Geocaching? Nicht mehr in den Vogelschutzgebieten von Sachsen-Anhalt…

… zumindest wenn es nach dem Entwurf der Landesverordnung zum Schutz der Natura 2000-Gebiete geht.

Mut zum Needs Maintenance


Denn dort ist Geocaching nämlich explizit erwähnt…

In den Schutzzonen sind darüber hinaus folgende Handlungen untersagt:

5. Bootsstege oder Schneisen im Röhricht oder Geocaches anzulegen

Quelle: Entwurf Landesverordnung Hauptteil

… und folglich nicht mehr erlaubt, wenn dieser Entwurf eben so angenommen wird.

Die folgenden, im Entwurf als Schutzzonen bezeichneten Vogelschutzgebiete – in der Karte rot umrandet – wären von diesem Geocaching-Verbot betroffen: Übersichtskarten der Landkreise

Ich bin mir nicht sicher ob es etwas bringt, wenn man als einzelner Geocacher seine Meinung zum Entwurf beisteuert. Dennoch gibt es hier den Link zur Online-Beteiligung für diejenigen, die sich aktiv für das Hobby einsetzen möchten: Öffentliches Beteiligungsverfahren
Denn eines ist sicher, auf die Hilfe von Groundspeak braucht man definitiv nicht zu warten – Souvenir gefällig?

Pro-Tipp
Verbote kommen i.d.R. nicht von ungefähr, es gibt immer irgendeinen Grund dafür.
Auch wenn jetzt manch einem der erhobene Finger wieder sauer aufstößt: Vielleicht sollte man als Geocacher, insbesondere als Owner, auch außerhalb von Sachsen-Anhalt bereits heute auf ausgewiesene Schutzgebiete* achten und die Dosen nicht dort verstecken, wo der tägliche „Nach mir die Sintflut“-Besucher Schaden anrichten kann.
Damit nicht schon morgen das nächste Bundesland einen ähnlichen Entwurf aus der Tasche zieht und Geocaching genau dort verbieten möchte, wo DU geocachen willst.

* Und darüber hinaus! Das sollte zwar selbstverständlich sein, dennoch hat eine zunehmende Anzahl Geocacher noch nie etwas davon gehört…

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Datum: Donnerstag, 30. November 2017 11:59
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8 Kommentare

  1. 8

    @JR: Die maximale Sensibilisierung wurde erreicht – da hast Du Recht.

    Die Schutzzonen sind aber nicht rot umrandet! Rot umrandet sind die Vogelschutzgebiete, diese entsprechen nicht den Schutzzonen! Das erkennt man nur in den Detailkarten. Dort sind die Schutzzonen innerhab der (rot umrandeten Vogelschutzgebiet) hellorange hinterlegt.
    Und dann sieht man, dass es in einigen Vogelschutzgebieten gar keine Schutzzonen gibt, in anderen sind das kleine Teile davon, und bei einigen ist das deckungsgleich.

    Das wollte ich klarstellen, denn es ist ein Unterschied, ob man sagt:

    „Ich habe Probleme mit meinen inneren Organen“ (Vogeschutzgebieten)
    oder am man sagen kann:
    „Ich habe eine Dickdarmentzündung.“ (Schutzzonen)

    Um das zu sehen, musst Du in die Anlagen – Gebietsbezogene Anlagen inkl. Gebiets- und Detailkarten – SPA000X – Detailkarte

    Ich habe es zuerst auch nicht gefunden und musste mich durchwühlen. 🙂

    Happy hunting

    Udo

  2. 7

    @Udo: Ich gebe zu, das habe ich nur stichprobenhaft geprüft… und eben noch einmal nachgeschaut. Am Beispiel Salzwedel sind IMHO alle Vogelschutzgeboete aus der Karte des BfN auch in den Karten der Online-Beteiligung (lässt sich leider nicht direkt verlinken) berücksichtigt. Wenn man kleinlich ist könnte man sogar auf diesem Gebiet noch mehr farbige Stellen entdecken, die eigentlich gar nicht mehr in diesem Bezirk liegen.
    Ich gehe auch nicht davon aus, dass man sich nicht die Mühe gemacht hat, extra für diese Einschränkung, die erst einmal nur einem sehr kleinen Teil der Bevölkerung potentiell „weh tut“, separate Gebiete in den bereits vorhandenen Vorgelschutzgebieten ausgewiesen hat, um den Eingeschränkten eine noch maximal mögliche „Bewegungsfreiheit“ zu gewähren. Ich denke da wäre der Aufwand auch zu hoch, zumal man die Gebiete ja auch wieder vor Ort kennzeichnen müsste, zumindest wäre das sinnvoll.
    Wie dem auch sei, selbst wenn ein Zipfel von irgendeinem Vogelschutzgebiet tatsächlich nicht in diesem Verbot berücksichtigt sein sollte – ich lasse mich da gerne eines Besseren belehren – tut es dem Umstand keinen Abbruch, dass mit dem Titel, der ein maximales Cacheverbot suggeriert*, die maximale Sensibilisierung erreicht werden soll – und das ist in diesem Fall definitiv nicht verkehrt, oder? ;-)
    Auf jeden Fall vielen Dank für deinen Hinweis. Je mehr Geocacher sich mit diesem Thema beschäftigen, desto besser ist das für die Natur und für das Hobby. #ThumbsUp

    *Wobei im Text selbst auf eben jene Markierungen in den Karten verwiesen wird, so wirklich was anzupassen gibt es also nicht. ;-)

  3. 6

    Ich habe den Artikel erst heute gelesen, für die Einreichung eines Kommentars zum Gesetz ist es jetzt zu spät.
    Dafür habe ich mir den Entwurf mal näher angeschaut. Es geht mit nichten um ein Geocachingverbot in den kompletten Vogeschutzgebeiten. Es geht „nur“ um ein Geocaching-Verbot in den „Schutzzonen“ innerhalb der Vogelschutzgebiete. Diese sind auch explizit in §2 erwähnt:
    „Die besonderen Schutzgebiete enthalten folgende Zonen und Flächen, welche in den Detailkarten dargestellt sind:

    1. Schutzzonen (beruhigte Bereiche für störungsempfindliche Vogelarten, nur Vogelschutzgebiete),“

    D.h. bei den Schutzzonen, in denen keine Geocaches gelegt werden sollen, handelt es sich um speziell beruhigte Bereiche für störungsempfindliche Vogelarten innerhalb der Vogelschutzgebiete.
    Da halte ich es durchaus für sinnvoll, im Brutgebiet z.B. eines Schwarzstorchpaares auf das Geocachen zu verzichten. das sollte uns als Geocacher und Bewahrer der Natur recht sein. Und die räumliche Einschränkung hält sich dann auch durchaus im Rahmen, denn es geht mitnichten um das komplette Vogelschutzgebiet, sondern nur um Teile davon, häufig auch Seen. Die genaue Lage kann man den Detailkarten entnehmen.

    Der Artikel sollte vielleicht entsprechend angepasst werden.

    Generell halte ich auch wenig von Verboten, hier erscheint mir das aber durchaus sinnvoll zum Schutz wirklich stark bedrohter Vogelarten.

    Happy hunting.

  4. 5

    […] zurückhalten? Als Betrachter und selbst Geocacher wünscht man sich Restriktionen und sei es nur um das Hobby vor den Geocachern selbst zu schützen – aber das wird wohl ein Wunsch […]

  5. 4

    Hallo zusammen, ich finde es schon verständlich, immerhin geht es um den Schutz der Tiere. Es gibt ja zum glück genügend andere Gelände wo man erkunden kann. LG und eine schöne Weihnachtszeit

    Sabine

  6. 3

    15 Minuten für einen kurzen Text Zeit genommen, online beteiligt, check

    Wenn man es nicht wenigstens versucht, darf man später auch nicht meckern…

    Wenn alle Behörden und Verbände das Thema „Geocaching Verbot“ demnächst und nach und nach in Verordnungen und Gesetze aufnehmen, wird es immer schwerer, das wieder zurück zu drehen. Und das hat doch schon begonnen… #Dialog

  7. 2

    Mir ist noch gar nicht aufgefallen, was „anlegen“ für ein vielfältiges Verb ist.
    Ich plädiere für die Formulierung
    … ist es untersagt:
    Bootsstege oder an Bootsegen oder Schneisen im Röhricht oder Geocaches oder sich mit den Behörden anzulegen

  8. 1

    Nun also auch Sachsen-Anhalt…
    Bei uns in Braunschweig sind ähnliche Restriktionen in Planung