Hetzjagd auf Geocacher?

Im Internet findet man zur Deutschen Jagd-Zeitung häufig die folgende Aussage:

Die „Deutsche Jagd-Zeitung“ ist praxisorientiert, progressiv und glänzt durch fundierte Sachkenntnisse für den aktiven Jäger.

Praxisfern und eine Glanzleistung in Sachen „Abwesenheit von fundiertem Fachwissen“, würde ich der DJZ nach dem Durchlesen des Artikel „Geocaching – Schatzsuche, Spione im Revier“ bescheinigen, mehr in Richtung Bildzeitung – reisserisch, quotenorientiert und nichts was den Dialog zwischen Jäger und Geocacher fördern würde.
Press sucks – das war mein erster Gedanke als ich den Artikel gelesen hatte.

Der Artikel

Insgesamt acht Seiten sind dem Geocaching gewidmet, beginnend mit vier Seiten Erlebnisgeschichte mit Stefanie Brunner, gefolgt von zwei Seiten Erklärung zu Geocaching mit der besonders gelungenen Überschrift „Wild und Leben in Gefahr“ und einem abschließenden Interview mit zwei Jägern, die mit Geocaching bereits Bekanntschaft gemacht haben.

Nächtliche Treiberwehr mit Stefanie Brunner
Zusammen mit der Autorin geht es im Rudel zum Nachtcachen, einer anspruchsvolleren Route durch den Wald in einer bewölkten Vollmondnacht. Schon hier wird dem Leser mitgeteilt, dass Caches an Orten fernab der Wege versteckt sind. Natürlich muss noch ein Bach überquert werden und das kann man am Besten durch einen Schilfgürtel, wo man gleich noch ein paar Tiere verscheuchen kann. Selbstverständlich sind auch Jäger im Wald, von denen nur die Schüsse zu hören sind. Georg, vermutlich einer der Cacher die unbedingt in die Presse wollten, kennt das natürlich schon (wie auch die aufgescheucht schreienden Rehe) und die Gefahr bereitet ihm Freude. Dieser Kandidat kommt auch auf die Idee ohne Licht weiterzulaufen und, um das Ganze noch spannender zu machen, nicht einmal mehr zu reden – Kumpel Theo findet sowas natürlich auch toll. Es geht immer weiter, schön durch das Unterholz und die Einstände des Wildes. Am Ende noch der Logbucheintrag, der Stolz, dass man 4,7 km durch tiefe Wälder gelaufen ist und eine Autorin, die genau das gefunden hat, wonach sie schon so lange gesucht hat – Abenteuer pur! Alles schön untermalt mit einem Bild einer flüchtenden Schwarzwildrotte mit dem Untertitel „Menschenwitterung liegt in der Dickung. Die Rotte ist der drohenden Gefahr gerade noch entkommen“ und einer Wildsau im Leuchtpunkt-Visier „Gerade bei Nacht ist oft nicht ersichtlich, was sich hinter dem Wild abspielt“.

Ganz toll geschrieben! Mediengeile Cacher, die sich und andere nur wegen des Nervenkitzels absichtlich in Gefahr bringen, ein Cache der Sorte Negativbeispiel in Sachen „Rücksicht auf Natur und Wild“ und eine Schreiberin, die mit Krimis vielleicht mehr verdienen würde. Dass man vor dem Schuss auf einen natürlichen Kugelfang achten muss, lernt man schon auf dem Weg zum grünen Abitur. Wer nicht weiß was sich hinter dem Wild abspielt, lässt den Finger gerade, soviel zum fundierten Fachwissen der DJZ.

Wild und Leben in Gefahr
Wo die erste Geschichte aufhört, beginnt gleich die Nächste. Diesmal ist es ein Cacher mit Nachtsichtbrille, der ohne Licht beinahe vom Jäger erschossen wird. Peter Conrad, der Schreiberling dieses Werkes, hat zumindest nicht bei der Kollegin gespickelt, sonst wäre ihm aufgefallen, dass es nicht „das Cache“, sondern „der Cache“ heisst. Geocaching wird kurz erklärt und die Ausreden der Cacher aufgelistet (Merke: Wenn jemand mit Klopapier aus dem Wald kommt, ist es automatisch ein Geocacher). Auf Nachtcaching und dem Reiz durch die Beeinträchtigung des Sehsinns, sowie die Tatsache, dass auf Fledermäuse geachtet, aber dem Ruhebedürfnis zahlloser anderer Tiere kein Gedanke verschwendet wird, wird ebenso eingegangen, wie auf die Umstand, dass Gespräche zwischen den beteiligten Gruppen dringend notwendig sind, die DJZ aber lieber beim Bund für Umwelt und Naturschutz und dem Naturschutzbund nachfragt, ob sich Geocaching für die Jagd nachteilig auswirkt und dass auf jedes Revier statistisch beinahe zwei Caches fallen (sprich jeder Leser mit Revier oder Jagdmöglichkeit ist betroffen).

Mit keinem Wort wird erwähnt, wie man sich mit Geocachern in Verbindung setzen kann, was man tun soll wenn man eine Dose im Revier gefunden hat, einen o.g. Problemcache im Revier hat, etc. Ein toller Bericht um Cacher über einen Kamm zu scheren und die Kluft des Dialogmangels zu weiten. Wahrhaftig eine grandiose Bereicherung für Jäger und Cacher!

Interview „Permanente Störung“
Zwei Jäger aus Hessen werden interviewt, beide hatten schon Kontakt zu Geocachern und berichten über Horden von Cachern im Wald. Nicht alle Schätze sind an Wegen versteckt, einige sogar mitten in den Beständen und wenn man als Cacher alle Caches machen will, nimmt man den kürzesten Weg.

Die Selbstverpflichtung zum verantwortungsvollen Umgang mit der Natur werden von denen völlig ignoriert

Immerhin wurde, nachdem Herr Schröder einige Cacher zur Rede gestellt hatte, alle Caches aus seinem Revier entfernt. Am Rand des Artikels findet der Leser den Link zur Geocachingkarte auf Geocaching.de, wo er gleich in seinem Revier nach potentiellen Caches schauen kann.

Warum wundert es mich nicht, schon aufgrund der Tatsache, dass die Wörter „permanente Störung“ in Rot als Überschrift gewählt wurden, Geocacher mit Ungemach assoziiert und als unberechenbar hingestellt werden, dass im Artikel selber an den Cachern auch beinahe kein gutes Haar gelassen wird?

Meine Meinung
Ein Artikel, der weit davon entfernt ist, Jäger und Geocacher in irgendeiner Weise zusammenzubringen. Ein, in einem Satz des Artikels vielleicht erkennbarer Ansatz des Dialoggedankens, wird von dem negativen Artikel schlichtweg erschlagen. Wenn ich von Geocaching keine Ahnung hätte, spätestens nach diesem Artikel hätte ich mir eine Meinung gebildet und würde an der Stelle der Jäger vehement gegen die Störer im Revier vorgehen.
Traurig aber wahr, am Ende der acht Seiten fehlt eigentlich nur noch der Satz „Geocaching gehört verboten“, dann hätte die DJZ wirklich ganze Arbeit geleistet!

Geocaching und Jäger
Auf beiden Seiten gibt es rücksichtslose, egoistische und selbstgefällige Menschen, weder die Jäger noch die Geocacher können sich auf die Schulter klopfen oder sollten auf die Anderen zeigen.
Ja, es gibt Cacher die ohne Rücksicht auf die Natur und das Wild ihre Dosen in den Wald werfen. Das schlimme daran, es wird von der Community nicht wirklich dagegen vorgegangen (zumindest nicht immer). Im Gegenteil, es wird der interessante, querwaldein gelegte Nachtcache auch noch gelobt. Das Problem an der Sache ist, dass viele Cacher nicht wissen was damit für Schaden angerichtet wird. In vielen Fällen hat man den Eindruck, dass wenn ein Geocache gelegt wird, dies automatisch ein Freibrief dafür ist auf den Spuren des Owners zu wandeln und in gleicher Weise alles falsch zu machen, wenn dann noch ein Jäger „stört“, werden die Ertappten pampig.
Dass es auf der Seite der Jäger auch den einen oder anderen Kandidaten gibt, über den man nur den Kopf schütteln kann, dürfte dank der eifrigen Berichterstattung so mancher Zeitung klar sein.
Einzelfälle werden breitgetreten und am Ende heisst es wieder „die Cacher“ oder „die Jäger“.

Was kann man tun?

  • Als Owner darauf achten wo man seine Dosen versteckt. Ihr seid dafür verantwortlich, dass die Cacher die Location aufsuchen!
  • Als Cacher nicht um jeden Preis alle Caches mitnehmen und wenn das Wild oder die Natur unter der Dose leiden, nicht einfach weitermachen oder die Klappe halten. Etwas Engagment würde unserem Hobby gut tun und der Negativpresse den Wind aus den Segeln nehmen!
  • Als Jäger die Dosen nicht einfach wortlos entfernen, sondern den Dialog suchen. So mancher Jäger hat auch schon Vorschläge unterbreitet, wo man Geocaches besser verstecken kann und was man beachten sollte. Das bringt mehr als irgendwelches gepolter und klagen in irgendwelchen Jägerforen, in die die meisten Cacher sowieso nicht hineinschauen.

Es sollte für Jäger einfacher werden, mit den Ownern Kontakt aufzunehmen.
Die eigentliche Hürde ist der Mangel, mit Ownern direkt Kontakt aufnehmen zu können, ohne sich auf Geocaching.com anzumelden und sich durch das Englisch zu kämpfen. Eine deutsche Seite mit der Möglichkeit zur Kontaktaufnahme, beispielsweise durch ein Kontaktformular mit Verwendung eines Accounts bei GC.com oder OC.de im Hintergrund. Per GC-Code, durch den Cachenamen oder durch Benutzung einer Karte mit eingezeichneten Geocaches.
Das Geoclub-Forum, mit seinem Unterforum Jagd & Forst, ist eine weitere Möglichkeit für Jäger, Kontakt zu Cachern zu bekommen, doch wer wagt sich schon in die Höhle des Löwen (mal abgesehen davon, dass in vielen Fällen nichts brauchbares dabei rauskommt). Dort findet man auch die Diskussion zum Artikel der DJZ.
Die Positivliste in diesem Unterforum zeigt, wenn auch in zaghaften Anfängen, dass beim Dialog zwischen Cachern und Jägern nicht Hopfen und Malz verloren ist und man die Flinte nicht zu früh ins Korn werfen sollte.

Auf jeden Fall müssen wir was tun, nicht weiterhin den Kopf in den Sand stecken und mit dem Finger auf Andere zeigen!!!

Autor:
Datum: Donnerstag, 28. Januar 2010 20:15
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23 Kommentare

  1. 23

    […] Grundbesitzer sauer sind, Geocacher ins Visier genommen werden, Denkmäler beschädigt werden, Hetzjagdartikel erscheinen, auf Fledermausschutzzeiten geschi**en wird, viele Dosen auf kleinem Raum zum Problem […]

  2. 22

    Hallo,

    bin über ein Jagdforum auf euer Hobby gestoßen. Nach einiger Lektüre muss ich sagen, dass Wortwahl und Stil der Aussage mich zur Annahme verleitet, dass Geocacher wohl eher intelligente Menschen sind ;)
    Wie bereits hier und auch auf landlive angesprochen, gibt es auf beiden Seiten sehr merkwürdige Einstellungen.
    Es herrscht vermutlich auf beiden Seiten zu wenig Information vor. So sollte auf unserer (Jäger) Seite erkannt werden, dass es sich beim Geocachen um eine eigentlich wünschenswerte Angelegenheit = Mensch in der Natur beschäftigt mit Gehirnjogging. Dies mag ja auch bei einer Anzahl von Menschen den Wunsch nach mehr Wissen über Flora und Fauna wecken. Dieses erworbene Wissen mag dann vielleicht auch zu mehr Einsicht hinsichtlich deren Schutz führen.

    Auf Seiten der Geocacher wünsche ich mir vielleicht ein wenig Beschäftigung mit der Umgebung in der die “ Schnitzeljagd“ stattfindet. Es ist tatsächlich so, dass es Brutzeiten gibt, die schon empfindlich gestört werden können, und wer einmal eine blasende Bache (Letzte Warnung eines weiblichen Wildschweins vor Angriff zum Schutz ihrer Jungen) gehört hat wird sich das wirklich überlegen.
    Obwohl die Jäger aus meinem Bekanntenkreis / Alter keine Ballerköppe, sondern auch meist intelligente Menschen sind, kann ich ,wie für den Rest der Menschheit, nicht ausschließen dass irgendwo ein Ballerkopp sitzt.
    Wenn dieser von Wildschadenszahlungen (Jäger müssen bestimmte Schäden, die z.B. Wildschweine auf Feldern anrichten dem Grundbesitzer entschädigen) gedrückt meint die Ursache zu beseitigen, besteht die Gefahr, dass es zu einem Unfall kommt.
    Die sich dann erhebende Frage nach der Schuld des Jägers ist dann für mich zweitrangig, denn dieser muss das Wild genau ansprechen (identifizieren) können. Dies sieht vermutlich auch jeder Richter so, dies hilft im Falle einer tödlichen Verletzung vermutlich genausowenig, wie wenn der übermütige Sohnemann mit Papas Porsche eine Mutter von fünf Kindern überfahren hat.

    Der Weg zum miteinander heisst für mich :“Sprecht miteinander“ Für Jäger heisst das: Lest mal was nicht diffamierendes zum Thema und löst vielleicht mal ein Rätzel.
    Für Geocacher : Lest was über das Thema Jagd oder wendet euch an die Kreisjägerschaft. Findet ihr via Google mit „Kreisjägerschaft“ „Kreis in dem ihr wohnt“.

    Wir sind alle nur Naturnutzer, sehen wir zu, dass diese erhalten bleibt.

    Tschüss sagt der Bauer, der wohl am Wochenende dem Cache in seinem Revier nachstöbern wird.

  3. 21

    @karl heinz: Vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar. ;-)
    Eigentlich sollte es so sein, dass Geocacher schon von sich aus darauf achten, wo sie ihre Dosen verstecken. Die Realität sieht leider an vielen Stellen anders aus. In einigen Fällen hat die Community selbst schon so manchem Owner ein Licht aufgehen lassen und es wurden Dosen entfernt. Das Problem liegt schlicht und einfach daran, dass viele Cacher, wie u.a. auch Mountainbiker, Pilzesammler, etc. einfach nicht groß über ihr handeln nachdenken. Einzelne, ältere Caches im Revier sind, auch wenn sie manches Mal ungünstig liegen, durch nur wenige Besuche im Monat nicht das Problem. Da ist so manch ein freilaufender Hund störender für das Wild. Was jetzt nicht heisst, dass so etwas hingenommen werden soll.
    Aufklärung ist das, was an vielen Stellen schlichtweg notwendig ist. Das ist besser als mit Strafen zu drohen und Gesetzestexte zu zitieren. Mal abgesehen davon, dass es keine, bzw. evtl. nur sehr wenige Cacher gibt, die das Wild vorsätzlich stören, oder Jäger ärgern wollen.
    Caches einfach zu entsorgen ist absolut kontraproduktiv. Wenn eine Dose einmal eine Weile im Revier liegt, kommen nur noch ab und zu Cacher hin (schlichtweg, weil der Rest schon im Logbuch steht). Wenn man diese Dose einfach mitnimmt und neue Dosen nachkommen, hat man nur noch mehr Cacher im Wald. Da ist es besser, nachzuschauen wem die Dose gehört, bzw. einen großen Zettel hineinzulegen mit der Bitte um Kontaktaufnahme. Nicht alle Cacher sind beratungsresistent und nicht jedes Gespräch zwischen Jäger und Cacher ist feindselig.
    Nur auf die Presse sollte man in vielen Fällen nicht hören, die brauchen Schlagzeilen um Umsatz zu machen. Meist zum Leidwesen der betroffenen Gruppen. :|

  4. 20

    *räusper* …mal ganz ketzerisch gefragt: sollte es denn nicht eigentlich umgekehrt sein: der Geocacher fragt den Grundstücksbesitzer oder Jäger BEVOR er in dessen Revier an einem vielleicht kritischen Punkt ein Cache anlegt und damit Ungemach verursacht? Sprich: der Verursacher sucht den Dialog und nicht der Leidtragende?

    Anstatt sich hier über „mediengeile“ Geocacher zu beschweren und mit dem Finger auf andere Sportarten (Mountainbiker etc.) zu zeigen, stände es Ihnen gut zu Gesichte sich einfach mal an die eigene Nase zu fassen und sich über die folgenden Punkte Gedanken zu machen:

    1) Wie viele „Naturnutzer“ verträgt die Natur: Spaziergänger, feiernde Jugendliche, Reiter, Wanderer, Jogger, Nordicwalker, Mountainbiker, Motocross- und Mopettfahrer, Hundeführer, Pilz- und Beerensammler Kiteboardern und Geocachern usw…jede dieser Natursportarten für sich aleine stellt, Vernunft vorrausgesetzt, kein Problem dar – in der Summe sehr wohl.

    2) Das „schwarze Schaf“ ist immer der andere…andere Geocacher, Mountainbiker, Jäger etc…macht Ihr es Euch hier nicht ein Stück weit zu einfach? Jeder Owner trägt die Verantwortung für sein Tun.

    3) Wenn, was zu Befürchten ist, das Geocachen noch in seinen Kinderschuhen steckt und der „Boom“ noch bevorsteht – sehe ich ein hohes Konfliktpotential, bis hin zu gerichtlichen Auseinandersetzung auf uns zukommen. Denkbar wären hier:

    § 19a Bundesjagdgesetz: Beunruhigen von Wild
    Verboten ist, Wild, insbesondere soweit es in seinem Bestand gefährdet oder bedroht ist, unbefugt an seinen Zuflucht-, Nist-, Brut- oder Wohnstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören. Die Länder können für bestimmtes Wild Ausnahmen zulassen.

    In verschiedenen Landesjagdrechten verankert: „vorsätzliche Störung der Jagd„ usw…

    Wußtet zB., dass der Jadschutzberechtigte euch im Wald anhalten und Euere Personalien aufzunehmen darf wenn auch nur ansatzweise einer der oben genannten Sachverhalte angeommen werde kann? Dies geht bis zur Alamierung der Polizei zur Festellung der Personalien…

    Und ja: ich bin Jäger und möchte meiner im Bundesjagdgesetz verankerten Pflicht zur Hege nachkommen, welche die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepaßten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen zum Ziel hat. (§1 Abs. 1 und 2 Bundesjagdgesetz).

    Wenn ich mich dann noch im eigenen Revier von Geochachern blöd von der Seite anreden lassen muß, die ich höflich UND freundlich darauf hinweise, dass sie doch bitte nicht in der Dämmerung oder in der Nacht im Wald rumrumoren sollen – dann ist bei aller Dialogbereitschaft ein Punkt erreicht, wo ich Menschen verstehe die Caches „entsorgen“…

    KarlHeinz

  5. 19

    Diese Ausgabe wurde mir gestern von einem Bekannten in die Hand gedrückt, der gerade die Jagdprüfung absolviert. Dein Blogpost ist eine hervorragende, konstruktive Zusammenfassung und spricht mir aus der Seele (ich kann mich nur dank Deines Posts hier zurückhalten selber was dazu zu bloggen). Ich cache seit 2004 und habe 2250 Caches gefunden und lange noch nicht das in der Summe erlebt oder mitgeschleppt was hier als „normal“ hingestellt wird und im Rahmen einer Cachetour passiert, obwohl ich auch in das zusammengesponnene Profil eines „Extremcachers“ passe.

    Was machen eigentlich die Jäger, die diese Art der Konfrontation statt Kommunikation auch nicht gut finden?

  6. 18

    es geht jedoch auch anders: bei einem meiner caches bekam ich eine sehr höfliche mail vom jäger, dass er die dose entfernt hat. Darauf bat ich ihn, die dose an seinem hochsitz zu deponieren, dass ich sie dort abholen kann. das hat auch alles wunderbar geklappt und beide seiten waren zufrieden. Wenn allerdings in der Dose kein Anprechpartner steht (und Internetseiten sehe ich nicht als Ansprechpartner), ist das ja klar dass es so nicht funktioniert…

  7. 17

    Denk ich an Deutschland in der Nacht . . . .
    Vor 20 Jahren erlebte ich ein ähnliches Thema als Mountainbiker.Seither hat sich wohl nichts geändert in Deutschland. Aber leider auch wohl nicht am Verhalten einiger „Radikalsportler“.
    Das erste Gesetz von Sankt Hubertus an seine Jünger lautet: Du sollst keine anderen Waldbesucher neben Dir dulden!
    Natürlich sind es nicht die Mountainbiker oder Geocacher, die zum Artenschwund beitragen. Aber wenn schon Landwirtschaft, Industrie und Siedlungsbau es den Tieren schwer macht, sollten wir nicht auch noch dazu beitragen.
    Nächste Woche besuche ich „mein Deutschland“ nach langer Zeit mal wieder. Mal sehen was sich da so abspielt.
    Melhores Cumprimentos von Madeira
    bacalhau

  8. 16

    Am Rand des Artikels findet der Leser den Link zur Geocachingkarte auf Geocaching.de, wo er gleich in seinem Revier nach potentiellen Caches schauen kann.

    Na, dann sollten wir doch mal unsere Waldcaches in Mysteries umwandeln ;-) Da können sich die Grünröcke die Wartezeit im Hochsitz mit Rätseln vertreiben :mrgreen:

  9. 15

    Leider sind die meisten Grünröcke hier beratungsresistent. Obwohl in allen Dosen meine Mailadresse und Telefonnummer vorliegt, räumen die Dosen einfach weg, und schreiben dann noch drohende Briefe über einen Rechtsnawalt mit völlig unsinnigem Inhalt. Ein Dialog fand nur über eine Leserbriefdebatte statt.
    Denen ist egal ob man die Dosen an Wegen und Straßen legt, die wollen uns gar nicht im Wald. Ich habe meine Konsequenzen daraus gezogen und bekämpfe, zumindest diese Jäger mit legalen Mitteln.
    Das es im Nachbarrevier vernüftige dialogbereite Jäger gibt ist da schon fast ein Wunder.

  10. 14

    Vielen Dank für die Zusammenfassung!

    Der Artikel ist für mich ein Zeichen, dass die Jäger mit uns ein „Problem“ entwickeln werden. Der Konflikt könnte aber entschärft werden.

    Zuerst sollten wir Cacher uns doch mal an die eigene Nase fassen! Ich habe zwei Beispiele besucht:
    http://www.geocaching.com/seek/cache_details.aspx?guid=e6db0f9d-3744-4ab8-9d94-b115178c1fd9
    Hier hätte ich mir eigentlich schon beim Spoilerbild denken können, dass die Dose ganz in der Nähe einer „jagdlichen Einrichtung“ liegen müsste. Da sollten wir dann einfach wegbleiben.
    Das gleiche gilt auch für das zweite Beispiel:
    http://www.geocaching.com/seek/cache_details.aspx?guid=2cb2bc78-9715-4105-8575-0306668deae1
    Hier ist doch der direkt Konflikt schon vorhersehbar.

    Viele Grüße

    wz19

  11. 13

    Die Bild-Zeitung ist doch auch nicht an einer Diskussion mit den Personen, über die berichtet wurde, interessiert! Es geht nur um Auflage bzw. verkaufte Zeitungen, um nichts anderes.

    Da sich ja viele Cacher gerade im Forum dazu äußern, sind das entweder alles blinde Vermutungen ohne fundierten Hintergrund oder die haben die Zeitung gekauft. Das steigert auch den Absatz, was ja das Ziel ist. Geocacher unterstützen solche Machenschaften also…

  12. 12

    Eine starke Zusammenfassung – vielen Dank.

    Aufklärung, Dialog und Toleranz sind die Schlüssel zu einem guten Mit- bzw. Nebeneinander von Jäger und Cacher (und Wild).
    Vielleicht solltest du deshalb den Link zu diesem Artikel mal an die Redaktion der DJZ senden.

  13. 11

    Was ich ja besonders interessant finde, in der „Erzählung“ von Stefanie Brunner ist noch der folgende Punkt: Die rennen ohne Licht, bei bewölktem Vollmond, durch den Wald und bewegen sich „tastend von Ast zu Ast“ vorwärts. Und dann: „Plötzlich führt uns eine Schneise aus Reflektoren zum Ziel unserer Tour.“

    Aha! So so! Haben die die Reflektoren ertastet? Oder hatte da einer so gute Augen, dass er sich von Ast zu Ast vortastend, trotzdem ohne Lampe Reflektoren sehen konnte?!?

    Wenn da mal nicht ein „ganz klein wenig“ Fiktion in die Geschichte geraten ist… ;-)

  14. 10

    Ich sagte ja auch nicht, daß Du die hochladen sollst! Ich hoffe eher auf einen anonymen Link von irgendeinem der Leser bei Rapidshare oder einem der Bilderdienste.

  15. 9

    @Wolf: Das Urheberrecht spricht leider in Sachen Scan oder Bildausschnitte eine deutliche Sprache. :-|

  16. 8

    Hatte mir die djz auch gekauft – schon gleich bei Erscheinung. Und bei der Lektüre ungläubig den Kopf geschüttelt. Teile Deine Einschätzung und kenne zum Glück (!) auch zumindest EINEN Grünrock, der definitiv als Positiv-Beispiel durchgehen kann! Dialog ist wichtig, damit SOWAS wie der Artikel nicht unkommentiert im Raume stehen bleibt …

  17. 7

    Wo sind denn nun Scans des Artikels zu finden?

  18. 6

    Aus eigener Erfahrung (allerdings nicht real, sondern „nur“ in einem Forum) drängt sich mir der Eindruck auf, dass die Grünröcke, mehr als jeder andere der durch den Wald läuft, beratungsresistent sind :roll: .

  19. 5

    Auf beiden Seiten gibt es immer Solche und Solche…

    Vermutlich wird Geocaching irgendwann gesetzlich reglementiert werden (müssen)

  20. 4

    „Auf jeden Fall müssen wir was tun, nicht weiterhin den Kopf in den Sand stecken und mit dem Finger auf Andere zeigen!!! “

    …dieser satz sagt eigentlich alles aus…

    dies kann auch sehr stark nach hinten losgehen…das musste ich bereits leidvoll erfahren…

    so lange es aber immer noch menschen gibt, die den angeblich so besseren zeiten von früher nachheulen, dann kann sich nichts ändern (als kind hatte man immer von seinen eltern gehört „so etwas gab es früher nicht!“…jetzt kommt die zeit, dass man selbst diesen gleichen bullshit weitergibt)
    oder die ganzen geheimhaltungs-junkies, die noch nicht verstanden haben, dass wir bereits mitten in der gesellschaft angekommen sind…
    oder das meinungs-chaos in der grünen hölle…da waren selbst die grünen bei ihrer gründung nicht so chaotisch… ;-)
    oder oder oder

    wer spricht heute noch über mountain biker, kletterer, snowboarder usw. ???

    jep…keine sau…das gehört zu unserer heutigen gesellschaft dazu…da stecken bereits starke wirtschaftliche und sogar volkswirtschaftliche interessen dahinter…

    ich gehe noch einen schritt weiter und behaupte, dass geocaching diese oben genannten beispiele noch weit übertreffen wird…

    also kopf aus dem sand und kein geheule über die guten (richtig wäre: anderen) alten zeiten…
    schnitzel

  21. 3

    Ja, guter Artikel. Auf oder in seinen Dosen kann man ja auch einen Hinweis auf seine e-mail-Adresse hinterlassen. Wer dann den Kontakt sucht, z.B. weil die Dose gefunden und als störend erachtet wurde, kann dann ja gerne den Kontakt suchen. Ob das jemals wirklich geschieht, weiß ich indes nicht.

  22. 2

    „Wir müssen was tun“. Aha.

  23. 1

    Schöner Beitrag!
    Hat mir gut gefallen un hoffentlich lesen das auch genug Leute beider Seiten.