War früher wirklich alles besser?

Vorwort

„Früher war alles besser!“ – eine Aussage, die man immer wieder im Zusammenhang mit der Cachequalität liest oder hört und die in den meisten Fällen auf dem subjektiven Eindruck basiert. Größtenteils kommt diese Behauptung von Cachern, die das Hobby Geocaching schon eine Weile betreiben und in der Regel haben diese „Alt-Cacher“ schon viele unbekannte Orte entdeckt, mehr als nur eine Handvoll Dosen gefunden und schon nahezu jede erdenkliche Versteckart und kreative Dose gesehen. Es wundert also nicht, dass das zwanzigste Vogelhäuschen nichts mehr besonderes ist und auch die magnetische Hutmutter nur noch bedingt ein lächeln auf das Gesicht zaubern kann.
Es steht also eine Behauptung im Raum, die man so ohne Weiteres nicht belegen oder widerlegen kann… oder etwa doch?


Dieser Artikel dürfte vermutlich die Länge eines Otto-Normal-Artikels überschreiten, nicht zuletzt der Bilder wegen. Der Übersichtlichkeit halber gibt es ein Inhaltsverzeichnis, durch das man zu den einzelnen Kapiteln springen kann. Damit kann der geneigte Leser die für ihn relevanten Themen genauer betrachten und den Rest einfach übergehen.

Inhaltsverzeichnis

Hinweis

Aufgrund der Seitenbreite hier im Blog sind die meisten Grafiken verkleinert dargestellt. Diese lassen sich in den meisten Fällen allerdings mit einem Klick auf das Bild vergrößern und besitzen zum Teil auch noch zusätzliche Datenbeschriftungen, die man in der kleinen Version nicht mehr richtig erkennen könnte. ;-)
Sämtliche Prognosen für das Jahr 2013 basieren zu einem Drittel auf den Daten der Monate Januar – April 2013, welche für die Untersuchung ebenfalls vorlagen. Darüber hinaus habe ich die naive Prognose Typ 2 angewandt, die bis auf wenige Ausnahmen passable Ergebnisse lieferte. Die Ausnahmen sind hier im Artikel entsprechend gekennzeichnet und unterscheiden sich lediglich darin, dass die Tendenz des Vorjahres mit zwei Dritteln und die des Jahres davor mit einem Drittel in die Rechnung mit einfloss. Also quasi eine Self-made-Prognose Typ 3, welche bei den Cache-Veröffentlichungen und Cache-Archivierungen zum Einsatz kam. Auch wenn es bei der Betrachtung des Artikels vielleicht den Anschein haben mag, ich bin kein Statistiker, sondern lediglich Laie auf diesem Gebiet. Falls jemand Fehler entdecken sollte, ich bin für jeden Hinweis dankbar und ich lasse mich auch gerne eines besseren belehren. ;-)

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Woher kommen die Grunddaten?

Schon vor längerer Zeit bin ich über die Seite von Xylanthrop gestoßen, auf welcher es neben Listen neuer Caches für die einzelnen Bundesländer und vielen Umkreislisten auch eine Archivliste für die Bundesländer gibt. Da ich selbst keinen Datenbestand hinsichtlich archivierter Caches pflege, hatte ich spontan eine E-Mail abgeschickt und nach regem Austausch dann eine Liste aktiver und archivierter Caches erhalten, die nach kleinerer Bearbeitung bereit für GSAK war.
Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle. :-D
Caches im Umkreis von 50 Kilometern um Stuttgart, 5901 archivierte, 14005 aktive und 549 inaktive Caches. Neben Ballungsgebiete wie Stuttgart, Reutlingen, Heilbronn und Pforzheim werden auch ländlichere Gebiete wie der Welzheimer Wald, der Schönbuch, Teile vom Schwarzwald und das cachetechnisch weniger als Niemandsland anzusehende Gebiet in Richtung schwäbische Alb berücksichtigt.

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Bild 1: In der Auswertung betrachtetes Gebiet – Bildquelle: flopp-caching.de – Kartenbasis hier OSM

Ein erster Einblick zeigte schon, wie sich die Zahlen auf die Cachetypen verteilten.

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Bild 2: Status der verarbeiteten Caches

… damit konnte man definitiv etwas anfangen… auch wenn ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, wie das ausarten würde. :-D

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Vorüberlegung und GSAK mit angezogener Handbremse

Ziel der Untersuchung war es, etwas mehr über die Qualität der Caches im Wandel der Zeit zu erfahren. Leider wurde GC-Vote erst im Dezember 2008 eingeführt und die Favoritenpunkte von Groundspeak erblickten erst zwei Jahre danach die Welt. Mein Datensatz war aber schon vor der Ära der Cachebewertungen, ab etwa 2005, recht üppig. Das Einzige, was vor GC-Vote & Co wirklich aussagekräftig war, waren die Logs. Doch gerade die waren im Datensatz überhaupt nicht enthalten.
Mit einer älteren Installation von GSAK 8 mühte ich mich mit zwei zusätzlichen Accounts ab, um alle Logs der betreffenden Caches aus der groundspeakschen Datenbank zu quetschen. Mit geiselnder Wartezeit geschlagen, konnte ich manchmal nur die Logs von 50 Caches in einer nächtlicher Saugaktion herauskitzeln. Nach mehreren Wochen hatte ich dann die glorreiche Idee, dem GSAK ein Update zu gönnen und den Nag-Screen durch einen kleinen Obolus zu verbannen. Letzteres brachte nicht mehr Geschwindigkeit, das Update bewirkte aber wahre Wunder. Innerhalb von einer Nacht hatte ich sämtliche Logs der verbliebenen 10000 Caches auf dem Rechner. Insgesamt waren darunter 4,2 Millionen Logs vom Typ „Found it“, „Attended“ und „Webcam Photo Taken“

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Bild 3: Verlauf der Logzahlen über die Jahre

Wie man erkennen kann, steigt die Anzahl der Logs, bedingt durch die immer noch steigende Anzahl Geocacher, weiter an. Ebenso sieht es bei der Anzahl Logs pro Cache aus.

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Bild 4: Durchschnittliche Anzahl Logs pro Cache

Hier ist basierend auf den ersten 4 Monaten im Jahr 2013 und der schon im Hinweis beschriebenen Prognose (Naive Prognose Typ 2) sogar noch ein Anstieg zu erwarten.
In der Regel sind die neuen Caches die, die am meisten gesucht werden. Ältere Caches werden eher weniger angegangen, was aber dem Umstand geschuldet sein dürfte, dass es schlicht weniger alte und mehr neue Caches gibt.

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Bild 5: Anzahl Logs nach Publishdatum der Caches

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Anmerkungen zur Auswertung

Nach einer Sichtung der bestehenden GSAK-Makros war klar, damit kann ich die gewünschten Informationen nicht wirklich bekommen. Maximal ein vergewaltigter FindStats Generator konnte ein paar Grafiken produzieren, die hier zum Teil verwendet werden. In mehreren Nächten entstanden daher diverse Makros, die immer wieder angepasst, umgeschrieben und erweitert wurden. Nicht wirklich eines Software-Entwicklers würdig und immer noch mit größerer Handarbeit zum Einpflegen der Daten in Excel verbunden. Letztendlich haben aber alle ihren Dienst erwiesen und eine Fülle an Informationen erzeugt. Das Ziel war es, neben der Auswertung der gängigen Bewertungen, von der Anzahl der Wörter in einem Log stellvertretend auf die Qualität des Caches zu schließen. Besser wäre eine komplette Auswertung der Loginhalte, um mit Hilfe von linguistischen Mitteln den Spaß, den die Cacher mit dem Cache hatten, auszuwerten, um damit auf die Qualität zu schließen. Das würde aber mit Sicherheit in einem Artikel enden, dessen Umfang vermutlich eher in einer Diplomarbeit als in einem Blogartikel aufgehoben wäre.
Neben der Länge der Logs kann man noch die Länge der Cachebeschreibung und die Lebensdauer der Caches, eine Art Herzblut-Messung der Cacher, als Qualitätsmerkmal heranziehen. Caches, in die mehr Zeit für die Erstellung gesteckt wurde, kommen bei den Cachern oft besser an, als die schnell ausgelegte und auch schnell wieder von der Bildfläche verschwundene Dose.
Zusätzlich zu den ganzen Qualitätsmerkmalen, die auf einzelne Caches vielleicht nicht immer zutreffen, in der Summe aber durchaus eine Tendenz aufzeigen, sind noch diverse andere Statistiken entstanden. Rein subjektiv hätte ich behauptet, dass der Geocaching-Hype langsam abflacht. Es werden gefühlt weniger Caches veröffentlicht und auch in den Medien taucht Geocaching nicht mehr so häufig auf. Letzteres mag trügen, denn der GoogleReader hat mich in dieser Hinsicht nicht immer flächendeckend versorgt und Anfang des Monats den Dienst komplett eingestellt. Die Veröffentlichungsrate neuer Caches zu ermitteln war hingegen Dank des Datensatzes fast schon ein kurzer Spaß.
Genug der Worte, stürzen wir uns in die Welt der visualisierten Zahlen um einen objektiven Eindruck der Subjektivität zu bekommen.

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Datensatz

Bevor wir der subjektiven Qualität des Geocachings auf die Pelle rücken, schauen wir uns zuerst einmal den Datensatz genauer an. Hierbei konnte der FindStats Generator schon einen Teil der Arbeit abnehmen. Man muss lediglich alle Caches als gefunden markieren, das Funddatum auf das Publishdatum setzen und am Ende ein paar textuelle Ersetzungen vornehmen und schon hat man eine Übersicht im Profil-Schwanzvergleichs-Stil erzeugt, bei der man nur noch „Funde“ gegen „Veröffentlichungen“ tauschen muss.

Allgemeine Statistik
Globale Gesamtmenge: 20455 Veröffentlichungen an 2868 Tagen bei 4433 Tagen total (64,6 %)
Globaler Durchschnitt: Veröffentlichungen, 4,61/Tag, 32,30/Woche, 140,46/Monat
Vergangene 365 Tage: 3437 Veröffentlichungen an 358 Tagen bei 365 Tagen total (98,0 %)
Durchschnitt über die vergangenen 365 Tage: Veröffentlichungen, 9,42/Tag, 65,92/Woche, 286,64/Monat
Die meisten aufeinanderfolgenden Tage mit Veröffentlichungen: 340, vom 14.01.2011 bis zum 19.12.2011
Die meisten aufeinanderfolgenden Tage ohne Veröffentlichungen: 316, vom 06.12.2001 bis zum 17.10.2002
Tag mit den meisten Veröffentlichungen: 295 am 24.12.2011; 62 am 11.09.2012; 60 am 04.12.2011
Meiste Veröffentlichungen an einem Wochenende: 299 Veröffentlichungen, am Samstag 24.12.2011 & Sonntag 25.12.2011
Aktivste Woche: 316 Veröffentlichungen, von Montag 19.12.2011 bis Sonntag 25.12.2011
Die meisten Veröffentlichungen in einem Kalendermonat: 602, in Dez 2011
Tag mit den meisten Typen: 6 ( ) am 24.10.2008
Schnellsten 100 Veröffentlichungen: 1 Tag von 24.12.2011
Schnellsten 1000 Veröffentlichungen: 63 Tage vom 23.10.2011 bis zum 24.12.2011
Entfernung von Cache-zu-Cache: 540600 km,
13,50x Erdumrundungen,
1,406x Flug zum Mond
Tag mit der größten Entfernung: 1591 km – 295 Caches, am 24.12.2011
Am nächsten liegender Cache: Exodus GC2KDRN
Am weitesten entfernter Cache: 50 km, Alte Gleise GC2C9JZ
Nördlichster Cache: N 49° 13.686, Sir MG von Cachealott – Bonus GC1DE4A
Südlichster Cache-Fund: N 48° 19.790, Dorfanger GC259Y5
Östlichster Cache-Fund: E 9° 51.485, Ostalbblick – Goliaths Revier GC2J31H
Westlichster Cache: E 8° 29.946, Such mich! I GC28HT7
Cache Schwerpunkt: N 48° 45.690 E 9° 08.967
Neuster Cache: 28.04.2013, 3. Geocaching – Brunch // Grillen in Stutt… GC46WBB
Ältester Cache: 10.03.2001, 49N9E GC438

Im Datensatz sind Caches vom 10.03.2001 – 28.04.2013 vorhanden, allerdings sind die Jahre 2001 – 2005 vermutlich nicht vollständig und daher nicht wirklich repräsentativ. Dennoch sind es keine ausgesuchten, sondern schlicht durch verschiedene Faktoren noch vorhandene Informationen fernab der groundspeakschen Datenbank, auf die ich in diesen Dingen doch hin und wieder gerne freien Zugriff hätte.
Richtungstechnisch sind westlich und südlich von Stuttgart eher Dosen zu finden, der Nordosten ist hier am Schwächsten.

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Bild 6: Veröffentlichungen nach Himmelsrichtung

D/T-Wertung

Die berühmte D/T-Matrix zeigt die typischen Merkmale, die auch fast bei jedem Cacher zu sehen ist. Der Schwerpunkt liegt links oben bei den geringen D- und T-Wertungen. Hierbei hat D 1,5 und T1,5, gefolgt von D2, T2, mit 400 Caches mehr die Nase vorn.

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Bild 7: D/T – Matrix des kompletten Datensatzes

Die Verteilung der Difficulty- und Terrainwertung war auch in etwa das, was ich erwartet hatte. Lediglich die Tendenz der Terrainwertung hätte ich mehr in Richtung Terrain 2 gesehen, aber diese Art der Cache-Kategorisierung liegt ja immer im Auge des Owners.

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Bild 8: Verteilung der Schwierigkeits-Wertung im Datensatz

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Bild 9: Verteilung der Gelände-Wertung im Datensatz

Cachetypen

Bei der Verteilung auf die einzelnen Cachetypen hätte ich vom Gefühl her irgendwie mehr Multis erwartet, aber das war wohl eher Wunschdenken.

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Bild 10: Verteilung der Cachetypen im Datensatz

Cachegrößen

Bei der Cachegröße hat mich mein Gefühl nicht getrügt, die Mikros haben immer noch die Nase vorn und werden es vermutlich auch noch eine Weile haben… aber dazu später mehr.

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Bild 11: Verteilung der Cachegrößen im Datensatz

Geocaching im Wandel der Zeit

An der zunehmenden Anzahl Reviewer in den letzten Jahren kann man deutlich erkennen, dass die Anzahl der neu zu veröffentlichenden Caches stark angestiegen ist. In der Anfangszeit konnte ein Reviewer noch komplett Europa versorgen, ohne dass es größere Engpässe gab. Heutzutage sind dutzende Reviewer alleine für Deutschland tätig und mit Veröffentlichungen, Archivierungen und manch anderen Dingen voll ausgelastet.

Cache-Veröffentlichungen

Bei der Anzahl neuer Caches pro Jahr musste ich direkt zweimal hinschauen. :o

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Bild 12: Anzahl neu veröffentlichter Caches pro Jahr

Das Jahr 2011 war in der Geschichte des Stuttgarter Geocachings das stärkste Jahr überhaupt, ein Jahr später entspannte sich die Dosenflut wieder etwas.
Soll das der Zenit gewesen sein und haben wir ihn etwa schon überschritten? :-?
Im vorherigen Jahr wurden knapp 700 Caches weniger veröffentlicht, die freiwilligen Helfer von geocaching.com hatten pro Tag quasi zwei Dosen weniger zu reviewen… es sei ihnen gegönnt. :-)
Man erkennt in der Monatsübersicht deutlich, dass im Frühjahr deutlich mehr Dosen ausgelegt werden. Die warmen Temperaturen ziehen die Cacher wohl eher wieder mit neuen Ideen und frischen Dosen im Gepäck nach draußen.

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Bild 13: Kumulierte Anzahl Veröffentlichungen pro Monat

Cache-Archivierungen

Die Archivierungen hinken von der tendenziellen Entwicklung etwa zwei Jahre hinterher. Man erkennt aber auch hier einen deutlichen Zuwachs. Für das aktuelle Jahr kann man eine etwas sinkende Menge an archivierten Caches erwarten, da in den ersten vier Monaten außergewöhnlich wenig Caches ins Archiv geschoben wurden…

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Bild 14: Anzahl archivierter Caches pro Jahr

… was angesichts des über die Jahre hinweg recht starken März und April hinsichtlich der Archivierungen fast schon verwunderlich ist.

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Bild 15: Kumulierte Anzahl Archivierungen pro Monat

Es könnte natürlich auch wetterbedingt in diesem Jahr eine Verzögerung geben, bzw. schon gegeben haben. Allerdings dürfte das erst am Ende des Jahres wirklich sichtbar werden.
Betrachtet man die Differenz aus veröffentlichten und archivierten Caches, so kann man einen Trend rund um Stuttgart ausmachen. Aktuell steigt die absolute Anzahl Caches noch weiter, da die Differenz zwischen der Anzahl veröffentlichter und archivierter Dosen immer noch positiv ist. Man kann aber erkennen, dass es langsam ruhiger wird.

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Bild 16: Anzahl archivierter Caches pro Jahr

Vermutlich dürfte der Trend am Ende nicht ganz passen und die Steigung eher abflachen, anstatt rasch gegen Null zu tendieren. Dennoch könnte in den nächsten Jahren eine Art Gleichgewicht gefunden werden oder aber der Hype um Geocaching langsam aber sicher verebben. Vom heimlichen Schatzsucher per Katapult ins Rampenlicht und wieder zurück… lassen wir uns überraschen was die Zukunft wirklich bringt.

Cache-Sättigung

Letztendlich könnte man den schleichenden Dosen-Rückgang der Cachesättigung zuschreiben. Da jeder Cache und jede Stage von anderen Caches und deren Stages 161m entfernt sein muss, ist irgendwann der Punkt gekommen, an dem einfach kein neuer Cache mehr Platz hat. Doch wo liegt diese Grenze? Wieviele Caches passen auf einen Quadratkilometer, bzw. in den betrachteten Radius von 50km? Via Twitter habe ich Dank @crisb47 erfahren, dass es mal einen Versuch gab, diese Grenze auszutesten.

Wir haben mal ausprobiert, wie viele Caches sich nach Beachtung der GC-Regularien auf einem Quadratkilometer unterbringen lassen.

Quelle: Cachelisting

Von 49 Caches konnte ich nur 46 veröffentlichte Listings im Profil entdecken, aber die Rechnung sollte soweit passen. Am Ende wird es auf einen Cache mehr oder weniger auf den Quadratkilometer nicht ankommen, aber ich möchte nicht vorgreifen.
Im Datensatz liegt der Durchschnitt von 1931 Caches mit Wegpunkten bei 3,57 (per GSAK und Makro für Extraktion von Wegpunkten in Cachebeschreibungen ermittelt). Leider sind bei einigen Multis die Stages nur im Listing enthalten, was ein Makro wieder geradebiegen konnte, andere Owner schweigen sich hierzu komplett aus. Parkplatzkoordinaten dürften bei neueren Caches allesamt vorhanden sein, ältere Caches haben diese nicht immer. Wie ziehen einfach mal die 0,57 Wegpunkte ab, dann gibt es eine durchschnittliche Anzahl von 3 Wegpunkten pro Cache mit möglichen Multi-Stages. „Questions to Answer“- „Reference Point“- und „Trailhead“-Wegpunkte fallen nicht unter die Abstandsregel. Es muss zwar bei den Wegpunkten innerhalb eines Caches kein Mindestabstand eingehalten werden, aber das lassen wir zugunsten der gefühlt geringen Anzahl Wegpunkte einfach mal außer Acht.
Potentielle Kandidaten für Wegpunkte sind Multis, Letterboxen, Mysteries und Wherigo. Wobei ich Multi und Letterbox mit Wahrscheinlichkeit 1, Mystery mit Wahrscheinlichkeit 0,2 und Wherigo mit Wahrscheinlichkeit 0,5 angenommen habe. Der Rest belegt mit einem Wegpunkt die Landschaft. Ausgehend von der Zahlen für die einzelnen Cachetypen unter Berücksichtigung der aktiven Caches erreicht man am Ende mit 2327 Multis, 43 Letterboxen, 3886 Mysteries und 57 Wherigos, etwas mehr als 9500 Wegpunkte
Jeder Cache besitzt zudem noch einen Final, von dem wir jetzt einfach mal annehmen, dass er bei den bereits berechneten Wegpunkte für Caches mit Stages noch nicht enthalten ist. Es müssen also noch 20455 hinzuaddiert werden.
Gehen wir einfach mal grob von ca. 30000 Wegpunkten aus, die mit den groundspeakschen Abstandsregel (Radius 161m) eine Fläche von 30000 * 81433.223m² = 2,442996690 Mrd m² belegt.
Bei einem Kreis mit Radius von 50000m hätte es ausgehend von dem Versuch, 49 Caches, von denen zumindest 43 veröffentlicht wurden, auf einen Quadratkilometer zu quetschen und der Glaube an die richtige Rechnung des Owners, mit 7,853981633 Mrd m² Platz für 384845 Caches. Von einer Cachesättigung kann man also noch nicht sprechen und wer von den ganzen Zahlen bis hierher schon der Kopf schwirrt, dem hab ich auch für diesen Fall noch ein Kuchendiagramm erstellt:

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Bild 17: Diagramm zur Cachesättigung

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Cachetyp und Cachegröße im Wandel der Zeit

Bei der Cachegröße gab es bis etwa 2010 ein Kampf zwischen Mikro und Small, aus dem der Mikro am Ende als Sieger hervorging.

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Bild 18: Verlauf der Cachegröße über die Jahre

Allerdings ist das auch die Cachegröße, die seit 2011 zahlenmäßig den größten Rückgang verzeichnet. Für das aktuelle Jahr dürften laut meiner Prognose gleich viele Mikro- wie Small-Dosen veröffentlicht werden. Ein erstes Indiz dafür, dass sich die Zeit der schnell ausgelegten Dosen dem Ende zuneigt.
Letztes Jahr waren es noch etwa fünf neue Mikros im Tagesdurchschnitt, 2013 dürften es nur noch etwa drei Stück pro Tag sein.

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Bild 19: Veröffentlichungsrate nach Cachegröße

Bei den Cachetypen hat der Tradi klar die Nase vorn, gefolgt vom Mystery und Multi. Wobei der Mystery ab 2008 an dem Cachetyp Multi vorbeigezogen ist.

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Bild 20: Verlauf der Cachetypen über die Jahre

Mit Ausnahme der Events sind alle Cachetypen gleichermaßen rückläufig, zahlenmäßig geht es den Tradis und Mysteries aber stärker an den Kragen.
Die Vorjahres-Veröffentlichungsrate von knapp über zehn Caches pro Tag dürfte unter Beachtung der ersten vier Monate von 2013 weiter zurückgehen und den Reviewern mit ca. sieben Caches pro Tag noch mehr Freizeit bescheren.

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Bild 21: Veröffentlichungsrate nach Cachetyp

Bei den Cachegrößen dominiert beim Tradi ganz klar der Mikro, gefolgt vom Small und Regular.

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Bild 22: Cachegröße beim Cachetyp Tradi in der Jahresübersicht

Beim Multi hat im Gegensatz dazu der Small die Nase vorn und die Cachegröße Regular hat im Vorjahr einen deutlichen Rückgang erfahren, dessen Trend sich vermutlich fortsetzen wird.

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Bild 23: Cachegröße beim Cachetyp Multi in der Jahresübersicht

Bei Mysteries dominierte bis 2011 noch der Mikro, 2012 konnte der Small die Mikroschwemme überholen und aller Voraussicht nach wird dieser Trend weiter anhalten. Wer gerne Rätsel löst, wird in Zukunft beim Outdoor-Teil nicht mehr so oft HartzIV-Dosen vorfinden müssen.

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Bild 24: Cachegröße beim Cachetyp Mystery in der Jahresübersicht

Insgesamt eine, wie ich finde, positive Entwicklung des Geocachings. Zumindest hat man dadurch öfters mal eine größere Dose in der Hand, was gleichbedeutend mit dem Umstand ist, dass sich die Owner bei  der Suche nach einem Versteck mehr Mühe geben. Mikros bekommt man unter jeden Mülleimer geklemmt, mit einer Small-Dose wird das schon schwieriger.
Die D- und T-Wertung zeigt, mal abgesehen von den ersten 4-5 Jahren, eine leichte Tendenz nach oben. Die Terrainwertung macht bei dem Spiel allerdings nicht ganz mit. Vermutlich ist das dem Umstand geschuldet, dass man für neue T5er in Baden-Württemberg seit geraumer Zeit eine Genehmigung des Grundstücksbesitzers braucht…

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Bild 25: Verlauf der Difficulty- und Terrain-Wertung über die Zeit

… was man auch an dem Verlauf der T5-Wertung über die Jahre hinweg sehen kann.

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Bild 26: T-Wertungen im Wandel der Zeit

Der Vollständigkeit halber hier auch noch die Übersicht der D-Wertungen über die Jahre hinweg.

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Bild 27: D-Wertungen im Wandel der Zeit

Weitere Grafiken zum Verlauf, der Verteilung und der durchschnittlichen Werte der D- und T-Wertung für Tradi, Multi und Mystery habe ich aus Gründen der Übersichtlichkeit zusammen mit den bereits aufgezeigten Übersichten in ein PDF-Dokument zum Herunterladen gepackt. Hierzu sei noch gesagt, dass die Tendenz der D-Wertung bei Multis stärker nach oben entwickelt, wie es bei Mysteries der Fall ist und die T-Wertung bei Tradis und Mysteries eher nach unten gehen wird und die von Multis einen leichten Anstieg verzeichnet.

Lebensdauer

Die Lebensdauer eines Caches hängt stark davon ab, wie sich Cacher vor Ort verhalten, wie gut der Cache vor Muggels versteckt ist und wie stark der Owner an seinem Cache hängt und entsprechend wartet. Die in der Mittagspause hastig ausgelegte Dose wird dabei schneller archiviert als der länger geplante und eventuell mit einer Bastelei versehene Cache.
Etwas erschrocken war ich daher beim ersten Anblick der Zahlen.

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Bild 28: Lebensdauer der einzelnen Cachetypen in Tagen

Selbstverständlich sind auch neu veröffentlichte Caches von längerer Dauer und diese werden hier in diesem Diagramm, bei dem nur archivierte Caches berücksichtigt wurden, nicht erfasst. Dennoch kann man eine gewisse Kurzlebigkeit erkennen, von der Tradis am Häufigsten betroffen sind. Earthcaches sind neben den Webcam-Caches, von denen es keine neuen mehr gibt, diejenigen, die vermutlich aufgrund des lediglich virtuellen Vorhandenseins einer Finaldose am längsten überleben.
Weitere Grafiken zur Lebensdauer der einzelnen Cachetypen gibt es im zugehörigen PDF-Dokument.

Anzahl Logs bis zur Archivierung

Die Anzahl der Logs, bis ein Cache archiviert wird, ist ebenfalls ein interessanter Punkt (Vielen Dank an folti für den Tip). Im Gesamt-Durchschnitt war, mal abgesehen von den im Datensatz eher schwach vertretenen Jahren vor 2005, das Jahr 2011 recht stark was die Belastbarkeit der Caches betrifft. Da die Daten nur auf den archivierten Caches beruhen, dürfte das Jahr 2012 im Schnitt noch zunehmen, schließlich sind die meisten Caches aus diesem Jahr noch aktiv.

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Bild 29: Durchschnittliche Anzahl Logs bis zur Archivierung eines Caches

Im Vergleich zu Multis halten Tradis wesentlich mehr Cacher aus und Mysteries haben über die Jahre hinweg in diesem Punkt zugenommen. Die Übersicht über die einzelnen Cachetypen gibt es wieder in einem PDF-Dokument.

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Qualität

Kommen wir nach den ganzen anderen, nicht minder interessanten Auswertungen nun endlich zu dem Kernpunkt, zur objektiven Betrachtung der Aussage „Früher war alles besser“ hinsichtlich der Cachequalität.

Länge von Cachebeschreibungen

Ein Kriterium, welches zwar mit manch einem Wikipedia-Copy&Paste-Listing leicht zu widerlegen ist, aber in der Masse der Caches dennoch ein gewisses Gewicht erreicht, ist die Länge des Cachelistings. In letzter Zeit sind mir immer wieder Caches untergekommen, deren Owner nicht über einen Einzeiler im Listing hinauskommen. Meist mit dem Ergebnis, dass der Cache selbst ebensolche kurzen Logs bekommt und nicht gerade mit Lobeshymnen oder Favoritenpunkten gesegnet wird. Bei der Auswertung wurde ich von meinem Gefühl nicht getäuscht.

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Bild 30: Entwicklung der Länge der Cachebeschreibung in Wörtern

Bei Tradis nimmt die durchschnittliche Länge der Cachebeschreibung kontinuierlich ab, bei Multis ist diese einigermaßen konstant bei etwa 300 Wörtern. Mysteries werden vom Owner mit knapp 250 Wörtern bedacht, Tendenz steigend. Bei Letterboxen haben die Owner mit knapp 550 Wörtern noch mehr zu sagen, Wherigos schaffen es nur auf 250, Events sind in der Hinsicht mit 200 Wörtern eher wortkarg im Vergleich zu mehr als 700 Wörtern bei Earthcaches, quasi die Frauen unter den Cachetypen… :lol:
Die durchschnittliche Listing-Längen zu den einzelnen Cachetypen gibt es aus Gründen der Übersicht wieder einmal in einem PDF-Dokument
Owner sind in Bezug auf die Länge der Cachebeschreibung in den letzten Jahren also eher wortkarg geworden – was soll man auch groß schreiben, bei dem Statistikfutter, welches sowieso „relativ schnell“ wieder von der Bildfläche verschwindet. In diesem Fall also eher ein Minuspunkt in Sachen Qualität, zumindest wenn man die Listing-Länge als Kriterium heranziehen möchte.

Favoritenpunkte

Mit den Favoritenpunkten hat geocaching.com Ende 2010 seinen Benutzern ein Bewertungssystem an die Hand gegeben, mit welchem man lediglich positiv bewerten kann. Negativ bewerten ist nicht im Sinne des Amerikaners, als Deutscher hätte man sich den Luschen-Punkt* bestimmt das eine oder andere mal gewünscht. Mit der Einführung konnte man bereits gefundene Caches mit einem blauen Schleifchen würdigen, egal ob archiviert oder aktiv. Daher kamen auch Caches in den Genuss der „Auszeichnungen“, die noch zu Zeiten, in denen der Log das Bewertungskriterium Nr. 1 war, aktiv waren.

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Bild 31: Vergabe von Favoritenpunkten nach Veröffentlichungsjahr

Allerdings ist wohl nicht jeder die Caches aus den Tagen vor den Favoritenpunkte noch einmal durchgegangen und hat blaue Schleifchen verteilt. Richtig aussagekräftig ist die Auswertung also erst ab 2010, bzw. 2011.
Zu der Auswertung muss ich allerdings noch etwas anmerken. Es existiert derzeit keine mir bekannte Möglichkeit, die Favoriten/Log – Rate von gc.com abzurufen. Des Weiteren ist es nicht möglich bei den Logs zu unterscheiden, ob der Logger ein Premium-Member ist oder nicht. Entsprechend ist das Diagramm nicht identisch mit der auf gc.com angezeigten Rate. Die Tendenz sollte aber dennoch in etwa passen, da gute Caches gleichermaßen von vielen Premium- und Nicht-Premium-Membern aufgesucht werden. Entsprechend verhält es sich mit weniger guten Caches.
Wie man sieht ist die Vergabe der Favoritenpunkte, mal abgesehen von dem Ausreißer-Jahr 2001, für die Caches der jeweiligen Jahre schwankend. Seit 2010 zeigt sich allerdings eine Steigerung, welche sich unter Berücksichtigung der ersten vier Monate in diesem Jahr weiter steigern wird. Die Cachequalität scheint also zumindest in diesem Zeitraum anzusteigen. Man könnte natürlich auch argumentieren, dass die Anzahl verkaufter oder unsinnig verschleuderter Favoritenpunkte in den letzten Jahren zugenommen hat… aber rund um Stuttgart wäre mir kein derartiger Unsinn bekannt und auch auf Ebay ist diesbezüglich wieder Ruhe eingekehrt. Letztendlich zeugt es aber auch davon, dass die Cacher zuviele Favoritenpunkte besitzen, weil auf zehn 0815-Dosen nur selten ein Cache kommt, der dem blauen Schleifchen würdig wäre. Dennoch würde ich angesichts der Favoritenpunkt-Vergabe dazu tendieren, dass die Qualität eher zu als abgenommen hat.
Die Ergebnisse zu den einzelnen Cachetypen findet der geneigte Leser wieder in einem extra dafür angefertigten PDF-Dokument. ;)

GC-Vote

GC-Vote könnte man als eine Art Vorläufer der Favoriten-Punkte bezeichnen. Erstmals erwähnt im Dezember 2008 hatte es bald einen rasanten Anstieg an Nutzern zu verzeichnen, was allerdings auch Probleme mit sich brachte. Nicht jeder Cacher wollte seine Caches, aus welchen Gründen auch immer, gut (5 Sterne) oder schlecht (1 Stern) bewerten lassen. Dennoch konnte man ab einer gewissen Bewertungszahl Rückschlüsse auf die Qualität des Caches ziehen und auch hier konnte man alte und neue, archivierte und aktive Caches bewerten. Vermutlich hat sich nicht jeder die Mühe gemacht und wirklich alle Caches aus den vergangenen Tagen bewertet, sondern nur diese, die es auch wert waren. Entsprechend hoch ist der Durchschnitt in den weiter zurückliegenden Jahren.

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Bild 32: Durchschnittliche GC-Vote-Bewertungen nach Veröffentlichungs-Jahr

Von 2009 bis 2011 gab es im Jahres-Durchschnitt einen leichten Qualitäts-Rückgang, der sich 2012 aber wieder erholt hat. Ein Schelm wer jetzt an den starken Rückgang von Mikrocaches von 2011 auf 2012 denkt…
Unter Berücksichtigung der ersten vier Monate in diesem Jahr dürften die Caches im Schnitt wieder etwas besser bewertet werden. Vermutlich wird es sogar seit Einführung von GC-Vote der neue Höchststand. Wie auch bei den Favoritenpunkten könnte man dies durchaus als positive Entwicklung in Sachen Qualität bezeichnen.

Log-Länge

Das wohl älteste Qualitätsmerkmal, welches unabhängig von irgendwelchen Bewertungssystemen funktioniert, ist die Länge der Logeinträge. Oftmals haben Cacher bei schönen Caches mehr zu erzählen, als beim lieblosen Statistikfutter, welches gerne mal mit Logs alà „Heute mit XY schnell gefunden“ abgewatscht gelobt wird. Die Auswertung per GSAK war angesichts der knapp 4,2 Millionen Logeinträge gerade bei der Unterteilung in Jahre entsprechend langwierig. Insgesamt dreizehn mal über alle 20455 Caches und alle darin enthaltenen Logs laufen und die Anzahl der Wörter aufsummieren… glücklicherweise war der maximale Wertebereich der verwendeten Makro-Variable auch beim bisher stärksten Logjahr 2012 nicht erreicht. Die Übersicht über die Logzahlen und die durchschnittlichen Logs pro Cache gab es bereits im Kapitel Vorüberlegung.

Log-Länge nach Publishdatum der Caches

In einer ersten Auswertung habe ich die Länge der Logs nach dem Jahr der Cache-Veröffentlichung betrachtet.

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Bild 33: Durchschnittliche Länge eines Logs nach Veröffentlichungs-Jahr

Hier ist zu erkennen, dass die Länge der Logs ab dem Jahr 2005 (ab hier sind etwa ausreichend Caches für eine Bewertung vorhanden) bis zum Jahr 2008 kontinuierlich abgenommen hat. Ab dem Tiefpunkt mit 33 Wörtern pro Log im Jahr 2008 hat sich die Log-Länge langsam wieder gesteigert, um 2012 wieder etwas einzubrechen. Die Logs der ersten vier Monate im Jahr 2013 haben die Prognose aber wieder etwas ermuntert. Man darf gespannt sein, ob sich die Prognose mit durchschnittlichen 41,04 Wörtern pro Log Bewahrheitet oder ob Januar – April 2013 eher eine Ausnahme war. Wenn man von „früher“ redet sollte man bei der Aussage „Früher war alles besser“ angesichts der Zahlen auf jeden Fall das schlechte Jahr 2008 explizit ausnehmen.
Selbstverständlich gibt es für die einzelnen Cachetypen wieder einzelne Diagramme, die wieder in einem PDF-Dokument betrachtet werden können.

Log-Länge nach Logdatum

Ältere Caches sind also nicht zwangsläufig besser, doch wie sieht es mit der Logmentalität unabhängig vom Alter der Caches aus?

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Bild 34: Durchschnittliche Länge eines Logs nach Datum des Logeintrags

Hier ist 2009 das schwächste Jahr gewesen, wobei die Länge der Logeinträge davor stark abgenommen hat und danach nur leicht wieder angestiegen sind. Wie auch schon bei der Entwicklung der Log-Länge nach dem Alter der Caches erkennt man hier wieder einen Aufwärtstrend, ganz unabhängig von den immer noch steigenden Cache- und Cacherzahlen. Im zugehörigen PDF gibt es wieder einmal die Übersicht über die Cachetypen. Der subjektive Eindruck, dass die Cachequalität über die Jahre hinweg immer weiter gesunken ist und nur noch Fast-Food-Cachen mit dem Ergebnis von Kurzlogs betrieben wird, ist hiermit zumindest für die Stuttgarter Region und für die Plattform geocaching.com widerlegt.

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Fazit

Die absoluten Cache- und Logzahlen haben seit Anbeginn des Geocachings in der Region Stuttgart eine positive Tendenz. Dies kann man auch an den Mitgliederzahlen auf der stärksten Plattform in Deutschland, geocaching.com, erkennen. Dennoch flacht der Boom langsam aber sicher ab und die Anzahl Veröffentlichungen pro Monat und Jahr ist zwar immer noch hoch, der Zenit wurde aber im Jahr 2011 überschritten. Die Cache-Sättigung, also die flächendeckende Bedosung, dürfte in einigen lokalen Gebieten teilweise schon erreicht sein, es gibt ja genug Massenansammlungen, die keine weitere Dose mehr ermöglichen. Dennoch wird es wohl nie soweit kommen, dass überhaupt kein Platz mehr für neue Dosen in Deutschland ist.
Der Cachegröße Mikro geht langsam aber sicher die Luft aus. Zumindest in Gebieten, in denen es außer Asphalt auch noch Wälder und Wiesen hat, wird prozentual gesehen wieder mehr auf andere Größen zurückgegriffen. Mystery-Allergiker und Tradi-Verächter können sich auf die Zukunft freuen, in der prozentual wieder mehr Multis das Licht der Welt erblicken. Dabei dürfte die Schwierigkeits- und Gelände-Wertung in Zukunft weiter anziehen, von den Werten her aber trotzdem noch im machbaren Bereich liegen.
Die Lebensdauer von Caches wird wohl in Zukunft nicht mehr groß in die Höhe schnellen oder gar mal Werte wie anno dazumal erreichen. Heute drückt man lieber schnell mal auf den Archivierungs-Button und legt anderweitig eine neue Dose aus. Es ist einfach eine Zeit, in der sich die Werte der Geocacher im Vergleich zu „damals“ verschoben haben. „Höher, schneller, weiter“ gab es früher sicher auch schon, allerdings in anderen Dimensionen. Ob das nun gut oder schlecht ist, mag jeder für sich selbst entscheiden. Letztendlich ist das eine subjektive Komponente, die einem verblassenden Polaroid ähnelt.
Was die Qualität der Caches, bzw. die messbaren Faktoren für die Cachequalität betrifft, so dürfte man zumindest in dieser Hinsicht den Satz „Früher war alles besser!“ eigentlich nicht mehr verwenden. Zugegeben, die Jahre vor 2005 sind aufgrund der geringen Informationen etwas unscharf, der Rest spricht aber eine deutliche Sprache. Die Länge der Cachebeschreibungen mag zwar schwanken und sich auf niederem Niveau halten. Die Vergabe von Favoritenpunkte an neuere Caches, der Durchschnitt bei den GC-Vote-Bewertungen und die Loglänge sowohl nach Alter der Caches, als auch nach Logdatum sind seit mehreren Jahren wieder angestiegen und dürften sich auch in Zukunft weiter nach oben bewegen.
Unter dem Strich eine positive Entwicklung, die ich so nicht erwartet hätte.
Betrachtet man allerdings die Zusammengehörigkeit der Cacher und den Umgang miteinander, so hat sich schon einiges verändert. Die Zeit, in der noch jeder jeden kannte, man sich nicht wegen jeder Kleinigkeit an die Gurgel gegangen ist und nach einer Meinungsverschiedenheit doch wieder am erstbesten Stammtisch zusammen saß und ein Bierchen trank, die ist längst vorüber. Genauso die Zeit, in der man sich für teures Geld ein GPS-Gerät kaufen musste, um Geocaching zu betreiben. Aufgrund des Medien-Hypes um Geocaching und der Verbreitung von Smartphones ist man mittlerweile ein Geocacher unter vielen, quasi genauso anonym wie man 2006 noch vor dem ersten Besuch eines der seltenen und übersichtlichen Events war. Gesichter und Namen kommen und gehen, man kann und will sie sich eigentlich gar nicht mehr alle merken. Die eingeschworene Community von damals ist kleinen Gruppen gewichen, anders ist es bei der Masse auch gar nicht mehr möglich.
Früher war alles besser – was Geocaches betrifft nicht unbedingt – alles andere ist weniger greifbar, in den meisten Fällen subjektiv und hat mit Sicherheit damit zu tun, dass man gute Erinnerungen eher im Gedächtnis behält, als die weniger guten.
Freuen wir uns und frohlocken, zumindest die Qualität geht objektiv nicht in den Keller. :D

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Informationen zum Thema Mitgliederzahlen auf gc.com

Beginn der Newbie-Saison
Geocaching.com … flacht der “Boom” ab?

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* Gibt es ein Antonym zu Favoritenpunkt?

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Datum: Montag, 29. Juli 2013 11:49
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25 Kommentare

  1. 25

    […] auf Twitter oder Facebook & Co, viele Geocacher fragen, unabhängig von Favoritenpunkten und anderen Qualitätsmerkmalen, nach Tipps und Empfehlungen. Gerade in den sozialen Netzwerken vergeht nahezu kein Tag, an dem […]

  2. 24

    […] da bin ich in diesem Jahr nicht mehr der Einzige, der das zu erkennen vermag. Die Zahlen sprachen im Jahr 2013 auch schon dafür, das Ergebnis der regionalen Auswertung hätte zugegebenermaßen aber auch Zufall […]

  3. 23

    […] 2012 konnte man diese Tendenz schon im Stuttgarter Raum erkennen, wie ich u.a. bereits in einer damaligen, für einen Blogartikel zugegebenermaßen etwas ausgeuferten Untersuchung feststellen konnte. 2014 hat Spike05 mit seinem Artikel „Der Zenit ist wohl erreicht beim […]

  4. 22

    Ich vermute, dass sich in der ansteigenden Loglänge leider nur ein weiteres negatives Merkmal versteckt: Copy-Paste-Logs. Gerade bei Cache-Serien sieht man doch heutzutage kaum noch individuelle Logs pro Cache, sondern die komplette Zusammenfassung aller Caches, kopiert in das Log jedes Caches der Serie. Und dann hat man natürlich schnell wieder 20 neue Logs mit je 10 Zeilen, von denen man für die Auswertung aber eigentlich 95% des Textes wieder abziehen müsste.

  5. 21

    @Robin888: Guter Einwand.
    Im Dezember wurde eine Adventskalender-Serie, einige Dosen von Project Hyperellipsis und die Geocaching-Forever-Runde veröffentlicht. Zugegeben, das könnte die Prognose beeinflussen. Wenn man die rund 350 Dosen allerdings abzieht, ist 2011 immer noch das stärkste Jahr und die Tendenz immer noch fallend, wenn auch letzteres nicht mehr ganz so stark. ;-)
    Meine aktive Wherigo-Zeit ist schon etwas her, aber du hast Recht, bei diesen und bei den Letterboxen müsste der Faktor angepasst werden. Letztendlich ändert sich das Ergebnis aufgrund der geringen Menge nur marginal in Richtung „noch mehr freie Fläche“. :-)

  6. 20

    Respekt für die Arbeit!

  7. 19

    Ich will Robin888 zustimmen. An der Stelle hab ich auch mal kurz überlegt, zu meckern, da hier in der Gegend keine Letterbox mehr als eine physische Station (das Final) hat, ebenso wie WhereIGoes. Letterboxen mit p = 1 anzunehmen ist also falsch. Aber da die geringe Zahl der betreffenden Caches überhaupt keinen Einfluss auf dein Ergebnis nimmt, ist das egal

    @FavPoints: Ich brauche immer mal wieder den einen oder anderen. Ich habe nämlich keine mehr. Also ist das System FavPoints auch nicht so wirklich komplett richtig. Vermutlich sind Leute wie ich in der Minderheit, aber ich würde definitiv mehr als 10% eine Schleife geben, da ich eben nur sehr ausgesucht cache. Will eben keine 9 Drecksdosen machen, um einen prämieren zu dürfen. Daher ist die 10% Annahme auch mit Vorsicht zu genießen. Aber wie gesagt, auch kein Normalfall. Aber vielleicht wird das ja langfristig bei steigender Qualität ein Thema für alle?
    Und dann gilt sicherlich noch zu beobachten: Werden Caches, die eh schon viele FavPoints haben, automatisch noch mehr bekommen? Keine Ahnung, wie man das untersuchen kann. Aber da kommt sicher auch sowas wie Gruppenzwang durch und die 10% Rate dürfte da auch minimal verschoben werden…

    @Bewertungen nach D/T-Wertung: Das fände ich auch sehr spannend. Zumal ich das Phänomen beobachte, dass D5er und T5er eher unberechtigt eine Schleife bekommen als andere Caches. Ein liebloser Petling in 5m Höhe dürfte öfter prämiert sein, als eine nette Dose am Wegesrand. Das gleiche gilt für NCs und LPs.

    Hach ja, man kann noch viel untersuchen und rumspinnen. Hut ab für deine Arbeit. Vielleicht hat ja mal ein Statistik-Student noch mehr Langeweile. Ich liebe Statistiken ;) Aber ich traue trotzdem keiner, die ich nicht selbst gefälscht habe :D

    Vielleicht kannst du deine Daten und Makros ja veröffentlichen, sodass man mal selbst weiter machen kann oder in anderen Bereichen Deutschlands das gleiche tun kann.

    Grundsätzlich gilt aber fernab den Zahlen: Lasst euch nicht stressen von Fundlogs und Cachelistings. Genießt die Tour, lasst auch mal ne Drecksdose liegen und bleibt entspannt.

  8. 18

    Mich würde ja mal gezielt interessieren, was 2011, speziell am 24.12. los war. 295 Veröffentlichungen an einem Tag? Das riecht nach einer Powertrail oder einer Verabredung.
    So oder so sollte dieser Ausreißer, wenn nicht berücksichtigt, dann zumindest analysiert werden, bevor 2013 ein weiterer „Rückgang“ prognostiziert wird.

    Und wieso gehst Du bei Letterboxen mit p = 1 und bei Wherigos mit p = 0,5 von Stationen aus?
    Bei Wherigos erkenne ich den Sinn von versteckten Stationen nicht und bei Letterboxen nur bedingt. (Klar kann man eine Schnitzeljagd legen. Aber die meisten Letterboxen die ich gesehen habe sind entweder Tradis, Ablesemultis oder enthalten die Wegbeschreibung im Listing.
    (Abgesehen davon, dass die Dichte theoretisch ja sowieso nicht kritisch ist. ;-))

    Ansonsten auch von mir Respekt für die Arbeit!

  9. 17

    @folti: Habe die durchschnittliche Anzahl Logs bis zur Archivierung hinzugefügt. :-)

    @Steinpilzle: Gut beobachtet. ;-) In den meisten Fällen haben sich die Favoritenpunkte bei den Cachern angesammelt (ich hab aktuell noch 434 übrig und weiß nicht wohin damit). Wenn ein Cacher genauso viele Favoriten vergeben hat, wie in der Berechnung als Durchschnitt über die Jahre angegeben sind, so könnte er weit mehr als 13 Stück im Jahr 2013 vergeben. Zusätzlich fahren einige Cacher ja auch weiter weg um Powertrails zu absolvieren – hab ich mir zumindest sagen lassen – und ich habe hier nur die Region um Stuttgart betrachtet. :idee:

    @TB_cache: Vielen Dank für die Hinweise. Spontan ist mir in Bezug auf die Lebensdauer von Caches keine Möglichkeit eingefallen, diese zu „normieren“. Deshalb hab ich im Text darauf hingewiesen. ;-)
    Ich denke aber nicht, dass irgendwann jeder Cache 1/10 Favoritenpunkte besitzt. Cacher sind zwar aufgrund der Fülle eher verschwenderisch, werden aber sicher nicht jede Dose mit einem blauen Schleifchen würdigen. Das Problem der Vergabe vor 2010 konnte ich nicht wirklich zufriedenstellend abbilden, daher ist in dem Fall die Statistik eigentlich erst ab 2011 wirklich aussagekräftig (Hinweis ist jetzt drin). Dennoch ist in diesem Punkt die Tendenz steigend.

  10. 16

    Eine sehr ausführliche Analyse, ich habe Dein „Leiden“ bei der Erstellung ja auf Twitter mitverfolgt ;)
    Schön finde ich auch die Prognose, das lässt doch für die Zukunft hoffen.

  11. 15

    Hallo zusammen,

    vorab auch von meiner Seite erst einmal ein „Chapeau“ für diese Arbeit! Die ganzen Daten zusammen zu tragen und auszuwerten … Respekt!

    Auch wenn ich das ein oder andere noch genauer ansehen will, bin ich trotzdem über etwas gestolpert: bei der Betrachtung des „Fav/Log Quotienten“ weist Du in der Prognose 13,28% für 2013 aus. Das hieße aber, dass die „User“ mehr FPs vergeben, als sie einnehmen (für 100 Logs bekomme ich ja gerade mal 10 FPs gut geschrieben)!?!

    Vielleicht stehe ich auch nur auf dem Schlauch, aber wenn dem so ist, dann wage ich das mal zu bezweifeln ;)

  12. 14

    Zunächst mal die Frage… was hast denn Du geraucht? :) Wie kommt man auf so eine Idee? :-?
    Aber mal im Ernst – Respekt vor der Arbeit.
    Was man daraus schließen kann, muß wohl jeder für sich selbst entscheiden.
    Mir persönlich geht es so, daß ich eher dazu tendiere, daß es früher besser war. Das hat ganz einfach folgende Gründe:

    – man hatte noch nicht alles gesehen (was Locations als auch Container betrifft)
    – dadurch war es halt auch einfacher, „Qualitätscaches“ zu finden, die man eben noch nicht gefunden hatte.
    – die Community war übersichtlicher und beständiger (wenn ich heute auf nen Stammtisch gehe, kenne ich von 100 Anwesenden vielleicht 20 und beim nächsten Stammtisch sind von den 80, die ich nicht kannte, nur noch 15 da)
    – es war (gefühlt) nicht so schnelllebig (Motto: „Ich hab jetzt 10 Dosen gefunden und muß jetzt auch was legen.“)

    Was nicht heißen soll, daß es heute keine guten Caches und / oder Locations gibt. Aber wenn man z.B. Beelitz komplett, das alte Conti-Gelände in Hannover, das Traum(a)haus West und div. andere LPs und tolle Locations gesehen hat, dann wird es halt schwieriger, noch wirkliche „Kracher“ zu machen.
    Und auch Caches wie „Schnipseljagd“ oder „Schnipseljagd digital“ haben die Latte hochgelegt, nicht was die Location sondern die Bastelleien betrifft.

    Nix desto trotz gibt es auch heute noch „Qualitätscaches“, wo für mich alles paßt. Das schöne ist ja, daß jeder für sich festlegen kann, was er schön findet…
    Der eine freut sich, wenn auf 30 km alle 100 Meter ne Dose in die Gegend gerotzt wird, der nächste über einen Gartenzwerg mit Logbuch in einer Baumhöhle, der eine will jeden Tag raus und ne Dose suchen, der andere hat kein Problem damit, auch mal wochenlang nix zu machen und dann wieder was aufwändiges (ggf. mit weiterer Anreise).

  13. 13

    Eine sehr ausführliche Auswertung, Respekt! Trotzdem gibt es zwei Punkte die mir aufgefallen sind, an denen du nacharbeiten solltest:

    1. Die Lebensdauer der Cache. Alle letztes Jahr gelegten und bereits archivierten Dosen KÖNNEN nur ein Jahr gelebt haben, und keine 10 wie Dosen welche 2002 gelegt wurden. Hier solltest du Dinge wie Lebensdauer zu möglicher Lebensdauer einfließen lassen, oder Verhältnis der im Jahr X gelegten Dosen zu denen aus dem Jahr X bereits archivierten Dosen.
    2. Da die Favorits GENAU im Verhältnis 1:10 geliefert werden bedeutet das, dass auch im Durchschnitt irgendwann jede Dose 1/10 (10/100) Favpunkte hat. Das sagt also gar nichts über die Qualität aus. Da viele Cacher vor 2011 angefangen haben und ihre somit „geschenkten“ Favs irgendwo ablegen werden, werden sie das tendenziell eher bei neuen Dosen machen, als bei alten Founds und bereits archivierten Cachen noch Favpunkte zu verteilen. Ich versuche zwar meine Favs über alle meine Founds zu verteilen, das ist mir aber auch noch nicht gelungen. Die Founds meiner ersten beiden Cachejahre haben so noch keine Favs „abbekommen“. Daher die Verzerrung zu Favs bei neuen Founds/Dosen. Hier spielt eben auch eine Rolle, dass neue Dosen häufiger gesucht und gefunden werden als alte. Besser ist da meiner Meinung nach die Auswertung über Loglänge oder GC-Vote. Wobei ich befürchte, dass ein GC-Vote-Urteil eines Cachers welcher nur 50 D1T1-Tradis gefunden hat auch nicht wirklich aussagekräftig ist. Wenn er aber für diese 50 Tradis 5 Favpunkte vergibt sagt das gar nichts über die Qualität der Dosen aus! ES könnte so etwas wie Cachetyp oder DT-Wertung zu Favpunkten oder auch Attribute (Klettern, Nacht, Lostplace…) verwendet werden.

  14. 12

    @mgo: Theoretisch möglich, aber das dürfte etwas dauern. Dazu muss ich erst einmal ein paar Skripte umschreiben und ich hab gerade einen Kampf mit einem Bad am Laufen. Ich schieb den „Bewertung vs. D/T-Wertung“ – Artikel nach, sobald ich wieder dazu komme. ;-)

  15. 11

    Was ich interessant fände wäre inwieweit D/T Wertung mit den Qualitätsattributen also hier (Fav, GCVote, Loglänge) korreliert.
    Ist eine solche Auswertung möglich?

  16. 10

    JR849 – ein wahrer Statistiker ;)

  17. 9

    Donnerwetter, was für eine Ausarbeitung! Da ziehe ich mal den Hut davor.

    Ohne auf die einzelnen Ergebnisse und der daraus resultierenden (streitbaren) Folgerungen einzugehen:
    Ich für mich kann endlich sagen: Heute ist alles besser als Früher!
    Jetzt schauen bestimmt erst mal viele fragend aus der Wäsche…

    Ob das Hobby früher besser war als heut oder heute besser ist als früher lässt sich doch nur zum Teil aus der Qualität der Listings, aus der Länge der Logs und aus den gewählten Locations bestimmen.Entscheidend ist doch die Einstellung des einzelnen Cachers:
    Wenn ich mir jede (Drecks)Dose auf’s Punktekonto schreiben muss, wenn ich jede Raststättendose einsacke und wenn ich den x-ten „Das ist mein erster eigener Cache“-Punkt holen muss, ja, dann wäre ich auch der Meinung „früher war alles besser“! Wenn ich Powertrail um Powertrail absolviere, sorry, dann hätte ich nach 1000 in die Erde gedrückten Petlingen auch das subjektive Gefühl, das früher alles qualitativ hochwertiger war. (Nein, ich verurteile hier weder die PTs noch diejenigen, die das suchen und will darüber auch keine neue Diskussion anfangen! Jeder nach seiner Fasson)
    Wenn man sich aber mal vom Punktewahn verabschiedet, die offensichtlichen Sche***Dosen links liegen lässt (sorry, aber bei 90% ist es anhand von Listing, Location u.ä. schon offensichtlich, wenn es eine Mülldose ist), wenn man mal wieder wegen eines schönen Multis 2 3 Stunden Anfahrt in Kauf nimmt, wenn man sich nicht alle 160m bückt sondern lieber läuft und mal Natur, Umgebung, etc auf sich wirken lässt, dann ist heute zumindest mal nichts schlechter als früher ;)
    Spannend wäre doch die Frage, waren die Cacher früher besser als heute? Waren die Motivation und der Antrieb einen Cache zu suchen und zu finden früher besser / anders als heute?

    Inzwischen bin ich (zum Glück) deutlich gelassener, was das Thema angeht. Jedem sein Powertrail, jedem sein Wandermulti, jedem sein T5er, D5er oder 1/1er – ich such mir meine Rosinen aus! Seitdem ist Cachen wieder herrlich entspannt und genussvoll. Das einzige was nie wieder sein wird wie es war, ist die Übersichtlichkeit und Eingeschworenheit der „Szene“.
    Aber das Hobby ist, was jeder selbst daraus macht
    :2Cents:

  18. ScandinavianMagicNo Gravatar
    Montag, 29. Juli 2013 15:59
    8

    Je länger ich drüber nachdenke, desto mehr kristallisieren sich für mich ein paar Punkte heraus, warum „früher alles besser war“:

    – die ganze Szene war sehr übersichtlich, man kannte quasi jeden persönlich
    – ebenso die Anzahl der Caches – man war quasi irgendwann gezwungen, weiter weg zu fahren, und hat dadurch Unbekanntes entdeckt. Das geht heute nicht mehr.
    – und letztlich lässt im Laufe der Zeit einfach die Faszination nach, durch die Gegend zu ziehen und seinen Namen in Logbücher in irgendwelchen Dosen zu kritzeln.

    Ok, dazu braucht man jetzt keine ausgefeilte Statistik, doch es zählt halt nicht nur die Qualität der einzelnen Dose – die war früher sicher nicht pauschal besser – sondern auch das gesamte Umfeld. :roll:

  19. 7

    Halleluja, das ist ja mal wieder eine ausführliche Auswertung. Da kann sich gc.com eine Scheibe abschneiden. Ich hätte noch einen Vorschlag für Bild 28: „Lebensdauer der einzelnen Cachetypen in Tagen“. Ein Cache, der 2002 ausgelegt wurde kann sicherlich eher eine Lebensdauer von 6 Jahren (2190Tagen) erreichen als ein Cache, der 2011 ausgelegt wurde ;) , deswegen würde ich die Zahlen hier noch geeignet normieren. Vielleicht teilst du die absolute Lebensdauer durch die maximal möglichen Lebensdauer. Das mag dann natürlich bei den jüngeren Caches komisch aussehen.hmmm?? :-? Eine bessere Normierung fällt mir aber spontan nicht ein.

    Schön auch, dass das Ergebnis positiv ausfällt. Früher war nicht alles zwangsläufig besser, sondern eben anders.

  20. 6

    Höchst interessant…

  21. 5

    Wow, was für ein Aufwand. Ob ich mich deinen Prognosen und Schlussfolgerungen anschließen kann, weiß ich noch nicht. Dazu muss ich das alles noch mal in Ruhe durchlesen und für mich bewerten.

    Aber nichts desto Trotz ist es eine Wahnsinnsarbeit, die du dir hiermit gemacht hast. Allein schon die Rohdaten zu ermitteln und aufzubereiten muss ja eine Heidenarbeit gewesen sein.

    Vielen Dank für diese „Auswertung“ (die würde bestimmt jeden Statistik-Studenten gut zu Gesicht stehen :) ).

    MfG Oliver/DasATeam

  22. ScandinavianMagicNo Gravatar
    Montag, 29. Juli 2013 13:28
    4

    Loglänge = Qualitätsmerkmal? Ich würde mal behaupten, dass konstant > 90% aller Logs Kurzlogs sind, die heute so kurz sind wie vor 10 Jahren. Damit wird die Statistikkurve der Loglänge ziemlich glatt gezogen. Eigentlich müsste man solche Durchnittselemente aus der statistischen Betrachtung herausrechnen, um aussagekräftige Trends zu ermitteln.
    Ebenso wäre mal interessant, die Rate der nachträglichen Bewertung von Caches zu ermitteln, die schon vor Einführung der Fav-Punkte existierten. Wenn man also beispielsweise sagen könnte, ein Cache hat für 2005 nur 10% der Fav/Log-Rate wie 2011, dann könnte man eine realistischere Betrachtung der Zahlen anstellen.

    Letztlich ist dann die Beurteilung, ob etwas „besser“ war, dann ja doch eher subjektiv und nur schwer berechenbar. :)

  23. 3

    @folti: Guter Tip. Werde heut Abend mal schauen, ob ich GSAK diese Daten entlocken kann. ;-)

  24. 2

    Super Artikel jr!
    Da steckt eine Menge Arbeit drin und ich bewundere deine Ausdauer :)

    Es gibt eine Kennzahl, die mich in Bezug auf die Lebensdauer der Caches noch interessieren würde und die du noch beschreiben könntest:

    Die Lebensdauer der Caches nach Fund-Logs (und nicht nach Tagen)

    Damit könnte man vergleichen, wieviele Cacher eine Dose von früher im Vergleich zu heute „aushält“ und darauf schließen, ob die Caches robuster geworden sind, bzw. besser behandelt werden – oder eben nicht. Die Anzahl der Tage scheint mir hier, aufgrund der steigenden Anzahl der Logs insgesamt, als kein passender Maßstab.

    Respekt auch dafür, dass du dich an ein subjektives Thema herangewagt hast und dieses auf der Grundlage von statistischen Daten objektiv beschreibst. Wie du schon in der Einleitung angemerkt hast, verändert sich ja die Wahrnehmung von „was ist gut/besser“ im Verlauf der Jahre, was das ganze Thema nur sehr schwer fassbar macht.

  25. 1

    Moin!
    Wirklich ein sehr schöner Blogeintrag, da geht mir Mathematikerin ja glatt das Herz auf ;-) . Ich konnte noch nicht alles lesen, aber eins wollte ich schonmal loswerden: Für die Prognose betrachtest du ja (teilweise) die beiden letzten Werte und da gibt es bei euch in Stuttgart ja eine bemerkenswerte Neuerung mit weniger Caches 2012 als 2011. Dadurch wird die Prognose natürlich noch geringer als 2011 ausfallen, obwohl in den Jahren vorher immer ein Anstieg zu sehen war. Da wir „nur“ 10 Datensätze haben, ist die Frage, ob es nächstes Jahr nicht wieder so einen Peak gibt, oder ob es tatsächlich weiter runter geht, mit einer Prognose wie der genutzten sehr schwierig zu beantworten. Aber die Statistiken sind ja auch so sehr interessant, dass das Maximum nicht 2012 ist, wundert mich total und nun habe ich noch mehr das Bedürfnis, das auch mal für Lübeck und umzu statistisch auszuwerten.
    Danke auf jeden Fall schonmal und viele Grüße,
    FerrariGirlNr1