Es war einmal die Abstandsregel

Wer einen Geocache auslegen möchte muss zwangsläufig einen Abstand zu anderen Caches, bzw. zu deren physischen Stationen einhalten. Wird die magische Grenze von 161 Metern unterschritten muss man sich ein neues Versteck suchen, so zumindest die Intention hinter dieser eigentlich recht einfach zu verstehenden Regel.

Die Tage hatte ich Kontakt zu einem Cacher, der eine neue Dose legen wollte und dazu die Finalkoordinaten meines Multis benötigte (den er bereits Jahre zuvor gefunden hatte) um den Abstand einzuhalten und keine Probleme bei der Freischaltung zu bekommen. Nachdem ich sie ihm geschickt hatte fragte er noch einmal nach ob diese stimmen würden, denn mit den von mir genannten Koordinaten würde es einen Abstandskonflikt zu einer anderen Dose geben… Äh, wie bitte? :-?
Die Guidelines sind hinsichtlich des Abstands ja recht eindeutig…

Abstandsregel Geocaching

Bildquelle: geocaching.com
… und auch die deutschen Reviewer haben hierzu noch etwas geschrieben…

Durch diese Regel hat also jeder Cache ein Exklusivrecht auf einen oder mehrere bestimmte Orte: Wird einer dieser Orte den Cachern bereits durch einen Cache gezeigt, dann muss dort nicht noch ein weiterer Cache gelegt werden.

Quelle: gc-reviewer.de
… also wie kann ein Cache einen zu geringen Abstand zu meinem Final haben?

Nach kurzer Recherche die Bestätigung, zwischen dem Final von Hartwald und dem Tradi Cache-Huhnjagd 6 sind es lediglich 143m, den Tradi dürfte es also gar nicht geben. Der Cacher, welcher mich angeschrieben hatte, hat in der Ecke bei einem seiner Caches zu einem anderen Cache der selben Tradi-Serie ebenfalls eine Unterschreitung des Abstands, es scheint sich also nicht einfach nur um ein Versehen zu handeln.
Bereits vor ein paar Jahren wurde neben meinem Tradi NES 378 – Well Preserved ein weiterer Tradi Wintercache veröffentlicht, welcher mit knapp 90m sogar noch wesentlich näher lag. Zwischenzeitlich ist dieser zwar archiviert, mit dem zu geringen Abstand zu meiner Dose hatte das aber nichts zu tun.
Keine Frage, als Reviewer sollte man durchaus auch mal eine Ausnahme machen dürfen, aber näher als die geforderten 161m einen Tradi freischalten ohne dass es dafür einen Grund gäbe und ohne vorher wenigstens den Owner des bestehenden Caches zu fragen? What for? :|
Ich stelle mir die Frage ob ich mit meinen Caches bei zu geringem Abstand einfach Pech hatte oder die Owner der anderen Dosen einfach so lange den Reviewer bequatscht haben, bis dieser eingeknickt ist oder genervt aufgegeben hat. Ist das vielleicht die zielführende Vorgehensweise? Habt ihr ähnliche Abstandskonflikte bei euren Caches oder mal eine Dose trotz zu geringem Abstand freigeschaltet bekommen? Oder hattet ihr bisher ähnlich wie ich einen Reviewer, der die 161m streng eingefordert und kein Meter nachgegeben hat?
Irgendwie bin ich bisher immer davon ausgegangen dass die Abstandsregel konsequent durchgesetzt wird und lediglich in wenigen Fällen und mit guter Begründung eine Ausnahme gemacht wird… so hört es sich auch zumindest an wenn man sich die Informationen der deutschen Reviewer durchliest… allerdings sieht es dann doch so aus wie wenn die Idee wesentlich von der Realität divergiert… oder je nach Gusto andersherum. Die Begründung für die o.g. Fälle würden mich allerdings brennend interessieren, denn ich sehe hier keinerlei Gründe welche gut genug wären, auch nur einen Meter im Kampf gegen die lediglich der Statistik zuträglichen Dosendiarrhoe nachzugeben… :nein:

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Datum: Donnerstag, 5. März 2015 18:13
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9 Kommentare

  1. 9

    Hallo lieber Mitcacher!
    Zugegeben, die obige Geschichte ist für mich doch sehr verwirrend.
    Auch ich hatte bis jetzt angenommen, dass die Abstandsregel ein unumstößliches MUSS ist. Ich selbst habe einen Multi gelegt und musste dessen Stationen mehrfach auf Hinweis des Reviewers verlegen, weil sich in der Nähe andere Dosen befanden (Stages eines Mysteries, den ich selbst nicht lösen konnte und vom Owner leider keine Antwort auf die Frage nach einem Tip kam)
    Zwar denke ich, dass es keinem weh tut, wenn der Mindestabstand nun doch mal 1-2 m unterschritten wird, aber irgendwo muss nunmal die Grenze gezogen werden.
    Und mal eben zufällig die Stage oder mitunter das Final eines völlig anderen Caches zu finden, mindert doch aus meiner Sicht, die ich nicht ausschließlich auf der Jagd nach Statistikpunkten bin, erheblich den Spaß am Entdecken, Suchen und Finden – sowohl für den Geocacher als auch für die Owner beider Caches.
    Wer liest schon gerne „Zufallsfund“ in einem Log?

    So etwas sollte wirklich nicht passieren.

    In diesem Sinne – Happy Hunting :)

  2. 8

    Wir haben mal in Hamburg einen Cache gesucht und hatten beim suchen plötzlich eine Dose von einem anderen Cache in der Hand. Das eine war ein Tradi und das andere ein Final eines Multis. Die lagen höchstens 20 m voneinander entfernt, deshalb gab es auch die Verwechslung. Als ich beim zuständigen Reviewer nachfragte, habe ich leider keine Antwort erhalten.
    Seitdem glaube ich, dass früher die Abstandsregel nur manuell durch den Reviewer geprüft werden konnte und das halt manchmal vergessen wurde.

  3. 7

    Zum Kommentar vom Schnellen Linus: gibt aber auch hier in Limburg manchmal Fehler. Auf dem Domplatz liegt ein relativ neuer Tradi gerade mal knapp 100 Meter von dem Final eines meines Mysteries entfernt… aber stört es mich? Nö… kann man nicht verwechseln. Gruß Jörg

  4. 6

    Doch, der Artikel ist mir scheinbar entgangen. Das war ja auch nur ein Ansatz. Wenns nicht so ist, auch gut.

    Das „Höflichkeits“-Argument kann ich einerseits nachvollziehen. Auf der anderen Seite ists ja nicht so, daß irgendwelche Plätze irgendjemand „gehören“ und man erst nachfragen muß, ob man gnädigerweise dort etwas ablegen darf.

    Alles in Allem finde ich, daß das wegen nicht mal 20 Metern zuviel Wind ist. Aber gut.

  5. 5

    Ah, ein schöner Satz mit Subjekt, Prädikat, Objekt, als ZIP-Wort in einem „Und“… Vermutlich ist dir der Artikel mit den Finalkoordinaten für die Punktegeier von vor ein paar Wochen nicht entgangen, die dort aufgelistet Koordinaten sind seit Anbeginn des Multis so hinterlegt.
    Warum der Reviewer, wohlgemerkt nicht nur bei mir, nachfragen sollte ist einfach zu beantworten, man nehme das zweite Zitat des Artikels und verbinde dies noch mit „Aus Höflichkeit“. Gerade in dieser Disziplin hat Geocaching nämlich schon seit längerem ein kleines Defizit, nicht nur im Umgang mit Reviewern, sondern auch bei Diskussion rund um das heisgeliebte Hobby, welches nur echt mit den Gummipunkten scheint und jeder nur „mehr, mehr, mehr“ schreit ohne über die Konsequenzen nachzudenken…

  6. 4

    Gleich nach dem „Und?“ stellte sich für mich die Frage, ob dein Final sauber eingetragen ist (der andere ist ja ein Tradi, da muß es ja so sein). Ist nicht mal böse gemeint, aber dein Multi ist uralt, da erlebe ich oft, daß das Final einfach nicht korrekt hinterlegt ist.

    Keine Ahnung, was da schief gelaufen ist, aber es ist nunmal so. Vielleicht waren die Koordinaten ungenau, es wurde irgendwann nochmal eingemessen und die Koordinaten geändert. Da prüft doch niemand, ob sich da abstandstechnisch irgendwas geändert hat.

    Aber: Wieso sollte da der Reviewer bei dir nachfragen? Lieber JR, bittebittebitte darf ich einen Tradi freischalten, der näher als 161 Meter an einer deiner Dosen liegt. Ernsthaft? Ich würde mir da blöd vorkommen. Und zwar als Reviewer, anderer Owner und mir selbst. Fragt ja (mit Recht!) auch niemand nach, ob er einen Cache 161 Meter neben meinen legen darf.

    Ich habe mir kurz mal überlegt, wieviele Caches ich gefunden habe, die spürbar keine 161 Meter Abstand gelassen haben. Das waren einige. Und bei welchen mich das gekratzt hat. Das war kein einziger.

    Ich halte diese 161 Meter eh für veraltet und gerade in der Stadt für zu weit. Da würden es 50 Meter auch tun. Das hätte mir einige Diskussionen mit den Reviewern wegen 2 Metern hin oder her erspart.

  7. 3

    Eine Abstandsregel für Geocaches gibt es eh nicht 8O – höchstens für Listingkoordinaten innerhalb einer Plattform :roll:

  8. 2

    Unser Reviewer hatte mal einen Tradi in der Anfrage, welcher im Abstand mit meiner Letterbox kollidierte. Weil der Owner ihm aber glaubhaft versichern konnte, das hier ein anderes Versteck unmöglich ist, hat er mich höflich gefragt, ob ich damit ein Problem hätte. Alles ist sehr korrekt abgelaufen.
    Einen Mystery hat er wegen Abstandsbetrug (welcher hier auch absolut nicht notwendig war, das gleiche Versteck wäre 50m weiter ohne Probleme machbar gewesen) komplett gesperrt.
    Auch die berühmte Ausnahme hat er schon freigeschaltet.

    Unser Reviewer beweist hierbei echtes Fingerspitzengefühl. 8)

  9. 1

    Also hier rund um Limburg / Diez wird die Regel strikt eingehalten – und ich denke auch nicht, dass man die zuständigen Reviewer aus Rheinland-Pfalz und Hessen bequatschen könnte ;-)