Wenn der Jäger mitliest

Nachtcaches haben ihren ganz besonderen Reiz, allerdings sollte man beim Auslegen auf jeden Fall die geltenden Gesetze beachten.
In Schleswig-Holstein beispielsweise ist das Verlassen der Wege im Wald durch das Landeswaldgesetz geregelt

Das Betreten in der Zeit von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis zu einer Stunde vor Sonnenaufgang (Nachtzeit) ist auf Waldwege beschränkt.

Quelle: Landeswaldgesetz für Schleswig-Holstein

In den meisten Fällen bleibt es dem Jäger/Förster nicht lange verborgen, dass im Revier auch in der Nacht auf Schatzsuche gegangen wird. So geschehen auch nördlich von Hamburg. Während einige Cacher weniger vertraut mit den aktuellen Gesetzen scheinen, hatte zumindest der dritte Cacher den Mut, seine Bedenken zu dieser Art Quer-Wald-Ein-Cache und zur Befestigung der Reflektoren zu äußern…

Zum Glück war ich rechtzeitig vor Ort, nämlich genau bei Sonnenuntergang…
Warum rechtzeitig? Das Landeswaldgesetz in SH verbietet das Verlassen der Waldwege von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang. (§17 LWaldG_2004: Das Betreten in der Zeit von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis zu einer Stunde vor Sonnenaufgang bleibt auf die Wege beschränkt). Bleibt also nur eine Stunde, diesen Quer-Waldein-Cache zu suchen!
Eine Super-MagLite benötigte ich auch nicht, denn zum Einen sind die Reflektoren leicht zu finden (arme Buchen, müsst ihr durch strafbare Sachbeschädigung mit Nägel leiden), zum Anderen waren schon deutliche Spuren auf dem Waldboden zu sehen. Die wird die Fraktion der Grünröcke auch bald sehen, und die Geocacher haben wieder ein paar „Freunde“ mehr…
Insgesamt: zu kurz nachgedacht!

Quelle: Log

… und auch der betroffene Jäger meldete sich recht zeitnah direkt auf gc.com

… die „Fraktion der Grünröcke“ hat nicht nur die Spuren auf dem Boden usw. gesehen, sondern bereits mehrfach das Leuchten der Maglites zu nächtlicher Stunde registriert. Um es klar zu sagen – ich bin der örtliche „Grünrock“ und habe das nächtliche Tun rund um den Nachtcache jetzt einige Zeit beobachtet.

Ich bitte den Cacheeigner ausdrücklich um Kontaktaufnahme und eine zeitnahe Entfernung des Caches.

Quelle: Note

Ob der Owner damit einverstanden war oder nicht, er reagierte zumindest umgehend mit der Archivierung des Caches und bekam darauf den Dank des Jägers ausgesprochen

Hallo.
Ich danke dem Cache-Owner und dem Reviewer für die prompte und unkomplizierte Reaktion.
Gruß – kpx

Quelle: Note

Der eingeschlagene Weg, die direkte Kontaktaufnahme, ist auf jeden Fall besser als jeder weitere Negativartikel in irgendeinem Schmierblatt irgendeiner Zeitung. Da es aber nicht ausgeschlossen ist, dass der nächste nichtsahnende Cacher dieselben Probleme wieder verursacht, ist der Vorschlag von ThPePe42 gar nicht mal so verkehrt

Vieleicht wäre ein Waldschutz NCVerbotsCache gut. Den würden sich „Interessenten“ an dem Waldstück zumindest durchlesen…

Quelle: Note

und auch beim Jäger stieß diese Idee nicht auf Ablehnung

Deine Idee mit dem Hier-Bitte-Keine-Cache-Cache finde ich gar nicht so schlecht. Habe da aber erstmal althergebracht Zettel am Parkplatz platziert

Quelle: Note

Ein Geocache als eine Art virtueller Hinweis, dass in dieser Gegend von einem Nachtcache bzw. nächtlichen Besuch der Caches abgesehen werden soll… warum nicht?!? Der Jäger bzw. sein Account auf gc.com könnte in diesem Listing ebenfalls gleich als Ansprechpartner genannt werden. Das dürfte erfolgreicher sein als Infozettel an Parkplätze zu verteilen, denn mit einem Cache erreicht man die Geocacher auf jeden Fall. Mal abgesehen davon, dass diese Informationen dadurch nicht in den Weiten des Geocachingarchivs verschwinden würden. :-)

Weiterführende Informationen: Landeswaldgesetze für andere Bundesländer

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Datum: Dienstag, 29. November 2011 19:08
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20 Kommentare

  1. 20

    […] Listing fand hier statt. JR849 hat das sehr schön zusammengetragen. Dies kann man hier nachlesen: Wenn der Jäger mitliest (Abgerufen am 01.12.2011 um 12:00 Uhr MEZ) Ein interessanter Forenbeitrag dazu finden sich bspw. […]

  2. 19

    Kommt mir bekannt vor. Hatte dieses Jahr einen recht kurzen Nachtcache ausgelegt und vor Weihnachten waren dann alle Reflektoren (~8) samt Dose abgehängt (Fußspuren von Mensch und Hund zu den Reflektoren waren deutlich im Schnee zu erkennen). Handynummer stand auf der Dose, leider bisher kein Kontakt bzw. auch noch keine Anzeige. Komischerweise erfolgt das Abhängen ca. 1 Monat nach dem letzten Log. Ganz in der Nähe in einem anderen Wald, der weitaus belebter ist mit Grillhütte, Waldkindergarten und Mountainbikestrecken, kein Problem obwohl da im Sommer verbotenerweise ständig die Kids mit Mofas durchheizen und somit die Reflektoren mit viel Licht anstrahlen ;)

  3. 18

    @Mystphi: so gesehen, hast Du natürlich recht. Ich sehe blos nicht, wo der Jäger jeglichen Cache „verbietet“ – dass er auf dem Infozettel jegliche Caches für unerwünscht erklärt, kann ich verstehen, denn der eMail-Kontakt mit dem Owner führt ja nicht zwangsläufig dazu, dass alle anderen Cacher auch Bescheid wissen. Da packt er eben mal die größere Keule aus (würd ich auch so machen) und so weit ich das verstanden habe, war er dem Platzhaltercache im eMail-Kontakt doch gar nicht abgeneigt. Ich bin mal gespannt, ob er sich hier meldet und wie er letztlich dazu steht.

  4. 17

    @realbaum: Dem kann ich zustimmen. Natürlich könnte man mit Gesetzestexten kontern, welche das Betreten des Waldes zur Erholung erlaubt (wenn man mal den Stolperstein „Zurücklassen von Gegenständen außen vor lässt). Prinzipiell sollte man aber versuchen die Konflikte zu beheben und nicht noch mehr Stroh ins Feuer werfen.
    @Mystphi: Da bin ich mal gespannt, ob er sich meldet. Seine Sicht auf die Dinge wäre auf jeden Fall eine Bereicherung der Diskussion. :-)

  5. 16

    also ich glaube die rechtliche lage, ob ein cache entfernt werden sollte oder nicht (bei aufforderung des jägers/försters/besitzters) ist doch zweitrangig. es geht nun mal um die vermeidung von konflikten, vorallem von unserer seite aus.
    die jäger sitzten am längeren hebel (wenn ich an an JR’s ausführungen erinnern darf http://jr849.de/allgemein/denn-sie-wissen-nicht-was-sie-tun/). sie haben eine lobby und daraus folgend politischen einfluss. und ich bezweifle mal, dass das land niedersachsen von alleine auf die idee kommt, ein verbot in die wege zu leiten/zu prüfen… das wird aufgrund negativer pr passiert sein, und das natürlich am ehesten von jägern, förstern und waldbesitztern, da diese wissen was in ihrem wald passiert.
    solange die geocacher keine eingene „interessensvertretung“ haben, kann man nur in die richtung konfliktvermeidung gehen und muss es so hinnehmen wie es ist oder eben ein verbot riskieren.
    jedoch führt eine interessenvertretung natürlich dazu, dass das „heimliche“ geocachen (wenns so was noch gibt) vermutlich komplett verloren geht und geocachen noch stärker ins öffnetliche bewußtsein rückt, aber dann auch rücken muss, mit allen bekannten vorzügen (CITO’s, EC’s usw.).
    das wollen wahrscheinlich nur die wenigsten (auch wenn es sich vermutlich sowieso nicht mehr vermeiden lässt) und solange wir keine eingene lobby haben, ist es das beste, zurückzustecken und den cache abzuräumen.

  6. 15

    @hmichel777:
    Juristisch ist es gemäß Deiner Ausführung natürlich möglich, dass der Jäger auf dem Gebiet selbst kein explizites Verbot aussprechen darf. Aber es geht hier doch um die Vermeidung von Konflikten. Auch wenn der Jäger nicht der Grundeigner sein mag, er ist doch derjenige, der das Gebiet nutzt und direkt von den Geocachingaktivitäten betroffen ist. Wenn er uns also klar zu verstehen gibt, dass ER Geocaches unerwünscht findet, so bedeutet das, dass jeder gelegte Cache sofort zu einem Konflikt führen wird (ist ja schließlich unerwünscht). Das läuft dann letztlich auf ein Verbot hinaus, wenn wir den Konflikt vermeiden wollen, und der Owner hat ja auch die richtigen Konsequenzen gezogen. Ich will hier keineswegs mit dem dicken Kopf durch die Wand, wehre mich aber gegen eine Darstellung, hier wäre Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten zu spüren. Von Seiten des Jägers kann ich da gar nichts erkennen, auch wenn er teilweise eine weichgespülte Sprache verwendet. Vielleicht hätte der Owner bezüglich des Tagcaches nicht so schnell klein beigeben sollen, aber ich kann das gut verstehen, weil ich auch keinen Bock auf eine Auseinandersetzung mit dem Jäger gehabt hätte. Wenn er nicht will, dann müssen wir das akzeptieren. Mir fehlt bei der Komunikation des Jägers jedenfalls ein Faktum des Entgegenkommens / des Angebots / des Kompromisses, zumal seine Argumentationskette obendrein völlig unschlüssig ist.

    Viele Grüße
    Gerald

    PS: Ich habe den Jäger übrigens per Mail auf diesen Artikel aufmerksam gemacht und hoffe, dass er sich vielleicht noch dazu äußert. Seine Meinung würde mich jedenfalls sehr interessieren.

  7. 14

    @Mystphi:
    Zitat: „Unerwünscht” und “Verboten” macht zumindest für mich keinen Unterschied. Wenn ein Hasuherr auf seinem Grundstück etwas als “unerwünscht” deklariert, dann kommt das einem Verbot gleich.“

    Wenn der Jäger der Hausherr ist, hast Du sicher recht. Lies mal meine Ausführungen zum Thema „Jagdpacht“ – Ich vermute mal, der Jäger ist nicht Hausherr, weshalb er sehr gezielt die Formulierung „unerwünscht“ verwendet. Insofern würde ich das ganze schon unter den Begriff „Kompromiss“ zusammenfassen. Nochmal: es macht keinen Sinn, wenn wir versuchen unseren dicken Kopf durchzusetzen. Würden wir es in dem vorgenannten Fall darauf ankommen lassen, würde der Jäger vermutlich den Grundstückseigentümer einschalten und dann stünde tatsächlich „Verbot“ auf dem Zettel – und vielleicht nicht nur dort. Er hat aber bisher den Grundstückseigentümer nicht eingeschaltet, weil es nicht notwendig wurde.

    Ich fände einen „hier-bitte-keinen-Nachtcache-Cache“, auch wenn es sich nur um einen Tradi am Parkplatz handeln sollte, einen guten Anteil unsererseits dafür, dass es nicht durch weitere Nachtcaches in dem Bereich zu Ärger kommt. Vielleicht wäre das auch ein guter Beitrag für andere Gegenden.

  8. 13

    @hmichel777:
    „Unerwünscht“ und „Verboten“ macht zumindest für mich keinen Unterschied. Wenn ein Hasuherr auf seinem Grundstück etwas als „unerwünscht“ deklariert, dann kommt das einem Verbot gleich. Das ist lediglich eine diplomatisch feinere Art der Umschreibung für ein Verbot. Überhaupt bietet der gesamte Wortwechsel weder objektiv noch unter der diplomatischen Lupe einen Ansatz für Kompromissbereitschaft. Konkret: Mir fehlt das Angebot, sich bei Cachelegeabsichten mit ihm zwecks Auslotung der Möglichkeiten in Verbindung zu setzen. Und was den „Bitte-legt-keinen-Nachtcache-Cache“ angeht, hat er zwar angedeutet, dass er die Idee „nicht schlecht“ findet, hat aber gleich klipp und klar darauf verwiesen, was sein Ziel bei einem solchen Cache ist (siehe Infozettel). Wenn überhaupt, sähe dieser Cache wohl so aus, dass es ein Tradi direkt am Parkplatz wäre, in welchem das besagte Verbot thematisiert wäre.

    Was mich an der ganzen Sache so massiv stört ist die Tatsache, dass es sich bei diesem Mann selbst um einen langjährigen Geocacher handelt, der, auch wenn er bisher nur 19 Funde auf der Uhr hat, doch von der ganzen Jäger-Cacher Problematik rechtzeitig etwas hätte mitbekommen müssen. Deshalb empfinde ich seine Reaktion, insbesondere die subtile Drohung mit juristischen Maßnahmen (nichts anderes ist die Ankündigung, dass er sich Autokennzeichen notiert hat), als völlig übertrieben und entspricht weitestgehend dem, was wir von dieser Klientel bereits gewohnt sind.

    Vielleicht kann ja mal jemand die Idee des „Bitte-legt-keinen-Nachtcache-Cache“ aufgreifen. Dann werden wir ja sehen, wie weit die Kompromissbereitschaft des Jägeocachers geht.

    Viele Grüße
    Gerald

  9. 12

    […] Listing fand hier statt. JR849 hat das sehr schön zusammengetragen. Dies kann man hier nachlesen: Wenn der Jäger mitliest (Abgerufen am 01.12.2011 um 12:00 Uhr MEZ) Ein interessanter Forenbeitrag dazu finden sich bspw. […]

  10. 11

    @Mystphi: Lies den Infozettel mal genau – da steht nicht, dass das Installieren von Caches verboten ist – dort steht dass es „unerwünscht“ ist – das ist zwar vielleicht Spitzklickerei, aber ein Verbot ist es IMHO nicht und im Nachgang war der Jäger ja durchaus gewillt einen „Bitte-legt-keinen-Nachtcache-Cache“ zu akzeptieren. Ich seh das durchaus als gelungenes Beispiel von Kompromissbildung.

  11. 10

    @JR:
    Lies mal den Infozettel genau. Dort steht klipp und klar, dass das Suchen und installieren von Geocaches verboten ist, und zwar unabhängig von der Tageszeit, auch wenn oben in der Überschrift etwas anderes steht. Wie sonst ist es zu erklären, dass auch der Platzhaltercache entfernt werden soll, der ja nun genau KEIN Nachtcache ist? Hier wurde der Nachtcache als Aufhänger benutzt, um mal schnell mit dem großen Besen durchs Revier zu fegen.

    Viele Grüße
    Gerald

  12. 9

    Ich seh die Sache genauso wie Chris. Der einzige Unterschied zum „normalen“ Streit zwischen Jägern und Geocachern war hier, dass der Jäger (zufällig?) selbst Geocacher ist und schon seit mehreren Jahren einen Account bei GC hat. Dadurch hatte er überhaupt die Möglichkeit, direkt per Note zu reagieren. Hätter er sie nicht gehabt, wie die meisten betroffenen Jäger, hätte er garantier auch die sonst üblichen Kommunikationawege genutzt / nutzen müssen. Mit Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten hat dieser Vorfall wenig zu tun. Die sieht für mich anders aus, als die subtile Drohung mit notierten Autokennzeichen und der kompromisslosen Forderung nach Entfernung sämtlicher Caches. Da sollte sich der Herr Jäger mal lieber ein Bespiel an den Verantwortlichen des Jasmund Nationalparks nehmen ( http://rehwald.eu/2010/06/03/warum-caches-im-nationalpark-eingesammelt-werden ). DAS ist für mich Kompromissbereitschaft. Und ob dieser Herr Jäger wohl jemals seine Zustimmung zu dem genannten NC-Verbots-Cache geben wird, glaub ich erst, wenn ich das freigeschaltete Listing sehe. Also alles im normalen „grünen“ Bereich :evil: . Das einzig Positive an dieser Geschichte ist für mich die schnelle und direkte Reaktion des Owners ohne großes Aufhebens.

    Viele Grüße
    Gerald

  13. 8

    Als derjenige der das Besitzrecht über ein Grundstück ausübt, bestimme ich, was ich wem auf dem Grundstück erlaube – da muss ich nichts begründen.

    Im Fall des Jägers kann man allerdings noch darüber streiten, ob der „den Wald“ gepachtet hat oder lediglich „das Jagdrecht“. In Hessen pachtet der Jagdpächter in der Regel das „Jagdrecht“, nicht „den Wald“. Den Wald zu pachten würde bedeuten, dass man die Bäume ernten dürfte. Mit der Jagdpacht übt er nicht die Besitzrechte über das Grundstück aus. D. h. er kann keinem verbieten den Wald zu betreten oder die Beseitigung eines Caches einfordern. ABER: IM INTERESSE FÜRS GEOCACHING WÜRDE ICH EINER SOLCHEN BITTE IMMER FOLGE LEISTEN! Wir tun uns doch selbst keinen Gefallen, wenn wir uns unter Berufung aufs Waldbetretungsrecht (BETRETUNGSRECHT, NICHT DOSENVERSTECKRECHT!) immer wieder mit allen möglichen Gruppen, seien es nun Jäger (ohne Besitzrechte) oder Grundstückseigentümer oder Grundstückspächter, anlegen, nur um unseren dicken Kopf durchzusetzen. Wir werden im Zweifelsfall den Kürzeren ziehen. Grundstückseigentümerverbände, Waldbesitzerverbände, Jagdverbände haben allesamt mehr Einfluss in den gesetzgebenden Parlamenten, als wir. Lobbyismus ist eine der Grundsäulen unserer Demokratie: http://de.wikipedia.org/wiki/Lobbyismus

  14. 7

    Weil mein Log das Ganze ins Rollen gebracht hat hier ein paar Klarstellungen:
    Das Jagdrecht ist an den Grundbesitz gekoppelt: Wem das Land gehört, der hat (prinzipiell) das Jagdrecht. Wenn der Grundbesitz aber eine bestimmte Grösse NICHT überschreitet (wie bei mir) ist man Zwangsmitglied einer Jagdgenossenschaft (aber kein Jäger!). Die Genossenschaft verpachtet das Jagdrecht gegen eine (für mich winzige) Gebühr an einen/mehrere Jäger, die dann jagen dürfen und hegen müssen. Für die gilt das Landesjagdgesetz, das ich nicht besonders kenne.
    Für den Grundeigentümer gilt (beim Wald) das Landeswaldgesetz. Er kann als Grundeigentümer das Entfernen z.B. von Caches verlangen (liegt ja auf Privatgrund), muss aber auf der anderen Seite auch den „Allgemeingebrauch“ seines Waldes nach dem LWaldG zulassen. Ob in diesem Fall der „Jagspächter = Jäger“ auch „Grundbesitzer“ ist weiss ich nicht. Der „Jagdpächter“ hat aber keinesfalls die Rechte des Grundeigentümers, er hat lediglich das „Recht der Jagd“. Alles weitere regelt das LWaldG.
    Wenn der fragliche Wald Staatsforst ist, vertritt der zuständige Revierförster den Staat als Grundeigentümer und kann alle Rechte des Eigentümers einfordern. Er ist im Zweifelsfall sogar Hilfsbeamter der Staatsanwaltschaft und kann/darf Zwangsmassnahmen vornehmen, z.B. Geocacher des Nachts auf die Wege scheuchen…
    Es gibt durchaus einen wichtigen Unterschied zwischen „Jägern“ und anderen Grünröcken (Auf meinem Grund darf der Jagdpächter NUR jagen)!

  15. 6

    @chris

    klar die sache mit den wildunfällen versteh ich. ich würde da auch gerne zahlen sehen. ich hab auch schon erlebt das sich wild an den menschlichen besuch gewöhnt und ich kenn auch nur das unten genannte beispiel.

    aber warum wir das hausrecht beachten sollten ist (vermutlich das totschlagargument :maul: :D ), dass die jäger eine stärkere (bzw. überhaupt eine)lobby haben, schlechte pr schlecht ist, geocaching manchmal in einer grauzone befindet (was es nicht sollte) und kein/e cacher/in auf das recht verzichten will, im wald(oder irgendwo anders) cachen zu gehn.

  16. 5

    @Chris Race: Es ging lediglich um die Suche bei Nacht, siehe verlinkter Infozettel. Unabhängig von Gesetzen, Unfallstatistiken oder der Gewöhnung des Wildes an die ständige Beunruhigung durch den Menschen, sollte man bei Nacht auf den Wegen bleiben und nicht mitten durch den Wald trampeln. Auch wenn es sich stark nach Jäger anhört, aber als Geocacher muss man nicht die letzten Rückzugsmöglichkeiten des Wildes bedosen, nur weil man es derzeit(!) noch kann.

  17. 4

    @realbaum

    Dass der Jäger / Pächter den Cache entfernen lassen kann, ist schon klar. Die Frage ist ja, warum?

    Und genau wegen deinem angeführten Beispiel (aufgeschrecktes Wild läuft über die Straße) kann ich eben die Geschichte mit dem „Schlafzimmer“ nicht mehr hören. Ich hab‘ schon 2 Rehe und einen Hasen auf dem Gewissen (bei dem einen Reh war danach auch ein neues Auto fällig), sehe jeden Morgen auf der Fahrt zur Arbeit eine ganze Horde Rehe direkt neben der Strasse, abends / nachts das gleiche Spiel. Und dort in der Gegend liegt kein Nachtcache. Noch nicht mal ein „normaler“ Cache! Und natürlich stehen die Rehe da nicht nur rum, sondern die müssen jedes Mal die Straße überqueren.

    Die Sache mit den vermehrten Wildunfällen glaub‘ ich erst dann, wenn mir das jemand anhand von validen Zahlen beweisen kann. Und nicht dann, wenn jemand „meint, dass ….“

  18. 3

    @ chris race
    also erstmal ist der jäger der pächter des waldgebiets und hat damit das „hausrecht“ und auch das recht jeden cache zu entfernen bzw. entfernen zu lassen.
    und eine direkte kommunikation führt zur entspannung der lage'(hat schon im kalten krieg geholfen). der/ein jäger sieht das die cacher rücksicht auf den besitzer (und die tiere) nehmen, und nicht um jeden preis den wald mit caches zupflastern müssen.
    und wenn man in direkten kontakt miteinander tritt entspannt das ein negatives verhältnis wie es zwischen jäger und geocachern (wohl) vorherrscht und führt hoffnetlich zu gegenseitiger akzeptanz.
    und die kontaktaufnahme über eine note ist sicher wünschenswerter, als jäger die in jägerforen über geocacher motzen und cacher in cacheforen über jäger.
    der jäger hätte im fall des nachtcaches auch anders reagieren können, da mit diesem die möglichkeit, bestehendes recht zu verletzten, wohl recht hoch gewesen ist.

    und zu schlafzimmer des wildes muss ich einen befreundeten geocacher (sorry wenn ich dich hier (hoffentlich richtig)“zitiere“(ich glaube der schaut auch abundzu in JR’s blog :mrgreen: )) UND jäger (mit „eigenem“ gepachteten wald) wiedergeben, mit dem ich auch schon die eine oder andere intensivere diskussion über das thema hatte:
    in seinem waldgebiet wurde auch mal ein nachtcache ausgelegt. dies hatte zur folge, dass das wild teilweise aufgescheucht wurde, und über eine landstrasse geflüchtet ist, was zu einem merkbaren anstieg der wildunfälle geführt hat… auch er ist in kontakt mit dem owner getreten und hat ihn um schließung des caches gebeten, was dieser auch gemacht hat… er sieht das bei tagescaches, die am weg liegen jedoch nicht so kritisch und lässt die auch bestehen…

  19. 2

    Und warum will der Mensch jetzt auch den „Tag-Cache“ weg haben? Was hat das mit dem „Schlafzimmer des Wildes“ (-> kann ich nicht mehr hören) zu tun? Zu welchem Ziel hat denn nun das miteinander Reden geführt? Dazu, dass die Geocacher ihren Kram entfernen und der Jäger seinen Willen hat?

    Wenn das mit dem „Tag-Cache“ nicht wäre, wäre das wohl tatsächlich ein halbwegs einvernehmliches Ziel, so ist das Ganze nichts anderes wie immer: Schwarz und Weiß, Gut trifft Böse.

  20. 1

    es geht doch…
    miteinanderreden führt zum ziel.
    danke für den blogeintrag „wie es ablaufen sollte“