du Recht haben. Allerdings lähmt genau dieses Verhalten jegliche Innovation was über Souvenirs und Betüddel-Gedöns hinaus geht. 80 Leute könnten den Laden doch ordentlich rocken, heraus purzeln allerdings nur noch Souvenirs und andere wenig innovativen Dinge… das ist das was ich mit Fokusverlust meinte. ;-)

  18. 8

    Ich finde es mal wieder klasse geschrieben und schön auf den Punkt gebracht. Allerdings bin ich mir nach meinem Giga-Ausflug auch nicht mehr sicher ob die breite Masse überhaupt etwas Innovatives will. Letztendlich ist man bei GS der Masse verpflichtet, die hält die Plattform am Leben und bringt genügend Kohle rein. Die Masse möchte Tracking-Nummern und rennt gern mit grünen Plüschtieren durch die Gegend. Den Chat finde ich wirklich innovativ, wenn man Ihn weiter entwickelt und nicht einfach vor sich hindümpeln lässt. Ein Giga oder Megaevent hat auch nichts mit Geocachen zu tun, wenn man es aber sauber organisiert wie Xanten macht es Spaß, sofern man es schafft eine viel Zahl von komischen Leuten auszublenden. Letztendlich Geocaching ist das was man selber drausmacht und zum Glück ein individual Hobby, welches ich noch immer so ausüben kann wie ich möchte.

  19. 7

    @HHL: Nein, beispielsweise Caches im Wald, mit See und Aussicht, keine Bückorgie. Eine Suchfunktion völlig losgelöst von Namen und Favoritenpunkten, rein durch Vergabe von entsprechenden Tags. Siehe auch passender Link zum Artikel der neuen und verbesserten Suchfunktion – weiter unten ist es dort etwas genauer beschrieben. ;-)
    Danke für den Hinweis auf GSAK, ein brauchbares Feature! #ThumbsUp

  20. 6

    Man wird mit einer neuen Suchfunktion beglückt, mit der man die Caches, die man wirklich suchen möchte, in der Masse trotzdem nicht finde

    Das ist mir jetzt etwas zu allgemein. Welche Art von Caches findest Du denn mit der neuen Suche nicht? Alle Caches mit „Bunker“ im Namen in den Alpen? Da hätte ich was für dich (und Gerald):
    http://gsak.net/board/index.php?showtopic=29845&view=findpost&p=225144

    Zum Rest: d’accord :girl:

    Hans

  21. 5

    Was ich ätzend finde ist, dass es wirklich wichtigeres zu tun gibt bei GC als ein Video auf der Startseite, als das x-te Webseiten-Redisgn usw usw.
    Da gibt es im GC-Forum so viele gute Vorschläge, die ich direkt umsetzen würde, aber nein, stattdessen macht man lieber so ein Video und ein gewöhnungsbedüftiges Webseiten-Design…

  22. 4

    Die letzte für mich sinnvolle Änderung auf G$ war die Einführung von PQs along a route. Damit hatte ich eigentlich alles, was mein Herz begehrt. Seitdem lebe ich in ständiger Angst, dass G$ irgendwas von den Features, die ich nutze, entweder wegverbessert oder verschlimmbessert. Hier wäre beispielhaft die Umstellung der Keywordsuche von „contains“ auf „beginns with“ zu nennen. Klingt marginal, ist es aber überhaupt nicht. Ein paar Jahre später wird mir nun das alte Feature wieder im neuen Suchformular als sensationelle Neuerung präsentiert, nur mit dem Unterschied, dass es nur auf einen vorher eingegrenzten Ortsbereich wirkt. Wenn nun im nächsten Schritt das alte Suchformular ganz abgeschaltet wird, dann hat G$ faktisch (für mich) einen Rückschritt getan. Ich frage mich dann immer, warum machen die das? Gibt es für solche Schritte irgendeine Not?

    Viele Grüße
    Gerald

  23. 3

    Sehr schön geschrieben, das trifft es auch genau!
    Es ist halt wie beim Auto: der eine fährt den „normalwagen“, der nächste braucht den teifergelegten, den getunten, den mit dem größten Spoiler, mit dem tollsten Bild – und wieder andere fahren auch die Klapperkiste.
    Groundspeak will Geld verdienen, das ist Fakt – mit Dosen im Wald und der Veröffentlichung des Listings auf der Plattform reicht das halt nicht, deswegen wird halt das Marketing angekurbelt.
    So bekommt jeder aus der Masse halt wieder das was er will, der eine sucht das und der andere das.

    Wir selbst suchen ab und an schöne Dosen(-runden) – und nein, keine Powetrails!
    Wir sind (noch immer) zahlende Mitglieder weil wir 1. gefühlt damit die besseren/schöneren Runden finden und 2. auch PQs machen können (für Urlaube usw.).

    Das sind unsere Vorlieben. „Gut finden“ oder gar brauchen tun wir sonst eigentlich nichts weiteres, keine Souvenirs, weder virtuell noch physisch.
    Auf ein paar Megas waren auch wir, aber entweder weil es damals noch Spaß machte oder wir wussten, wer sie veranstaltet.

    geocaching ist halt Masse, da muss man eben die tiefergelegten (Statistik)Angeber & Co ignorieren und seine persönlichen Vorlieben heraussuchen und leben.

    Just my 2 ct…
    Albsucher und Steinbuch

  24. 2

    Hui, wirklich sehr schön auf den Punkt gebracht :bravo:

  25. 1

    Alles richtig soweit. Auch ich finde, dass Megas, Gigas, Bildchen für jeden Mist, PTs und so weiter in die falsche Richtung gehen. Aber lass sie doch machen. Das was ich von der Plattform erwarte (die Bereitstellung von Infos zu Caches, die meinen Vorlieben entsprechen), gibt es dort weiterhin. Man muss eben nur ein bisschen mehr danach suchen.

    Gruss,
    j