Putzig: Initiative für mehr Ehrlichkeit in Logs

Durch Zufall Google bin ich auf meinen eigenen Artikel aus dem Jahr 2009, mit einer zitierten Note bei einem damals neuen Cache gestoßen und musste spontan über meinen infantilen Versuch, die Geocachingwelt zu verbessern, grinsen.

Ein herzliches Willkommen als Cacher in der Stuttgarter Region!
Auf die Gefahr hin dass ich es mir gleich von Anfang an mit einem neuen Cacher verscherze, aber ich möchte ehrlich meine Meinung und die manch anderer zum Ausdruck bringen und ein paar Tips vorab geben. Viele Cacher bringen nicht den Mut auf ehrlich ihre Meinung über Caches zu sagen und loggen einfach nur kurz und knapp im Internet ihren Fund (“Heute schnell gefunden” oder “Hin und mit” sind nur ein paar Beispiele). Da die Qualität der Caches in der Region ähnlich der Wirtschaft in der heutigen Zeit tendiert, möchte ich dich bitten, dir vor der ersten eigenen Dose (Mist, zu spät) einen Überblick zu verschaffen wie und wo ein Cache gut ankommt und Spaß macht bzw. was man beim Verstecken beachten sollte.

Quelle: Artikel mit Weltverbesserungs-Note

Eine Dose an einem Verkehrsschild, inmitten einer Durchgangsstraße, zur Belustigung des Owners gelegt und von gefühlt minderer Qualität. Schon vor mehr als vier Jahren gab es das Phänomen, dass vermehrt Low-Cost-Dosen in die Geocachingwelt geworfen wurden und die Cacher mit ihrem Interesse an der Dose den Owner noch in seinem Tun bestärkten. Nach ein paar wenigen Zuckungen der IFMEIL (Initiative für mehr Ehrlichkeit in Logs) und der geringen, aber positiven Resonanz von Cacherseite aus, hab ich wohl aufgrund des marginalen Effekts den niedlichen Versuch, die Augen der Geocacher angesichts dem Motto „Jetzt wird jeder Scheiß bedost“ zu öffnen, aufgegeben. Das Ergebnis ist in dem verlinkten Fall ein Cache mit keinem einzigen Favoritenpunkt, einer GC-Vote-Bewertung von 1,4 von 5 (bei 41 Stimmen), aktuell 408 Findern und einer Vielzahl an Kurzlogs.

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Die Statistik ist schlicht zu wichtig geworden und die Tüddeldosen haben in vielen Augen ihre Daseinsberechtigung bekommen. Es ist irgendwie schade, aber die Entwicklung ließ sich wohl schon damals nicht mehr aufhalten und heute braucht man angesichts der Masse an Geocachern und den statistischen Vorlieben für diese Art des Cachens das Thema eigentlich gar nicht mehr auf den Tisch bringen.
Geocaching ist zur Massenveranstaltung mit massenhaft Dosen und statistisch gesehen immer weniger lohnenswerten Caches geworden. Selbst Mikros sind als Geburtstagsgeschenk heutzutage kein NoGo mehr.

Wenn mir jemand einen Micro zum Geburtstag auslegen würde, dann würde ich denjenigen nicht zur Feier einladen.

Quelle: Tweet von ChiefController

Seit 2009 ist viel Zeit vergangen. Zeit, in der ich gelernt habe zu filtern und mir die Caches herauszusuchen, die mir persönlich gefallen oder die in irgendeiner Form auf einer der täglichen Hunderunden integrierbar sind. Viele Dosen habe ich schlicht ignoriert, obwohl ich quasi daran vorbeigelaufen bin. Bei einigen Caches habe ich mich zwar im Logbuch vor Ort verewigt, auf den Punkt letztendlich aber verzichtet, weil die Dose die Zeit fürs Online-Loggen schlicht nicht wert war. Wenn ich an meine ersten Geocachingversuche zurückdenke, hatte ich damals auch kritische Logs bekommen, diese in den meisten Fällen aber aufgrund der vielen anderen Logs schnell wieder verdrängt. So in etwa dürfte es einem Großteil der Generation Smartphone auch gehen, weswegen ich mir auch von kritischen Logs bei den nicht online geloggten Tüddeldosen keinen Erfolg verspreche. Ein gewisses Maß an Resignation? Who cares, ist doch eh nur ein Tropfen auf den heißen Stein. :|
Geocaching ist irgendwie nicht mehr das, was es einmal war. 2009 schon erkennbar, ist die Community heute eine große Masse, die sich untereinander nur im kleinen Kreis persönlich kennt und zum Teil, aufgrund der Anonymität noch verstärkt, nicht einmal mehr respektiert. Die neuen Caches stapeln sich in Warteschlangen, immer mehr Reviewer versuchen dem Dosen-Ansturm Herr zu werden, die Anzahl freier Locations, sehenswert oder nicht, werden aufgrund der Abstandsregel immer weniger, Groundspeak frohlockt, dabei klingelt die Kasse nicht nur in Seattle. Geocaching – von der Goldgräberstimmung zum wirtschaftlichen Tagebau.

Ich bin gespannt wohin die Reise mit dem Geocaching-Karussell letztendlich führt. Vielleicht stoße ich in weiteren vier Jahren auf genau diesen Artikel und sinniere ebenfalls auf dem Weg vom Sofa ins Bett über diesen geistigen Erguss in Form eines Artikels, wer weiß das schon… ;)
Gute Nacht

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Datum: Dienstag, 16. April 2013 4:52
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6 Kommentare

  1. 6

    Ich cache seit 2004, mit nahezu stetig abnehmenden Fundzahlen pro Jahr. Aus dem selben Grund, warum andere ganz aufhören. Zuviel Mistdosen, rücksichtslose Verstecker oder Sucher, Nanos zuhauf.

    Wenn der Suchaufwand die Dauer der Cachesuche übersteigt, lasse ich es mittlerweile immer öfter gleich bleiben, das Cachen. Es wird noch dauern, bis ich die 2000er endlich erreiche, bei der Auswahl an Mist rundherum…

    Aber ich gebe nicht auf, ich diskutiere weiter mit Neusuchern/versteckern, versuche in Diskussionen die Gefahren des Versteckens ohne Verstand und von T5-Baumcachefluten den anderen klarzumachen.

    Um ein flächendeckendes GC-Verbot durch den Gesetzgeber möglichst zu vermeiden.

    Man wird sehen…
    BeVeMa

    p.s.: Ach ja, und ehrliche Logs schreibe ich meist auch. Ausser bei den paar kurzen PowerTrails dich ich gemacht habe, wo einem nach einer 4 Stunden eigeltlich nichts im Gedächtnis geblieben ist, zumindest nicht zu jedem Stage, pardon, PowerTradi

  2. 5

    @Mystphi: Dr. House und Team ;-)

  3. 4

    @Horrorheinz:
    Bei mir wohnt Dr. House in Ontario, hat etwas über 10000 Funde und einen Durchschnitt von 40% Favoritenpunkte bei seinen Caches >10Punkte. :o

    Viele Grüße
    Gerald

  4. 3

    Wen juckts?
    Sollen doch die, die Scheißdosen legen, diese auch suchen. Ich such keine Scheißdosen und das ist mir vollkommen egal.
    Aber so hat halt jeder seine eigenen Vorlieben: Scheißdosenleger suchen Scheißdosen, Qualitätsfreunde suchen Qualitätsdosen, Wanderer suchen Wanderdosen, Kletterer suchen T5er, Nachtcacher suchen NC uswusf.
    Leider blocken aber die 0815-Dosen viele schöne Plätze, weil irgendeiner im 161m-Radius einen Nano an ein Verkehrsschild geworfen hat. Für eine Flurbereinigung wird sich aber wohl keine Übereinkunft finden lassen, weil zumindest der/die Owner der Meinung sind, einen tollen Cache gelegt zu haben. Und die oft hohen Fundzahlen geben ihnen auch vordergründig Recht. Und viele finden es auch toll Nanos an Leitplanken, Verkehrsschildern, Stromkästen etc. zu suchen.
    Daher: Leben und leben lassen.

    Achso und von wegen früher war alles besser: Gerade die alten Cacher mit often zigtausend Funden labern immer was von Qualität und früher war alles besser. Nur wo haben sie denn ihre Zigtausende Funde her? Die nehmen doch jeden Scheißcache mit, dessen sie habhaft werden können und stellen sich hinterher hin, daß früher alles besser war und blabla. Selber aber geil auf jeden FTF und jeden Gummipunkt. Schön rücksichtslos mit den Ellbogen los um ja erster zu sein.
    Der richtige Komment dazu war der leider archivierte Scheißcache aus Berlin. Der wurde ja auch geloggt, ist ja ein Punkt.
    Es gibt viele Cacher, die noch keine 7/8 Jahre dabeisind, aber ein viel besseres Verhalten an den Tag legen als „alte“ Cacher, die sich dran aufgeilen, daß sie 10000+x Caches gefunden haben, eine reine Homezone im 100km-Radius haben und auch wirklich jeden Pisseckencache gefunden haben.
    Schönes Beispiel für richtiges Cachen ist Dr. House aus dem Allgäu, der mit weit unter 200 Funden richtig geile Multis gelegt hat (>90%-FP). Mittlerweile hat er ca. 250 Funde. Die Fundzahl ist nicht wichtig, Qualität zählt! Und leider genau das haben viele „alte“ Cacher vergessen.
    Daher ist das Gejammere über die heutige Situation doch recht schablonenhaft. Der Prozentsatz von Idioten war früher genauso hoch wie heute, nur sind es heute absolut mehr Idioten. Es gibt halt auch mehr Cacher.

  5. 2

    Letzte Woche habe ich eine Dose an der Strasse kritisiert die von einem jungen Owner mit 1 Found gelegt wurde damit er die Cacher sehen kann, lag genau vor seinem Haus. Davon ab war sie auch zum xten mal gemuggelt was im Listingtext vermerkt wurde statt im Log.

    Da erfuhr ich dann per EMail das ich ein niveauloser Idiot bin :ugly: Dachte mir wäre vielleicht ein Fall für die Eltern, musste dann aber lernen woher er das hat :wallbash:

    Mittlerweile resigniere ich lieber, macht weniger Blutdruck :pfeif:

  6. 1

    Ich kann deinen Frust gut verstehen, aber du hast mit dem Ignorieren solcher Dosen ja im Prinzip schon die richtige Antwort für dich gefunden.
    In der hohen Anzahl neuer Dosen der letzten Jahre verbergen sich ja nicht nur solche Beispiele wie das aus deinem Post, sondern auch viele ganz tolle und kreative Caches, auch von Neulingen.
    Es ist wie bei den Mysterys, wo die Leute sich die Lösung geben lassen und sich selbst betrügen. Sie verderben nur sich selbst den Spaß.
    Die Owner schlechter Caches machen sich selbst doch auch keine Freude. Wer will schon täglich mehrere Mails mit 3-Wort-Logs bekommen?

    Aber die Initiative zu ehrlichen Logs kann ich nur unterstützen, ich mache das selber so, auch wenn es vermeintlich keinen interessiert.

    Viele Grüße aus NRW!